Dust Adventures – Spielvorstellung

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Ich bin ein großer Fan von alternativen Versionen unserer Welt und habe ein durchaus großes Interesse, wenn es um den zweiten Weltkrieg geht. Und wenn dann noch abgefahrene Technologie und mystische Kräfte hinzukommen, dann weiß ich, dass ich das unbedingt haben muss. Genau aus diesem Grund konnte ich das Erscheinen von Dust Adventures kaum erwarten und habe mich sofort drauf gestürzt.


 

Die Welt:

Dust Adventures orientiert sich zunächst sehr stark am echten Verlauf des zweiten Weltkrieges, allerdings mit einem entscheidenden Unterschied. Im Jahre 1936 finden die Nazis in der Antarktis ein Raumschiff der Vrill mitsamt einem lebenden Exemplar dieser Spezies. Von da an forschen die deutschen an neuer Technologie und der Nutzung der Vrillkultur, Kristallen mit deren Hilfe sich die Technologie der Vrill antreiben lässt. Zunächst geht der Krieg wie in unseren Geschichtsbüchern weiter, allerdings gelingt ein Attentat auf Hitler und die Nazis werden durch die Deutschen eradiziert. Die Alliierten erobern große Teile Frankreichs nach dem D-Day zurück und endlich kommt die Technologie der Vrill zum Einsatz. Mit neuen Waffen, Fahrzeugen und den Laufpanzern, sogenannte Walker, fasst Deutschland wieder Fuß und geht erneut auf Eroberungszug. Die Alliierten können einige Technologien ergattern und auch Russland entwickelt seine Waffen weiter. Die Länder der einzelnen Fraktionen vereinen sich jeweils zu gesamten Staaten und es entstehen die drei Blöcke, Achse, Sino-Sowiet Union und Allierte. Der Krieg hat gerade erst begonnen.

Das System:

Dust Adventures nutzt spezielle Würfel, wobei man auch normale W6 verwenden kann. 1 und 2 entsprechen einem Schildsymbol, 3 und 4 dem Symbol der jeweiligen Fraktion und 5 und 6 ein Fadenkreuz. Das Schild ist nur für die Verteidigung im Nahkampf wichtig, ansonsten wird es bei Proben ignoriert. Das Fraktionssymbol hat bei manchen Talenten und Waffen Bedeutung, das Fadenkreuz ist ein Erfolg und wird mit dem Zielwert (in der Regel ist die Schwierigkeit einer Probe 2).

Charaktere werden aus Modulen zusammengesetzt, hierbei geben Herkunft, Truppengattung, Spezialisierungs- und Erfahrungspakete dem Spieler Fertigkeiten, Ausrüstung und Talente. Die Auswahl ist durchaus gut, man sollte sich allerdings spezialisieren, denn gerade im Kampf werden viele Erfolge benötigt um genügend Schaden zu machen.

Die Regeln sind schnell gelernt, aus Attributen, Fertigkeiten und Spezialisierungen wird ein Würfelpool gebaut und die Anzahl Erfolge gezählt. Viele Waffen haben Sonderregeln, teilweise leider etwas schwammig formuliert. Dazu kommen noch die Gizmos, also Objekte mit Artefaktcharakter, die durch Spieler gebaut werden können, wenn sie die nötigen Talente und Fertigkeiten haben. Diese können Waffen, Fahrzeuge oder völlig abgefahrene Dinge sein.

Für gutes Rollenspiel und tolle Aktionen erhalten die Spieler Actionpunkte. Diese funktionieren wie Bennies, allerdings werden diese dann, nach Benutzung, quasi in Erfahrungspunkte umgewandelt. Somit sollte man diese Punkte fleißig einsetzen und nicht horten oder man kann sich nicht weiterentwickeln.

Mein größter Kritikpunkt, und systembetreffend ist das quasi der einzige, ist das Würfelsystem. Wer nicht spezialisiert und entsprechend große Pools zum Würfeln hat, der hat wenig Chance auf Erfolg (mal abgesehen, wenn man viele Actionpunkte zur Verfügung hat). Ein Pool von sechs Würfeln ermöglicht es einem gerade mal so eine Probe der Schwierigkeit 2 zu schaffen. Die Tatsache, dass überschüssige Erfolge im Kampf als Bonusschaden gewertet werden ist hier noch zu erwähnen.

Alles in allem ist das System lustig und man kann mit dem gelieferten Inhalt viel Spaß haben, vor allem das Setting hat es mir sehr angetan.

Das Material:

Das Buch ist mit etwas über 200 Seiten relativ kurz, beinhaltet aber alles um damit Spaß haben zu können. Mein größter Kritikpunkt ist das Fehlen von Flugzeugen und die geringe Anzahl an Gegnerdaten. Auch gibt es relativ wenig zum Spielen von Achsentruppen, diese sollen in späteren Veröffentlichungen folgen, vermutlich dann auch zusammen mit eben den fehlenden Flugobjekten. Die Abbildungen sind sehr schön, teilweise sind es Fotos vom Miniaturenspiel, auch das Layout ist sehr ansprechend. Ein weiteres kleines Manko ist die Tatsache, dass man sich extra im Shop von Modiphius anmelden muss um an den Charakterbogen zu kommen (wenn man ihn nicht aus dem Buch selbst nimmt) und dieser keine Formularfelder hat. Positiv ist zu erwähnen, dass es Regeln gibt mit denen man seinen Dust Adventure-Charakter in einen Dust Tactics-Charakter umwandeln kann.


 

Für wen ist Dust Adventures etwas:

  • Für Spieler und Spielleiter, die Spaß am alternativen zweiten Weltkrieg haben
  • Für Leute, die Spaß an militärischen Kampagnen und Abenteuern haben
  • Für Spieler, die modularen Charakterbau mögen

Für wen ist Dust Adventures nichts:

  • Für Spieler und Spielleiter, die nichts mit zukunftsträchtigen Waffen in der Vergangenheit anfangen können
  • Für Leute, die keine Lust haben einzelne Ergebnisse in einem Pool zu zählen
  • Für Spieler, die nichts für Miniaturen übrig haben

 

Linkliste:

Seite von Dust Adventures:

Modiphius bei rpgnow

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