Robert E. Howard’s Conan Roleplaying Game – Kickstarter-Preview

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Seit einigen Tagen läuft der Kickstarter zum neuen Conan RPG von Modiphius, der bereits ein Vielfaches seines ursprünglichen Ziels gesammelt hat. Ich selbst bin nicht der größte Anhänger von Conan, obwohl ich viel Spaß mit Barbarians of Lemuria hatte. Aber es gibt eine ganze Reihe von Punkten, die mein Interesse geweckt und mich dazu bewogen haben einen genaueren Blick auf das neueste Werk zu legen und mich voll und ganz zu überzeugen.


 

Das neue Conan RPG stammt aus dem Hause Modiphius, die vor allem mit einem überzeugen, Qualität. Egal ob Achtung! Cthulhu, Mutant Chronicles oder Mutant: Year Zero, die Leute von Modiphius wissen was sie machen. Bis jetzt waren all ihre Werke gut recherchiert, ausgearbeitet und sehen nicht nur super aus, sie funktionieren auch klasse. Einen einzigen Minuspunkt kriegen sie von mir, sie haben es nicht so mit Deadlines. Wenn sie etwas per Kickstarter finanzieren, dann kann man ruhig etwas mehr Zeit draufschlagen, als sie ankündigen. Wer also sofort etwas haben möchte, der ist bei Modiphius falsch, aber wenn ihre Sachen dann kommen, macht das Produkt es die Wartezeit definitiv wett.

Wer die Liste an Künstlern und auch Autoren des neuen Conan RPGs anschaut, der schlackert mit den Ohren, die Zahl an bekannten und bedeutenden Namen ist wirklich wahnsinnig groß. Gerade bei den Zeichnern sind viele Conan-Veteranen dabei und die Beispielgrafiken sehen wirklich klasse aus.

Ein großer Kritikpunkt (von deutschen RPGlern) ist die verwendete, hauseigene 2d20-Engine. Sie wird als zu kompliziert und nicht Conan-esque beschrieben. Gerade Punkt eins ist für mich im Land der DSA-Anbeter doch sehr unverständlich. So bietet die 2D20-Engine doch ein leicht verständliches System, welches vor allem die Gruppe als Ganzes stärkt.

Was also ist sind die Grundmechaniken von 2D20? Grundlage für alles sind die Attribute (Agility, Awareness, Brawn, Coordination, Intelligence, Personality und Personality), deren Grundwert unterwürfelt werden muss mit eben den namensgebenden 2W20. Der Zielwert wird modifiziert mit der Expertise, also quasi den Fertigkeitspunkten. Hat also ein Charakter eine Agility von 10 und eine Expertise von 3, dann muss der Wurf kleiner oder gleich 13 sein. Für jeden Würfel, der diese Voraussetzung erfüllt gibt es einen Erfolg, die Schwierigkeit der Probe gibt an, wie viele Erfolge benötigt werden. Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, wie man mehr Würfel zum Wurf hinzufügt. Eine andere Möglichkeit ist, wenn der Charakter in einer Fähigkeit einen Fokus besitzt (in der Regel mit einem Wert von 1-3). Für jeden Würfel, dessen Augenzahl kleiner oder gleich dem Fokuswert ist, erhält der Charakter einen weiteren Erfolg. Überschüssige Erfolge geben Momentum, vergleichbar mit den Stuntpunkten aus Dragon Age und Fantasy AGE. Diese können sofort ausgegeben werden (für etwa mehr Schaden), ansonsten verfallen die Punkte nach dem eigenen Zug ODER man gibt die Punkte in den Gruppenpool. Dieser kann sechs Punkte Momentum speichern und von jedem Charakter genutzt werden. Gerade dieser Punkt ist gut für die Dynamik zwischen den Spielern.

Der Spielleiter hat auch einen Pool, den Doompool. Er erinnert an das Marvel Heroic Roleplaying Game, sie sind die Grundlage des Handelns für den SL. Wann immer die Charaktere zögern oder es auf sich nehmen erhält der Doompool Punkte mit denen der SL die Initiative verändern kann, Gegner verbessern oder besondere Fertigkeiten seiner NPC aktivieren kann.

Als weitere Ressource gibt es die Fortune Points, also den Bennies oder Gummipunkten, der Spieler. Sie einzusetzen bringen besondere Vorteile und verdient werden sie beim Erreichen von Meilensteinen und für gutes Rollenspiel.

Schaden und Cover (Verteidigung) werden mit XW6 gewürfelt. Eine eins oder zwei ergeben die jeweilige Zahl, eine drei oder vier werden ignoriert und eine fünf und sechs ergeben einen Punkt und können zusätzlich besondere Eigenschaften der Waffen aktivieren (etwa Rüstungsdurchdringung). Zunächst bekommt ein Charakter Stress, dieser ist physisch bei Angriffen und psychisch bei Bedrohung, ist der Pool aufgebraucht bekommt der Charakter Wunden oder eben Trauma. Stress wird nach einem Kampf erholt, die beiden anderen müssen mit Fertigkeiten behandelt werden.

Normalerweise werden Charaktere in der 2D20-Engine über ein Lifepath-System erschaffen, also für bestimmte Etappen im Leben der Charaktere werden Ereignisse ausgewürfelt, was Expertise, Fokus oder auch Talente gibt. In Conan kommt eine modifizierte Version zum Einsatz, da die meisten Charaktere relativ früh mit dem Ernst des hyborischen Zeitalters konfrontiert werden. Mit einer handvoll W20 können Elemente wie Heimat, Herkunft und Profession ausgewürfelt werden. Natürlich können Ergebnisse auch ignoriert werden, wenn man etwas Bestimmtes im Kopf hat, das System soll vor allem Ideen geben. In der Linkliste findet ihr eine genauere Erklärung des Lifepath-Systems in Conan.

Modiphius bietet einen kostenlosen Quickstarter zu Conan, welchen ich jedem ans Herz lege. Er bietet neben einem guten Einblick in das System ein ordentliches Abenteuer um die Welt von Conan kennen zu lernen.


 

Man kann sagen was man will zu Modiphius und ihrem System, was sie bis jetzt abgeliefert haben ist grundsolide, optisch ein Leckerbissen und ihre Engine funktioniert. Der enorme Erfolg ihrer Kickstarter gibt ihnen Recht und ich denke, dass ich mich nach Erscheinen des Grundregelwerkes durchaus mehr mit Conan und der Welt von Robert E. Howard befassen werde.


Linkliste:

Kickstarter von Conan

Seite von Modiphius

Erklärung zum Lifepath-System

 

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2 Gedanken zu “Robert E. Howard’s Conan Roleplaying Game – Kickstarter-Preview

  1. Danke für die Vorstellung!

    Was 2d20 angeht: Das System ist mir (u.a. nach Sichtung des Schnellstarters) nicht zu komplex oder zu kompliziert. Ich kann mir gut vorstellen, dass es im Spiel funktioniert.
    Andererseits: Es ist kein effizientes Spielsystem. Es braucht für die Dinge, die es in Spiel bringt, überdurchschnittlich viele Detailregeln. (Einige innovative Ideen + klassischer Spielablauf + überdurchschnittlich umständliche Regelhandhabe, das ist sonst eher ein „Markenzeichen“ von Rollenspielen aus dem Hause FFG.)
    Für wilde Sword-&-Sorcery-Abenteuer habe ich lieber effiziente Regeln.

    Andererseits: Nachdem ich mit Crypts & Things ein gut an die Gruppe anpassbares Sword-&-Sorcery-Spiel gefunden habe, das sich schnell zu einem meiner liebsten RPG entwickelte: Hatte ich ernsthaft erwartet, dass das Conan-RPG Konkurrenz sein könnte?

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    • Gut, die Komplexität muss jeder für sich selbst austesten. Ich gebe dem Ganzen eine Chance sich in ein paar Testsessions zu beweisen und dann fälle ich auch erst mein endgültiges Urteil.
      In wie fern das Werk von Modiphius mit anderen Conan-Spielen konkurrieren kann wird sich wohl erst in ein paar Jahren zeigen und letztlich kann ja jeder sein Lieblingssystem nehmen. Ich denke mal Modiphius wird aber ein gutes Gesamtbild abliefern. 🙂

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