Mutant Year Zero – Spielvorstellung

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Gestern habe ich die Unterschiede von Coriolis und M:YZ vorgestellt und hatte völlig vergessen, dass ich das Spiel selbst noch gar nicht vorgestellt hatte, aber das hole ich jetzt nach. M:YZ punktet mit einem guten System, interessantem Hintergrund und viel Mühe durch die Macher.


Die Welt:

Mutant: Year Zero spielt in unserer Welt, allerdings in der Zukunft. Die Konflikte der Nationen führten zum Krieg und durch Atomwaffen wurde vieles ausgelöscht. Jetzt leben die Überlebenden in kleinen Siedlungen, Archen genannt, welche in Überbleibseln der Zivilisation errichtet wurden (Schiffswracks, alte Einkaufszentren, Schulen, Fabriken, usw.). Außerdem kommen immer wieder Mutationen unter den Menschen vor, seien es Flügel, Feuerspucken oder Spinnenbeine. Das größte Problem ist aber die Unfruchtbarkeit, denn seit man denken kann werden keine Kinder mehr geboren. Und so sterben nach und nach die Bewohner. Die Spieler sind die ersten ihrer Arche die jetzt das heimische Nest verlassen und auf die Suche nach Eden, einem mystischen Ort, durch die Umgebung streifen.

Das System:

M:YZ nutzt ein W6-Poolsystem mit dem altbekannten System Attribut plus Skill plus Ausrüstung/Bonus. Die vier Attribute sind Stärke, Geschick, Verstand und Empathie, welche auch gleichzeitig jeweils als Lebenspunkte dienen. Ist ein Attribut verringert, so wird auch der Pool reduziert. Um die Punkte wiederherzustellen, muss man Grundbedürfnisse befriedigen. Schaden reduziert die Stärke und kann durch Fraß (auf Englisch „grub“, die Nahrung in M:YZ) regeneriert werden. Geschicklichkeit wird durch Müdigkeit und Wasser beeinflusst, Verstand durch Verwirrung und Schlaf, sowie Empathie durch Zweifel und Sympathie.

Jeder Charakter hat Zugriff aus Basisfertigkeiten (können ohne Skillpunkte genutzt werden), je nach Klasse bekommt man dann noch spezialisierte Fertigkeiten. Die Acht Klassen/Rollen sind Enforcer, Gearhead, Stalker, Fixer, Dog Handler, Chronicler, Boss und Slave, jede mit einer Auswahl an Talenten, möglichem Aussehen, Ausrüstung und Beziehungen zu Spielern und NPCs.

M:YZ benutzt spezielle W6, wobei es drei Sorten gibt. Gelbe Base Würfel, grüne Skill Würfel und schwarze Gear Würfel. Man kann normale Würfel benutzen, muss dann aber drauf achten, da die Würfel alle unterschiedliche Symbole haben (Gear Würfel haben ein „Kaputt“-Symbol und Base Würfel ein „Biohazard“-Symbol). Die Sechs ist ein Erfolg, bei den Base und Gear Dice hat die Eins ein weiteres Symbol. Diese sind aber nur relevant, wenn man einen Wurf wiederholen will. Dann kann man alle Würfel, die weder ein Erfolg, noch eine Eins zeigen noch einmal würfeln. Für jedes Biohazard-Symbol erhält man dann Schaden auf das jeweilige Attribut UND Mutationspunkte mit denen man seine Mutationen einsetzen kann. Zusätzliche Erfolge können dann für Extras ausgegeben werden. Ausrüstung kann beim Pushen kaputt gehen und man muss sie reparieren oder Ersatz suchen.

Ein weiterer Punkt ist die oben genannte Arche. Diese kann von den Spielern ausgebaut werden. Dazu unternimmt man eben Aktionen (man kann etwa eine Kampfarena bauen oder eine Farm). Alles hat Auswirkungen auf deren Nahrung, Kultur, Technologie und Kriegsführung. Daneben kann man eine Expedition in die Welt um die Arche durchführen. Dies ermöglicht einem Artefakte zu finden (Objekte aus unserer Zeit), neue Leute zu finden, usw. Der Spielleiter bekommt viele Tabellen und Möglichkeiten geboten, die Welt um die Arche zu gestalten. Generell kann man M:YZ eher als Sandbox zu werten, auch wenn es einen Metaplot gibt, den man bespielen kann.

Das Material:

M:YZ bietet auf knapp 280 Seiten ein unglaublich schönes Spiel. Die Abbildungen sind sehr gut und vermitteln gut die Spielwelt und dessen Bewohner. Das Spiel ist auf Englisch und bietet alles um etliche Runden spielen zu können (wenn man den Metaplot nicht jedes mal bespielt). Darüber hinaus gibt es eine Reihe an Ergänzungen, etwa das GenLab Alpha, in dem man dann mutierte Tiere spielen kann. Gut ist auch, dass es alle Sheets (für Charaktere, Arche, usw.) auch als ausfüllbare Formulare und auch einen Charakterbogen in Roll20 gibt. Daneben gibt es dann die Spezialwürfel, diverse Decks für Mutationen, Gefahren, usw. im Handel.


Für wen ist Mutant: Year Zero etwas:

  • Für Spieler und Spielleiter, die Post-Apokalypse und Sandbox mögen
  • Für Leute, die eine Verzahnung von Charakteren und Umwelt mögen
  • Für Spieler, die ein simples und ausgeklügeltes System mögen

Für wen ist Mutant: Year Zero nichts:

  • Für Spieler und Spielleiter, die nichts mit Extraausrüstung und Spezialwürfel anfangen können
  • Für Leute, die umfangreiche Charaktergenerierung wollen
  • Für Spieler, die riesige Fertigkeitenlisten benötigen

Linkliste:

Seite von Mutant: Year Zero

Modiphius bei rpgnow

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3 Gedanken zu “Mutant Year Zero – Spielvorstellung

    • Oh, da habe ich nicht ganz aufgepasst beim Tippen. Bei M:YZ hatte ich aber auch Probleme Negatives zu finden. Liegt aber vielleicht auch daran, dass ich quasi nur Sachen vorstelle, die mir gut gefallen.^^

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  1. Pingback: Mutant Year Zero auf Deutsch wird gekickstartet | Greifenklaue's Blog

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