Conan – Spielbericht „Conan and the Mountain of Doom“

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Mein letzter Bericht zum neuen Conan-Rollenspiel war nicht sehr positiv. Der Hauptkritikpunkt hier war allerdings das beim Schnellstart mitgelieferte Abenteuer, welches nur auf Kampf und Flucht ausgelegt war. Mithilfe der Vorschaukapitel habe ich ein eigenes Abenteuer erstellt und eine Gruppe zusammengetrommelt um einen besseren Eindruck zu bekommen. Normalerweise biete ich ja immer einen reinen Spielbericht, allerdings möchte ich hier auch auf die Regeln eingehen.


Spielleiter:

KyoshiroKami

Spieler:

  • Achim83 als Sheb, Schurke aus Zamora
  • Namenloser als Loreth, Söldner aus Nemedia
  • Syvonex als Athol, Schamane aus Nemedia

Wir haben mit einer kurzen Regeleinführung begonnen, zwei Spieler waren bei meiner letzten Conan-Runde schon dabei und hatten deshalb bereits einen Eindruck. Dann kam die Charaktergenerierung, welche durchaus länger gedauert hat, als ich gedacht hätte. Aufgrund der Fülle an Optionen (man hat die Wahl, ob man Ergebnisse auswürfeln oder selbst entscheiden möchte), haben wir für drei Charaktere etwa zwei Stunden (die Regeleinführung mit dazu gerechnet) gebraucht. Heraus kamen aber gut abgerundete und vielseitige Charaktere mit einer Hintergrundgeschichte und die Spieler hatten eine gute Vorstellung, wer sie waren.

Das Abenteuer begann mit der Reise durch das wilde Afghulistan, denn Sheb hatte im Traum eine Vision eines Kriegerfürsten, welcher mit einem magischen Ring ganze Heerscharen töten konnte. Der Schamane Athol half ihm bei der Deutung des Traumes und auf ihrem Weg trafen sie den Söldner Loreth. Da der Traum von unglaublichen Reichtümern sprach, war dieser auch bereit mitzukommen. Nach unzähligen Tagesritten erreichte die Gruppe ein Wasserloch, an dem ein Nomadenvolk zeltete. Mit Händen und Füßen konnte Sheb ihre guten Absichten erklären, zu ihrem Glück konnte der herannahende Anführer aber ihre Sprache sprechen. Sie wurden gastlich empfangen und konnten vom Kriegsfürsten Murali erfahren, welcher die Region terrorisierte und auch den Vater von Arun, dem jetzt neuen Oberhaupt, im Kampf tötete. Dank von ein wenig Verhandlungsgeschick konnte man sich einen Führer sichern, der die Gruppe am nächsten Morgen in Richtung der letzten Sichtungsstelle des Fürsten bringen sollte. Die Proben zu den einzelnen Aufgaben gingen allen schnell von der Hand und fast alle Fertigkeiten sind selbsterklärend, wodurch der Spielfluss an keiner Stelle aufgehalten wurde, ein großer Pluspunkt für mich.

Die Nacht verlief ruhig und am nächsten, sehr kalten, Morgen zog man los. Alle waren auf der Hut und hielten ständig Ausschau nach möglichen Hinterhalten. Doch bevor Sheb die anderen über die Fußspuren informieren konnte, kam es zu einer Steinlawine und der Weg war versperrt. Der Weg zurück würde sehr lange dauern, doch Sheb wollte erst einmal die Spuren erkunden und kletterte den Hang des Berges hinab. Von einem Vorsprung konnte er eine Person ausmachen, welche scheinbar ein Bandit war. Sheb näherte sich und sein Verhandlungsgeschick ermöglichte ihm sichere Verhandlungen. Es war ein kleines Beobachtungsnest in dem drei Späher von Murali untergekommen waren. Der Schurke konnte alle überzeugen, dass er sich ihnen anschließen wollte und noch Begleiter hatte, welche er im Anschluss holte. Die Banditen hatten im Kampf keine Chance gegen sie und man bezog in der Höhle Stellung, denn der Fürst sollte bald hier vorbei kommen um weitere Teile von Afghulistan zu erobern. Loreth legte sich mit der Armbrust auf die Lauer und Athol und Sheb sollten wieder Lockvogel spielen.

Mit einem kleinen Trupp kam der Kriegsfürst Murali angeritten und Sheb nutzte sein gesamtes Repertoire. Hier kam der erste Fortune Point zum Tragen und sicherte so eine geschickte Täuschung. Auch Athol nutze seine Fertigkeiten und unterstützte den Geheimplan, dass Sheb dem Fürsten den magischen Ring vom Finger entwenden sollte. Beide hatten Glück und sofort schoss der Pfeil aus Loreths Armbrust. Ein Streich mit dem Dolch reichte aus, um Murali den Rest zu geben. Während der Großteil der Banditen Reißaus nahm, blieben zwei Krieger da und Athol musste einen schweren Hieb erleiden. Gemeinsam schaffte die Gruppe es aber siegreich zu sein. Der Kampf war schnell und blutig. Die Regeln haben gut das Conan-Gefühl unterstützt. Einziger Kritikpunkt sind die vielen Bezeichnungen für Stress, Wunden, Heilung, etc. Ich denke, dass dies aber nur zu Beginn ist, denn wenn man sich mit dem Grundprinzip vertraut gemacht hat, geht auch dies schnell. Nach einer kurzen Verschnaufpause versuchte man dann aber heraus zu finden, wo die versprochene Belohnung sein sollte. Der Schamane braute aus seinem alchemistischen Zutaten und dem Blut des Fürsten einen Trank, welchen er verbrannte. Aus dem Feuer kam eine Wolke, welche die letzten Stunden von Murali zeigte und so konnte man den Weg zur geheimen Höhle mit den Schätzen finden. Gemeinsam entdeckte man verschiedene Fallen am Eingang, welche sich schnell entschärfen ließen. Und so fanden die Drei den Weg in eine Höhle voller Schätze. Tonnenweise Goldmünzen, verzierte Waffen, Edelsteine und seltene Objekte türmten sich hier auf. Jeder nahm so viel er konnte und man reiste zurück zum Nomadenstamm, um sich zu bedanken. Die Mühe und Anstrengungen hatten sich für alle gelohnt.


Fazit:

Das Wichtigste zuerst, ich muss meine damalige Aussage revidieren, dass das System nicht Conan-mäßig genug ist. Die Regeln sind schnell, bieten viel Raum für Ideen und seinen eigenen Weg und auch der Kampf fühlt sich gut an. Es gibt eine Reihe von neuen Begriffen und Definitionen, wie in jedem Spiel, aber niemand fühlte sich überfordert, im Gegenteil, man hatte viel Spaß mit seinen Charakteren und deren Fertigkeiten. Einer der Spieler fühlte sich von der Charakterentwicklung etwas verwirrt, mit dem angekündigten Onlinetool zur Charaktergenerierung sollte sich das legen, denn es ist schon von Vorteil alle Optionen vor sich zu haben. Die Charaktergenerierung im Grundregelwerk deckt vieles ab, aber ich denke mit den Ergänzungsbänden zu den einzelnen Regionen und verschiedenen Rollen (Conan der Pirat, Conan der König, etc.) wird das System erst Recht überzeugen. Hat das System Wiederspielwert? Definitiv ja, denn es hat mir unglaublich Spaß gemacht und unterstützt sehr gut meinen Spielstil. Großes Plus auch sind die Gegner und deren Einteilung. Es gibt Minions, Toughened und Nemesis, alle sind unterschiedlich stark und das haben die Spieler auch gemerkt. Auch ist es sehr simpel eigene Gegner zu gestalten, dafür braucht man keine großen Listen oder Sonstiges.

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4 Gedanken zu “Conan – Spielbericht „Conan and the Mountain of Doom“

  1. Pingback: Conan – Neues von der Kickstarter-Front | Würfelabenteurer

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