Würfelgeflüster – Miniaturen, Battlemaps und Co.

Ich glaube hierfür muss ich ein bisschen weiter ausholen und zu meinen absoluten Anfängen gehen. Das erste Mal mit DnD bin ich 2004 in Kontakt gekommen, nämlich mit dem DnD Brettspiel. Damals hatte ich noch keinerlei Ahnung von Rollenspiel oder was DnD eigentlich ist. Aber ich wollte das Brettspiel haben und das habe ich mit meinen Brüdern dann auch fleißig gespielt.

Zum Rollenspiel bin ich dann vier Jahre später gekommen, nämlich mit dem Warhammer 40k-Rollenspiel Schattenjäger. Das Tabletop kannte ich damals auch schon, ich fand es auch faszinierend (Tabletop finde ich generell spannend, aber selber spielen ist nicht so mein Fall), aber hatte es damals noch nicht probiert. Ich hatte mich dann mit einer Vielzahl an Rollenspielen auseinandergesetzt und natürlich auch den frei verfügbaren DnD 4-Regeln und da habe ich schnell gemerkt, dass Kämpfe auf einer Battlemap so gar nicht mein Fall waren.

Eines der größten Probleme, welches ich mit Miniaturenkämpfen habe, sind vermutlich die Einheiten (als die amerikanischen Maße) und der damit für mich zu starken Abstrahierung. Jedes Mal alles ins metrische System umzurechnen ist mir schlicht und ergreifend zu blöd. Und da die meisten Rollenspiele, die ich so spiele, auf Englisch sind, bleibt man entsprechend vom amerikanischen System nicht verschont.

Zum anderen ist die Battlemap ein Problem. Ja, es gibt viele fertige Karten und auch Tools zum Gestalten der Karten, aber gerade als sehr improvisierender Spielleiter kann man nicht auf alle Eventualitäten vorbereitet sein. Ich habe auch schon Karten dann frei Hand in Roll20 gezeichnet, mal mit mehr und mal mit weniger Erfolg. Eine fertige, schön detaillierte Battlemap ist dennoch das optimale, aber eben nicht immer verfügbar.

Mein größtes Problem aber, bzw. was ich mich einfach am meisten bis jetzt gestört hat, ist die Verarmung des Erzählens und der Vorstellung. Ich sehe wohin jemand geht und was er macht. Leider neigen viele Spieler dann, kaum noch zu beschreiben was sie tun. Sie sagen nur, wohin sie sich begeben und was für eine Aktion sie tun. Wenn man aber alles im Kopf macht, dann muss der Spieler schon mehr machen. Natürlich gibt es immer Positiv- und Negativbeispiele, gar keine Frage. Aber oftmals machen sich die Leute es dann einfach, wenn sie Bildmaterial haben.

Jetzt habe ich so viel Negatives gesagt, jetzt muss ich auch mal die andere Seite zeigen. Und da beginne ich mit Fragged Empire, einem SciFi-RPG welches zwei Kampfsysteme anbietet. Nachdem ich die ausführlichen Listen der Waffen gesehen habe war ich sofort der Meinung, dass ich das zweite System, das „Theatre of Minds“ nutzen möchte. Also habe ich mir die Regeln dazu angeguckt. Fragged Empire ist leider didaktisch nicht optimal aufgebaut, aber die ToM-Regeln sind kurz und knackig abgebildet. Nun, diese Kampfregeln sind leider sehr knapp und abstrahieren so weit, dass viele Dinge (HP der Gegner, Waffeneigenschaften, usw.) kaum eine Rolle spielen oder eben nur Nuancen sind. Die ToM-Regeln sind nicht schlecht, aber eben eher was für Leute, die persönlichen Kampf keine große Rolle zusprechen. Also musste ich mich zwangsläufig mit den Battlemap-Regeln von Fragged Empire beschäftigen und war hellauf begeistert.

Was macht Fragged Empire jetzt so anders? Nun, das Wichtigste für mich waren die Einheiten. Egal welche Einheit ein Feld hat (Zoll, Inches, cm, usw.), ein Feld entspricht zwei Meter in der Welt. Und dazu kommt dann, dass Waffenentfernungen und auch Laufreichweite, alles in Feldern gezählt werden. Und ab da war der Knoten bei mir geplatzt. Ich muss nicht mit einem Lineal oder so abmessen, ich brauche das Entfernungstool von Roll20 nicht, ich muss nur Kästchen zählen. Dazu kommen dann die vielfältigen Möglichkeiten der Charaktere und der Waffenoptionen und schon hat man mich überzeugt, dass Miniaturenkampf richtig Spaß machen kann.

Unsere Fragged Empire-Runde war klasse und der Kampf ging so flüssig wie jede andere Runde sonst auch. Und nach der Ankündigung des Machers, dass er die Regeln jetzt auch noch in andere Settings packt (Piraten, viktorianisches Setting und Fantasy) macht mich hellauf begeistert.


Fazit:

Ich bin eines besseren belehrt worden und sehe ein, dass man, auch wenn man etwas sonst ablehnt und nicht mag, trotzdem dem Ganzen nicht abgeneigt sein sollte. Denn nur so kann man positiv überrascht werden und etwas tolles Neues entdecken. Ich werde kein begeisterter Anhänger und viele meiner Runden werden weiterhin Kopfkino bleiben, aber ich habe mein Go-To-System für Miniaturenkampf gefunden. 🙂

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2 Gedanken zu “Würfelgeflüster – Miniaturen, Battlemaps und Co.

  1. DnD4 arbeitet aber auch Mut Kästchen, was ich großartig finde (DnD5 macht da wieder einen Rückschritt).
    Mich wundert, wenn du Felder nicht magst, was hältst du denn von dem abstrakten System StarWars/Warhammer3 von FFG?

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    • Grundsätzlich mit Feldern habe ich nicht das Problem, es geht eher darum, wenn es zu kleinteilig wird bzw. wenn ich eben mit Maßzahlen arbeiten muss.
      @Star Wars/Warhammer: Ich liebe die Star Wars-RPGs von FFG. Ich habe eine aktive Runde mit Force and Destiny und das funktioniert wirklich gut. Normalerweise spiele ich eben auch eher Spiele mit abstrakten Kampfsystemen. Aber mein Interesse an Miniaturenkampf ist jetzt dann doch geweckt. 🙂

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