Würfelgeflüster – Spielermotivation, Charakterentwicklung und Spielereinbindung

Es kann durchaus schwierig sein es allen Spielern Recht zu machen. Die einen wollen seichte Unterhaltung, die anderen tiefgreifendes Charakterspiel und die anderen wollen einfach als einsamer Wolf ihr Ding durchziehen. So etwas darf ein Spielleiter jonglieren und die einzelnen Spielertypen sollten vor einer gemeinsamen Kampagne sondiert werden. Ich habe das Glück, dass bei meinen derzeitigen festen Runden eine gute Mischung herrscht und die Spieler ihren Charakter durchaus ernst nehmen.


Ein Schmankerl für viele Spieler ist das Aufgreifen ihrer Spielermotivationen und Einbau ihrer Hintergrundgeschichte in die Kampagne. Hierfür müssen die Spieler aber eben auch solche Dinge besitzen und auch noch nach der ersten Session kennen. Wann, wie viel und was dann genau einfließt ist immer Sache des Spielleiters und ich muss zugeben, dass ich mich damit früher sehr schwer getan habe. Das hat sich geändert, als ich mir die Serie Titansgrave mit Will Wheaton angeguckt habe. Hier sind Elemente und Geheimnisse der Spieler schon sehr früh zum Tragen gekommen und die Reaktionen der Spieler haben mir deutlich gezeigt wie gut dosierte Ereignisse einen mächtigen Einfluss haben.

Genau dies habe ich jetzt in meiner jüngsten Runde auch getan. Wir spielen DnD5 in der Welt von Splittermond und in unserer zweiten Session haben gleich zwei meiner Spieler solche Momente gehabt. Zum einen unser Fleckengnom, der auf der Suche nach der Geschichte der Gnome ist und unsere Schwertalbin, die bei der Geburt von einem Geist gerettet wurde und dieser hattespäter eine Gegenleistung eingefordert, weshalb sie jetzt unterwegs ist. Die Spieler waren in einer Feenwelt unterwegs und halfen dabei einen Vertrag zwischen einer Feenfürstin und den Leuten aus dem Geisterwald zu erneuern. Dabei bekam die Albin mehr oder weniger kryptische Hinweise auf ihren „Geist“ (eigentlich auch ein Feenfürst) und der Gnom fand jede Menge Hinweise zu den Gnomen (auf die ich später aufbaue). Beide Spieler waren sofort Feuer und Flamme und wollen mehr herausfinden. Und genau dies wird in den kommenden Sitzungen folgen. Die anderen Spieler kriegen natürlich auch ihren Spotlight, denn jeder sollte mal an der Reihe sein. Und was gibt es Schöneres als einem einsiedlerischen Druiden, der jetzt das Leben kennen lernen und genießen will, mal andere Seiten zu zeigen? (*hust* Bordell *hust* Saufgelage *hust*)

Die wilden Dankesbekundungen auch noch den Tag danach zeigen, dass ich den richtigen Weg mit der Runde gehe. Und genau so wird es mit meiner Coriolis-Runde, die am Donnerstag abhebt, sein. Ich habe diverse Hintergrundelemente, die gute Storyaufhänger liefern und manchmal muss man es sich gar nicht so kompliziert machen und umfangreiche Abenteuer planen (davon bin ich ja eh nicht so der Freund), manchmal machen die Spieler viel mehr aus Kleinigkeiten, die man als SL vielleicht gar nicht so stark beachtet hat.

Natürlich ist diese Art des Spielleitens nicht für jeden etwas und ich kenne genug Spieler, denen ihr Hintergrund nicht so wichtig ist. Ich persönlich finde es deutlich besser für meine Arbeit als SL, wenn mir jemand was an die Hand gibt.


Fazit:

Wieder einmal eine gute (diesmal feste) Runde gehabt, die mich sehr motiviert weiter fleißig dran zu arbeiten und mich als SL zu verbessern.

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