Würfelgeflüster – Hausregeln, Hacking und Reskins

Es gibt viele verschiedene Wege eigene Inhalte zu kreieren und es ist möglich dadurch sehr unterschiedliche Ergebnisse zu erreichen. Ich möchte ein wenig mehr auf die Möglichkeiten eingehen und auch meine eigenen Ideen und Gedanken für mögliche Hacks vorstellen. Gerade für Leute, die sich noch nicht schlüssig sind wie sie bestimmte Ideen umsetzen wollen, sollte dies den einen oder anderen Denkanstoß geben.


Nicht immer werden alle Wünsche und Inhalte in einem Rollenspiel geboten, egal ob bestimmte Spezies, Klassen oder Elemente. Aus diesem Grund gibt es viele Rollenspieler, die sich diese Inhalte selbst bauen. Das einfachste ist der Reskin von bestehendem Material. Bestes Beispiel in meinen Runden ist der Wunsch einer Spielerin, eine Kitsune in Splittermond zu spielen. Wir benutzen DnD5 und es gibt in den verschiedensten DnD-Versionen bereits den Changeling, der im Großen und Ganzen genau das abdeckt, was die Kitsune haben soll. Also war es ein Leichtes hier ihren Wünschen nachzukommen.

Hausregeln sind ein etwas anderes Thema, aber passen genau hier hinein, denn über Hausregeln werden die individuellen Wünsche und Ansprüche einer Gruppe erfüllt. Die Verwendung von optionalen Regeln eines Spiels kann aber auch dazu gehören. Das Wichtigste ist, dass all diese Dinge mit der Gruppe besprochen werden, denn es gibt genug Leute, die ein Spiel „by the book“ spielen wollen.

Mein Projekt „Weihnachtliche Fantasy“ ist eine solche Mischung aus Reskins, Eigenbau und Hausregeln. Teile der Abstammungen (Spezies) und Pfade (Klassen) sind Reskins, viele andere Elemente habe ich selbst mit Shadow of the Demon Lord umgesetzt. Gerade der steigende Schwierigkeitsgrad macht es einfach für SotDL eigene Inhalte zu bauen, da etwa ein Pfad aus ein paar zusätzlichen Statveränderungen und ein oder zwei Talenten besteht. Das ermöglicht nach und nach die Inhalte zu erstellen und dennoch gleichzeitig schon Spieltests zu machen.

Ein Hack wiederum ist die Nutzung von Mechanismen bzw. einem Regelsystem für eigene Dinge. Dungeon World ist etwa ein Hack von Apocalypse World aus dem eine ganze Reihe an Spielen entstanden ist und immer noch entsteht. Einen Hack zu erstellen kann etwas leichter sein, als alles grundsätzlich selbst zu designen und zu schreiben. Gerade wenn ein System ein sehr eingängiges Regelwerk hat wird es gerne genutzt, wie eben die AW-Engine, The Black Hack oder Blades in the Dark zeigen. Sie ermöglichen einem den Schwerpunkt auf die Spielwelt zu legen und sich weniger Gedanken um die Regeln zu machen, als es eben mit ein komplett eigenes System wäre.

Ich selbst habe auch schon diverse Systeme gehackt mit mehr oder weniger Erfolg. Mein Crossover von Blades in the Dark und Beyond the Wall funktioniert, ist aber unvollständig, da gewisse Dinge nicht passen. Die Umsetzung von Borderlands mit dem PbtA-Spiel City of Mist dagegen war ein großer Erfolg und meine Spielrunde hatte viel Spaß, gerade im Hinblick, dass Borderlands mehr zu bieten hat als nur kämpfen und das ließ sich gut machen. Die Idee Warhammer 40k mit SotDL zu bauen verlief eher im Sande, da ich gemerkt habe, dass mein Interesse an WH40k derzeit eher gering ist. Im neuen Jahr will ich mich noch mehr mit dem Thema Hacking auseinandersetzen, denn gerade zum Ende habe ich einige tolle Systeme gefunden mit denen ich arbeiten will.

Womit will ich mich im Laufe des Jahres beschäftigen?

Caphernaüm

Ein Spiel für epische Helden, welches im kommenden Jahr sowohl auf Französisch und auf Englisch erscheint. Neben einem pulpigen Spiel wie Hollow Earth Expedition oder Achtung! Chtulhu will ich das Ganze ins Weltall bringen. Es soll kein Star Wars werden (obwohl das System in meinen Augen dafür mehr als gut geeignet wäre), aber es soll in eine ähnliche Richtung gehen.

Murders & Acquisitions

Ich habe es mehrfach erwähnt, es erinnert mich an Savage Worlds, und ich denke es ist SW überlegen. Ich will sehen, ob ich Recht damit habe und mir ein SW-Setting nehmen und es mit M&A umsetzen. Wenn das passt, dann baue ich vll eine Art GRW damit.

Coriolis

Diese Idee ist noch seeeehr vage, aber Coriolis eignet sich perfekt um ein Piratensetting zu bauen. Alles Nötige existiert bereits (Regeln für Schiffe, Raumkampf, usw.) und die Archetypen (Concepts) sind leicht selbst zu gestalten.


Fazit:

Das Kreieren von eigenen Inhalten ist eine tolle Sache und macht sehr viel Spaß. Wer sich ein wenig umschaut findet schnell viele Ideen und Möglichkeiten seine Visionen umzusetzen. Genau aus dem Grund rate ich immer schön Neues auszuprobieren, man weiß nie, ob man nicht in irgendeinem System genau das findet, was man schon immer gesucht hat.

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