Würfelgeflüster – Erfahrungspunkte, Rollenspiel und Spielspaß

Wenn man als Spielleiter seine Spieler betrachtet finden sich viele unterschiedliche Spielertypen darunter. Seien es die Charakterspieler, Minmaxer oder Wargamer. Alle haben ihre Eigenheiten und manchmal führen diese Unterschiede auch zu Problemen, da die Ansichten, was Spaß macht, sehr auseinander gehen können.


Ich spiele ja wirklich viele Runden, meist sind es Spontanrunde, einfach um ein System auszuprobieren. Dabei habe ich schon viele Spieler kennen gelernt. Was ich durch meine lange Zeit als Spielleiter gelernt habe ist, dass es wirklich wenige richtige Rollenspieler gibt. Als jene, die in ihre Rolle schlüpfen, diese verkörpern und damit auch etwas zur Atmosphäre beisteuern. Ich habe das Glück, dass eine meiner Runden komplett aus solchen Spielern besteht und ich rein theoretisch nicht einmal einen großen Plot für ein Abenteuer brauche, denn viele Inhalte steuern die Spieler selbst durch ihre Unterhaltungen und unterschiedlichen Ansichten bei. Um ehrlich zu sein ist so etwas ein richtiger Segen, denn oftmals ist genau das Gegenteil der Fall. Ich habe schon viele Spieler erlebt, die Rollenspiel wie ein Videospiel ansehen, wo es immer etwas zu tun geben muss, jede Herausforderung und Aufgabe muss schlicht gelöst oder besiegt werden. Der Weg ist egal und wird gar nicht betrachtet. Das ist schade, aber Rollenspiele sind für einige auch einfach nur Konsumware. Der tollste Plot, die größte Mühe ist so einfach hinfällig, denn die Spieler wollen nur fertig sein und ihre Belohnungen kriegen.

Erfahrungspunkte gibt es leider in vielen Systemen nur für Kämpfe und deshalb suchen viele Spieler die Konfrontation. Ich mag eher Systeme, die einen anderen Weg bestreiten und die Spieler dazu zu motivieren auch mal aus sich herauszukommen. Das Cypher-System etwa, gibt explizit keine XP für Kämpfe, da der Fokus aus Entdeckungen liegt. Coriolis belohnt die Spieler, wenn sie auch ihre Schwächen nutzen und auch Blades in the Dark erfordert Rollenspiel. Viel zu wenig wird das genutzt und das ist schade.

Für mich als Spielleiter bleibt dann oft der Spielspaß aus. Wenn Teile der Spieler dann trotzdem ihren Spaß hatten, denn sie konnten ja Sachen töten und haben Loot bekommen, dann muss man sich überlegen, ob das so sinnvoll ist. Gerade mit dem Blick darauf, dass diese Spieler nichtmal eine Rolle eingenommen haben, sondern es egal ist, ob sie Männlein, Weiblein oder Amöbe darstellen sollten. Mit all solchen Sorgen muss man sich als SL beschäftigen und die Balance finden.

Da muss ich mir aber wiederum eben andere Spieler loben, die nach einer Session Feedback geben und auch darum bitten, dass jene Spieler, die in einer Runde kein großes Spotlight hatten in der nächsten Session mehr Beachtung finden. Solch ein gute Wahrnehmung und Haltung finde ich bemerkenswert. Ja, es sollen alle Spaß haben und in meinen Sessions hat jeder mal seinen Scheinwerfermoment und kann mit seinen Fertigkeiten glänzen. Wenn sie denn ihre Fertigkeiten kennen und wissen wo sie diese auf dem Charakterbogen zu stehen haben.


Fazit:

Ach du liebe Güte, ich sehe ich schwanke sehr zwischen Freude und Rant. Meine Runden laufen derzeit wohl sehr unterschiedlich. Eventuell gibt es auch bald ein paar Änderungen, damit die Freude doch deutlich überwiegt und ich Motivation habe mich intensiv um meine Spieler kümmern zu können.

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