Würfelgeflüster – Balancing, Powergaming und Rollenspiel

Eine Herausforderung für Spielleiter kann die richtige Balance der Herausforderungen und Gegner für die Spielergruppe sein. Aber auch an anderen Stellen kann es Probleme gehen, besonders wenn Systeme es erlauben seinen Charakter sehr zu optimieren und so das Gefüge der Gruppe herausgehebelt wird. Hier müssen Spielleiter und die Spieler gemeinsam dafür sorgen, dass jeder Spaß hat.


Es gibt Spiele wie DnD5 oder SotDL, die sehr explizit angeben, wie Gegner und Herausforderungen für die Spieler aussehen sollen. Und gerade diese beiden Spiele schlüsseln das auf in leichte, mittlere, schwierige und tödliche Encounter. Meine Erfahrungen mit diesen Hilfen sind durchweg gut und haben für tolle Spielerlebnisse gesorgt. Leider gibt es andere Spiele und Systeme in denen nur eine vage Einteilung vorgenommen wird. So sind in Star Wars Force and Destiny selbst Nemesis kaum eine Herausforderung für meine Charaktere und auch das WH40k-Rollenspiel Schattenjäger hatte diese Probleme. Hier muss der Spielleiter doch etwas mehr Arbeit hineinstecken um ein entsprechendes Erlebnis zu schaffen.

Aber genau bei diesen eben beschriebenen Systemen gibt es doch beachtliche Probleme, denn die einzelnen Wahlmöglichkeiten sind nicht sonderlich ausbalanciert. Wer etwa in Schattenjäger sehr auf die Optimierung seines Charakters geht, der kann unglaubliche Mengen an Schaden austeilen. Die Konsequenz ist, dass der Spielleiter deutlich mehr und stärkere Gegner nutzen muss. Wer nicht so optimiert, der kann dann aber eben nicht gegen die Gegner vorgehen und der Spaß bleibt dann auf der Strecke. In Force and Destiny ist es ähnlich, ich habe zum Spaß mal einen Heiler gemacht und musste feststellen, dass der Talentbaum des Healers mehrere Talente mit unterschiedlichem Namen aber gleichen Effekt hat. Will man dann noch anderes zum Team beitragen, dann muss man eben andere Spezialisierungen nutzen. Hier kann man sich also leicht verrennen.

Auch muss man immer beachten, ob man Talente, Spezialisierungen oder Ähnliches will, weil sie nützlich sind oder weil sie zum Charakterkonzept gehören. Ich habe bis jetzt nur in den seltensten Fällen erlebt, dass ein Spieler komme was wolle seinen Charakter seinem Konzept treu gebaut hat und dann genau so gespielt hat, egal was das für seine Nützlichkeit in der Gruppe bedeuten würde. Das kann zum einen natürlich grandios für das Rollenspiel sein, aber auch andere Konflikte mit sich bringen (z.B. der absolut kampfunfähige Charakter in einer eher kampforientierten Gruppe).

Generell bin ich eher der Freund von Systemen in denen man seinen Charakter nicht zu sehr optimieren kann und die Charaktere breiter gefächert sind. Modiphius macht es mit seiner 2D20-Engine vor. Die Charaktergenerierung geschieht über ein Lifepath-System und die Charaktere erhalten verschiedene Fertigkeiten und Talente, bewegen sich dennoch in bestimmten Bahnen.


Fazit:

Eine Vielzahl von Spielen und Systemen sind nicht balanced und stellen so Spieler und Spielleiter vor Herausforderungen. Hier die richtige Mischung zu finden und so allen Beteiligten den gewünschten Spaß zu bringen kann schwierig sein, aber es lohnt sich.

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Ein Gedanke zu “Würfelgeflüster – Balancing, Powergaming und Rollenspiel

  1. Ja, dieses Balacingproblem kenne ich auch: Einerseits will man es nicht übertreiben, andererseits hauen optimierte Charaktere viele Gegner einfach so in die Tasche. Viele Systeme machen es einem aber auch echt einfach, einen sehr kampfstarken Charakter zu bauen. Ich habe das Problem gerade bei Vampire: The Requiem, wo nur eine Hausregel, die Disziplinen deckelt, verhindert, dass ein SC ein gänzlich übermächtiges Kampfmonster wird. Konfrontation die noch herausfordernd sind, werden da ganz schnell high stack und unmachbar/potentiell vernichtend für jeden der nicht so optimiert ist. Außerdem muss man aufpassen, dass die SC ihre Umwelt noch ernstnehmen, wenn sie doch grundsätzlich die Hälfte verprügeln könnte.
    Lange Rede, kurzer Sinn: Ich stimme dir voll zu, dass viele Spiele ein Problem mit Balancing haben, von beiden Seiten her, SC und Gegner.

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