Microscope – Spielvorstellung

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Ich möchte mich mal einem völlig anderen Rollenspiel widmen. In Microscope bereist man nicht mit seinem Charakter eine vordefinierte Welt, sondern man kreiert und erlebt eine Welt, die man gemeinsam kreiert. Gerade für Leute, die gerne mal gemeinsam ein eigenes Setting bauen wollen ist Microscope ein heißer Tipp.


Das Prinzip:

Das wichtigste zuerst, es gibt in Microscope keinen Spielleiter. Im Laufe des Spiels erhält jeder mal die Zügel in die Hand und hat dann freie Entscheidung. Es gibt Mechanismen, damit alles im Rahmen bleibt und jeder auf einem gemeinsamen Nenner ist, aber wer an der Reihe ist, der bestimmt den Ton. Es werden keine Würfel benötigt, nur Stifte und Karteikarten.

Zu Beginn des Spiels wird das „Big Picture“ definiert. Das ist das Thema der Runde und sollte möglichst weitumfassend sein, z.B. „Der Aufstieg und Fall eines Imperiums“. Im Anschluss werden die „Bookends“ kreiert, also der Anfang und das Ende. Die Geschichte wird in Perioden eingeteilt, also sehr große Zeitabschnitte und hier zu Beginn werden die Start- und Endperiode erstellt.

Im Anschluss folgt die Palette. Jeder Spieler darf Elemente auf die Ja- und die Nein-Liste setzen. Du willst, dass etwas überhaupt nicht vorkommt? Dann kommt das auf die Nein-Liste, z.B. Drachen, Elfen oder Aliens. Auf die andere Liste kommen Sachen mit denen man einverstanden ist. Es müssen nicht alle Elemente genutzt werden, aber sie dienen dazu das Feld erstmal abzustecken. Im Anschluss geht man die Listen durch und schaut, dass alle damit einverstanden sind und formuliert vielleicht noch Elemente um.

Jetzt geht es ans Spielen. Es geht jetzt reihum und jeder darf Elemente hinzufügen. Jeder hat die Wahl eine Periode, ein Event oder eine Szene hinzufügen. Dabei ist der Fokus immer kleiner. Man kann nur Szenen in Events hinzufügen, die schon existieren und Events können nur in bestehenden Perioden eingefügt werden. Man kann in den Zeiten problemlos springen, aber der Ausgang ist immer bekannt, man kann hier keine Ereignisse rückgängig machen.

Richtig gespielt wird in Szenen, hierzu wird eine Frage vom Ersteller gestellt und er definiert, welche Charaktere definitiv da sein müssen und welche nicht gespielt werden. Dann geht es reihum und jeder entscheidet sich für einen Charakter. Es werden die Gedanken der Charaktere genannt und dann wird die Szene im Freestyle ausgespielt. Wenn die Frage geklärt ist, dann endet die Szene. Man kann auch Szenen forcieren und alleiniger Bestimmer der Szene sein. Ansonsten liegt es an den Spielern, wie die Szene sich entwickelt.

Ein klares Ende gibt es bei Microscope nicht. Man kann immer wieder neue Perioden, Events und Szenen hinzufügen und so die Welt weiter mit Details ausschmücken.

Gemeinsamer Settingbau:

Microscope eignet sich exzellent dafür ein eigenes Setting für eine Rollenspielrunde zu erstellen. Jeder hat die Möglichkeit eigene Ideen einzubringen und wenn man ins Spiel einsteigt weiß jeder Spieler wie die Geschichte sich entwickelt hat, man muss sich keine lange Geschichte durchlesen, man war dabei! Außerdem kennen alle am Tisch dann die Ausgangssituation und kann wesentlich besser eintauchen.

Das Supplement Microscope Explorer widmet sich in einem Kapitel dem Thema genauer. Es reicht aber auch das eigentliche Grundspiel, um sein Setting selbst zu bauen, da sich nichts groß ändert. Wer den Fokus auf andere Elemente legen will, etwa einer einzelnen Stadt, einer Familie oder alternativer Zeitlinien, der sollte sich Microscope Explorer mal genauer ansehen.


Für wen ist Microscope etwas:

  • Für Spieler und Spielleiter, die ihr eigenes Setting erstellen wollen
  • Für Leute, die freie Hand haben wollen
  • Für Spieler, die auf Freiform-RPG stehen

Für wen ist Microscope nichts:

  • Für Spieler und Spielleiter, die nicht gerne kreativ sind
  • Für Leute, die nichts aus der Hand geben wollen
  • Für Spieler, die definierte Charaktere und Würfel wollen

Linkliste:

Seite von Microscope

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