DSA5 – Fazit „Hexenreigen“

Man mag es glauben oder nicht, aber ich habe mal DSA gespielt. Zusammen mit drei Spielern, die teilweise ebenfalls keine DSA-Erfahrung haben wir uns an das Heldenwerk „Hexenreigen“ gemacht. Aus der Runde haben wir viele wichtige Erkenntnisse gewonnen.


Wer mich gut kennt, der weiß von meiner Ablehnung gegenüber DSA. Nichtsdestotrotz hatte ich durchaus Spaß bei der Runde, was aber vor allem an meiner Gruppe lag, bei der ich mich für diese Erfahrung bedanken möchte. Mein Verhältnis bleibt weiterhin gespalten, der Grundstock an Regeln ist vom Umfang her in Ordnung, aber der Aufwand ist in meinen Augen immer noch nicht gerechtfertigt. Ich hatte mir verschiedene Abenteuer angeguckt und bin dann letztlich bei dem Heldenwerk gelandet, weil es in der Zeit machbar klang. Wir haben die Zeit auch gut gefüllt bekommen, grundsätzlich gefiel mir der Umfang und die Inhalte, da man eine Art Mini-Sandbox geliefert bekommt und als SL viele Freiheiten hat (was ja nicht so häufig bei DSA vorkommen soll).

Was in meinen Augen aber nicht geht ist der Aufwand als SL. Denn neben dem Studium des Regelwerks, der Vorbereitung des Abenteuers muss man den Almanach studiert haben und noch mehr Infos einholen. Im Abenteuer selbst bekommt man zu nichts Hintergrundinformationen, sondern muss selbst alles wissen oder dann vielleicht sogar während der Sitzung nachschlagen. Das nervt absolut. Ein „schneller“ Einstieg ist da nicht möglich, wie in anderen Systemen. Der Schnellstarter gibt ja auch keine Hintergründe und Informationen, sodass man, bei Interesse an DSA, gleich das Komplettpaket mit Intensivstudium braucht. Das Grundregelwerk ist an sich selbst für den Schnellstart nötig, denn die Vorteile und Sonderfertigkeiten sind ja auch nicht erklärt. Jetzt gibt es zwar die Wiki, damals als ich den Schnellstart gelesen habe, gab es die aber noch nicht. So bestätigt sich für mich, dass DSA nie im Leben ein einsteigerfreundliches System ist. Ob ich groß etwas Weiteres mit DSA anfangen werde ist auch fraglich. Mit der Gruppe sicherlich, denn deren lockere Einstellung sagte mir zu, da habe ich schon anderes aus der DSA-Community erlebt.

Die Regelwiki ist definitiv hilfreich gewesen, auch erspart es einem alle Werke zu kaufen, nur um an Professionen oder Zauber ran zu kommen. Vielleicht kommt ja auch irgendwann mal eine Hilfe für den Charakterbau, wir hatten jetzt mit fertigen Charakteren gespielt, denn für mal eben ein paar Charaktere bauen reichte die Zeit nicht.

Grundsätzlich fand ich die Runde gut, der Aufwand und der Regelumfang ist mir aber zu groß für bäuerliche Abenteuer, denn selbst auf dem Heldengrad „Erfahren“ waren die Helden doch sehr schwach. Dann kann ich auch zu Zweihänder greifen und erlebe mehr. Meine Spieler sind auch dieser Meinung, die Welt ist interessant, aber das Regelwerk gesamt ist doch sehr zeitaufwändig.

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3 Gedanken zu “DSA5 – Fazit „Hexenreigen“

  1. Pingback: Aus dem Limbus: Eine Frage der Demokratie | Nandurion

  2. Nach meiner Auffassung haben die DSA-Regeln den Zweck die Spielwelt und v.a. die Charaktere zu „individualisieren“. Das heißt: Die Regeln sind das Mittel mit dem das Spiel „Color“ produziert. Dadurch wird Stimmungsspiel (was ein Großteil der DSA-Leser- und Spielerschaft mag) ganz gut unterstützt. Leute, die auf anderem Wege Color erzeugen, fahren i.d.R. mit anderen Spielen besser.

    Zum Theorie-Begriff Color:
    http://rpgtheoryreview.blogspot.com/2007/04/lesson-color.html?m=0

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