Unbound RPG – Spielvorstellung

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Mit dem Unbound RPG habe ich eine sehr wechselhafte Beziehung gehabt. Ich war vom Kickstarter total begeistert, beim ersten Lesen der Regeln hatte ich das Interesse verloren. Jetzt habe ich mich nochmal sehr intensiv mit dem Werk beschäftigt und bin doch zu einem positiven Schluss gekommen und möchte euch das Ganze mal vorstellen.


Die Welt:

Gleich vorneweg, Unbound hat kein Setting und keine Welt. All dies kann man frei und beliebig wählen, was mir sehr gut gefällt. Man kann mit dem System Fantasyreiche bereisen, SciFi-Welten erkunden oder auch in der Moderne spielen. Wichtig ist, dass die Spieler direkt eine Gruppe verkörpern und von Anfang an so agieren. Dazu gibt es verschiedene „Cores“, etwa die Devout, also Fromme, „Magi“, also Magier oder „Warrior“, also Krieger. Wie genau die Charaktere darin aussehen, legt man dann über die Rollen fest. Es gibt für jede Rolle Hilfen, was sie in den verschiedenen „Cores“ darstellen könnte. So könnte man trotzdem einen Brawler bei den Magiern spielen, etwa einen gestaltwandelnden Alchemisten oder ein magisches Experiment (Frankenstein, ein Golem oder so).

Das System:

Die Grundmechanik in Unbound stellte für mich eines der Probleme dar, alles wird über Spielkarten gemacht. Denn jeder Spieler und auch der SL braucht ein eigenes Kartendeck. Will man den Ausgang von etwas wissen, dann zieht jeder Spieler eine Karte und der SL ebenfalls, die höhere Karte (Ass ist der kleinste Wert bis hoch zum König) gewinnt. Hat man eine Bildkarte (Bude, Dame oder König) gezogen, kann man Boosts einsetzen, die man durch seine Rolle bekommt. Außerdem besitzt man Proficiencies mit einem Wert, zieht man eine Karte unter diesem Wert, dann wird diese als 10 gewertet.

Neben den oben genannten „Cores“ und „Roles“ bekommt jeder Charakter noch einen „Trait“, der ihn weiter individualisiert. Diese „Traits“ können z.B. Auren, dreckige Tricks oder Begleiter sein. Jeder Charakter bekommt ein Fundament, quasi wie ein Aspekt bei Fate, der wie eine Proficiency funktioniert und mehr Hintergrund liefert. Spieler erstellen außerdem für sich und ihre Mitspieler sogenannte „Fates“, welche ein wenig vorgeben, was so passieren wird. Ein Beispiel wäre: „Ich werde gefangen genommen und muss mich befreien.“ Passiert dies, dann erhält man Erfahrung und kann sich neue Dinge aussuchen.

Der Kampf funktioniert sehr frei und läuft in Zonen ab, Karten dienen dabei als Ausdauer. Hat man keine Ausdauer mehr, dann werden Karten direkt vom Deck in die Ablage gepackt. Man hat verschiedene Aktionen, die man im Voraus ankündigen muss und dann abarbeitet. Man muss also schon ein wenig planen. Es gibt eine ganze Reihe an NPC im Buch, allerdings keine Anleitung zum selberbauen, man kann die Gegner aber schnell reskinnen und das wird auch befürwortet.

Grundsätzlich ist Unbound ein schönes, sehr schnelles Spiel. Die Grundlagen sind leicht verständlich, allerdings ist gerade das mit den Karten für mich als SL, der fast nur online spielt, schon ein Problem. Auch die Tatsache, dass bei gewissen Dingen, etwa dem Erfüllen von Fates auf die Karten geschrieben werden soll (es gibt Boni wenn man die Karte dann mal wieder zieht), schon ein wenig abschreckend. Im Regelwerk gibt es dafür Hilfen (Man kann Kartenhüllen verwenden und mit Notizzetteln arbeiten) und Alternativen (die jeweilige Karte wird auf einem Zettel notiert). Trotzdem ist es schon etwas umständlich und aufwendig. Ich denke, dass Unbound sehr speziell ist und für viele nicht das geeignetste System ist, wer aber auf das Spielen einer festen Einheit steht und auch etwas auf Metagaming, der kommt hier voll auf seine Kosten.

Das Material:

Unbound ist auf Englisch und vollfarbig, die Abbildungen sind sehr stimmig und die Farbwahl gefällt mir gut. Ich bin mit dem Layout aber nicht ganz so zufrieden, ich finde die Schrift ist etwas zu klein gewählt und die Beispiele könnten besser hervorgehoben werden (sind eine Nummer größer und kursiv). Zudem gibt es schon ein Supplement für Cyberpunk mit einem neuen Core und neuen Traits, sowie ein Supplement für Urban Horror.


Für wen ist Unbound etwas?

  • Für Spieler und Spielleiter, die auf Metagaming stehen
  • Für Leute, die direkt als eine Einheit spielen wollen
  • Für Spieler, die auf Karten stehen

Für wen ist Unbound nichts?

  • Für Spieler und Spielleiter, die einfach nur Würfeln wollen
  • Für Leute, die alles dem Zufall überlassen wollen
  • Für Spieler, die lieber den Spielleiter machen lassen

Linkliste:

Kickstarter zu Unbound

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2 Gedanken zu “Unbound RPG – Spielvorstellung

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