Human(ish) – Spielvorstellung

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Ich bin gerade dabei mal wieder ein paar ältere Sachen auszugraben, so wie hier. Der Kickstarter von human(ish) ist schon zwei Jahre her, aber jetzt habe ich mich endlich mal damit in Ruhe beschäftigt. Auf Basis des Faserip-Systems wurde hier von Arion Games ein modernes Supernatural Horror-Spiel kreiert.


Die Welt:

Human(ish) spielt in unserer Moderne, allerdings natürlich mit dem Zusatz, dass es allerlei übernatürliche Wesen gibt. Das Buch definiert kurz und knapp die verschiedenen Wesen der Dunkelheit und auch die jeweiligen Haltungen untereinander. Jemand, der einen Vampir spielen will, kann schnell nachlesen, was Vampire über Feenwesen oder Geister denken. Einige Elemente sind fest geschrieben, etwa wie es mit dem Bluttrinken aussieht und wie ein neuer Vampir entsteht, andere Sachen kann man freier wählen, etwa ob man als Vampir von heiligen Symbolen affektiert ist oder ob man ein Haus nur nach Aufforderung betreten kann. Somit hat man ein wenig Freiheit, es bekommen aber dennoch alle schnell ein Bild wie die Wesen in human(ish) ticken.

Das System:

Human(ish) basiert auf dem Faserip-System, dies ist ein Akronym für die Attribute Fighting, Agility, Strength, Endurance, Reasoning, Intuition und Psyche. Die Attribute, aber auch Waffen, Gegenstände und Fertigkeiten bekommen einen Deskriptor/Rang, von Zero bis Phenomenal. Bei Proben würfelt man einen W100 und schaut in einer Tabelle in der zugehörigen Spalte. Es gibt vier mögliche Ergebnisse: Weiß bedeutet einen Fehlschlag, Bronze ist ein knapper Erfolg, Silber ein normaler Erfolg und Gold ein vollkommener Erfolg, meist mit Zusatzeffekt. Es gibt Modifikatoren und Umstände, die den Rank verschieben, sowohl in positiver als auch in negativer Weise. Das Prinzip alles über diese Ränge und die Tabelle zu machen wirkt zu Beginn vielleicht umständlich, aber es geht sehr schnell und alles folgt diesem Prinzip.

Zu Beginn erstellt jeder Spieler einen normalen Menschen mit seinen Attributen und einem Hintergrund. Danach wählt er dann seine übernatürliche Herkunft, es gibt im Spiel acht Wesen (Psychic, Warlock, Ghost, Werewolf, Vampire, Fey, Ghoul und Immortal). Jede Herkunft kommt mit eigenen Kräften, die Attribute werden angepasst und man hat eine eigene Ressource. Der Vampir etwa trinkt Blut für Blutpunkte mit denen er in Raserei verfallen kann oder sich in Nebel verwandelt. Doch alles hat einen Preis, jeder Charakter startet mit 100 Seelenpunkten, die er im Laufe des Spiels (etwa für das Töten einer Person) verliert. Wenn man bei 0 Seele ist, dann hat man seine restliche Menschlichkeit verloren und wird zum NPC.

Wie oben schon erwähnt bekommt alles einen Rang, egal ob es um das Gewicht von Objekten geht, deren Härte oder den Schaden von Waffen. Initiative wird über die Agilität festgelegt, der langsamste muss seine Aktion zuerst ankündigen, agiert aber als letzter. Je besser das Ergebnis des Angriffes ist, umso wahrscheinlicher ist es, dass der Gegner eine Probe auf Stun oder gar Kill machen muss, der Kampf kann also durchaus schnell zu Ende sein.

Das Buch:

Human(ish) ist auf Englisch und in Schwarz-Weiß gehalten. Interessant ist, dass an den Seiten immer ein Rand gelassen wurde, auf dem es für fast alles Beispiele gibt. Die Qualität der Abbildungen variiert (das Cover ist überhaupt nicht meins), das Layout ist in Ordnung. Das Buch liest sich trotzdem flüssig und ist auch nicht sonderlich lang. Es gibt vorgefertigte Charaktere, welche von Backern erstellt wurden (war ein Pledge-Level).


Für wen ist human(ish) etwas:

  • Für Spieler und Spielleiter, die es regelleicht und einheitlich mögen
  • Für Leute, die mal andere Mechaniken erleben wollen
  • Für Spieler, die verschiedene Wesen in einer Gruppe spielen wollen

Für wen ist human(ish) nichts:

  • Für Spieler und Spielleiter, die ein ausgearbeitetes Setting mögen
  • Für Leute, die umfangreiche Regeln mit vielen Extras mögen
  • Für Spieler, die nicht Gefahr laufen wollen ihren Charakter zum NPC werden zu lassen

Linkliste:

Seite von human(ish)

Arion Games bei rpgnow

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3 Gedanken zu “Human(ish) – Spielvorstellung

  1. Schöne Spielvorstellung. Ich bin noch unschlüsssig, ob ich human(ish) haben will. Grundsätzlich gefällt mir aber das Portfolio von Arion Games ziemlich gut. Die erschließen alte Regelsysteme [human(ish) -> FASERIP, Sorcerers of Ur-Turuk -> d6, Maelstrom Domesday -> Maelstrom und Stellar Adventures -> Avanced Fighting Fantasy], versehen sie mit neuen Ideen, Tweaks, ein bißchen Streamlining und zeigen, dass diese alten Regeln auch heute noch ihre Berechtigung haben. AFF RPG und Maelstrom haben sie auch noch so im Angebot.

    Als Bonus:
    Der Kram ist schon deswegen „anders“, weil da ganz wenig US-Popkultur drin steckt.

    Was mich von human(ish) abhält: Die Erwartung, dass es doch nur wieder ein Spiel würde, das im Schrank steht.

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