Würfelgeflüster – Schulsettings, Harry Potter und strikte Planung

Ich höre gerade auf Oneshot-Podcast ein interessantes Abenteuer im Harry Potter-Universum. Dabei haben sich mir viele Fragen gestellt und die habe ich mit verschiedenen Leuten diskutiert. Interessanterweise kamen dabei sehr viele völlig gegenseitige Meinungen dazu raus und ich möchte das Thema HP, aber ganz besonders Schulen als Rollenspielsetting betrachten.


Die interessanteste Feststellung war, dass die Leute entweder Harry Potter vollkommen ablehnen oder total begeistert von der Idee sind. Ich habe schon sehr viele Spieler gesehen, die zum Pen & Paper gekommen sind, weil sie in Hogwarts spielen wollten. Und es sollte dann auch immer Hogwarts als Schauplatz sein (dazu nachher mehr) und da war es egal, dass man viele Geheimnisse und so bereits kennt. Ich persönlich bin mit den HP-Büchern groß geworden und habe, zumindest bis Band Vier, die Serie mit Spannung verfolgt. Danach wurde mir das Ganze dann doch etwas zu viel, vor allem die vielen Lücken und Hänger.

Wenn man jetzt aber dennoch HP spielen wollen würde, wie würde man das Ganze dann gestalten? Meine erste Idee, die ich immer noch für meine persönliche Spielweise nehmen würde, wäre es im Stile der Bücher zu spielen. Also die Spieler würden ihre komplette Schullaufbahn erleben und wenn man es genau nehmen würde, dann eben sieben Kampagnen erleben. Das ist natürlich mit viel Arbeit verbunden, zumal man als Spielleiter dann sehr viel im Voraus planen muss. Zumindest muss man viel im Hinterkopf haben und diverse NPCs, Orte, etc. für das gesamte Schuljahr planen. Die Spieler kriegen dann die Ereignisse mit und ihre Reaktionen und Handlungen würden dann wie im Buch die Geschichte ergeben. Um ehrlich zu sein, würde das doch ein ganzes Stück gegen meinen sonstigen Leitstil gehen, aber mit Hilfe aus Werken wie Dungeon World (Fronts für Konsequenzen, wenn die Spieler nichts machen), Stars Without Numbers (Factions und Faction Turn für NPCs, etc.) und Blades in the Dark (Fortune Rolls bzw. Clocks für Geschehnisse) ließe sich da vieles anpassen. Wenn man alles als eine riesige Sandbox mit Möglichkeiten sieht, dann finde ich das Ganze durchaus spannend.

Gerade Hogwarts bietet ja viel Material, aber ich persönlich fände es viel spannender eine gänzlich neue Schule in einem anderen Land zu erkunden. Es gibt ja offizielle Schulen, aber sicherlich ließe sich an einem beliebigen Ort eine eigene Schule erschaffen. Mit Microscope kann man eine tolle Hintergrundgeschichte (und so Adventure Hooks) kreieren, wobei die Spieler gleich beteiligt wären. Auch die wichtigen NPCs und Orte würde ich in Gemeinschaftsarbeit erstellen, dann haben die Spieler gleich etwas mehr wissen und es bleibt nicht alles beim SL hängen. Aber spannenderweise hat jeder, der sich für Rollenspiel im HP-Universum ausgesprochen hat gesagt, dass es wenn Hogwarts sein sollte, egal wie viel man schon darüber weiß. Man könnte ja dann neue Geheimnisse erschaffen. Gut, das kann meine persönliche Meinung sein, dass ich es langweilig fände Hogwarts nochmal irgendwie vollzustopfen, vielleicht hatte ich aber auch noch nicht die zündenden Ideen.

Aber es muss ja nicht unbedingt Harry Potter sein, denn es gibt ja auch andere Setting mit einer Schule oder Akademie. Waybury U etwa bietet eine Magieschule für Magier, Barden und Kleriker für OSR-Fans. Monsterhearts spielt auch an einer High School, ist aber vermutlich noch einmal anders zu betrachten. Es scheint also schon was dran zu sein, dass eine Schule ein interessanter Schauplatz ist. Eine andere fantastische Schule oder Akademie würde mich auch reizen, auch mit dem oben genannten Prinzip der einzelnen Schuljahre als eigenständige Kampagne. Auch viele Spieler haben sich dazu positiv geäußert, wenn jetzt noch die Freizeit reichen würde, aber die ist gerade eher knapp bemessen, daher ist so ein Mammutprojekt doch eher schwer umzusetzen.

Und dann wäre ja noch die Frage des Regelwerks. Viele spielen HP mit Savage Worlds (zb. hier oder hier) und so sehr ich SW eigentlich abgeneigt bin, ist es doch eine sehr passable Lösung. Vieles, was mich an SW stört, wird hier genau gebraucht. Auch Umsetzungen mit Fate habe ich schon gesehen, wobei mir das eben zu frei ist und es den Charakteren da ein wenig an Substanz fehlt. PbtA ist auch immer ein heißer Kandidat und mit Houses und Wands gibt es zumindest für Hogwarts schon einen Hack. Ich würde ihn vermutlich noch ein wenig mehr ausarbeiten, denn gerade der Move des Magiers aus Dungeon World mit dem gewünschten Magieeffekt ist doch sehr cool und da kann vieles schiefgehen, was ja zu der gewünschten Story führt. Allerdings gilt bei PbtA ja das Prinzip „Play to find out“ was vielleicht nicht so kompatibel mit der strikten Planung wäre, aber das müsste man wohl dann sehen.


Fazit:

Auf was man nicht so für Ideen kommt, wenn man mal ein wenig bei Podcasts reinhört. Dabei können richtige coole Sachen entstehen. Ich habe zumindest eine tolle Idee für was Großes, ob das dann aber so schnell umsetzbar wäre, ist eine andere Idee. 😀

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