Würfelgeflüster – Sessionbeginn, cineastischer Einstieg und Stilelemente

„Ihr sitzt in einer Taverne.“ Jeder, der sich auch nur ein bisschen länger mit unserem Hobby beschäftigt hat diesen Satz, oder eine Abwandlung davon, zu Beginn einer Sitzung gehört. Manchmal passt ein solcher Start durchaus, aber oftmals wird dieser Start aus Bequemlichkeit genutzt. Es gibt doch so viele Möglichkeiten in die Sitzung zu starten.


Lange bevor ich mit diesem tollen Hobby angefangen habe, habe ich liebend gerne Geschichten geschrieben und Videospiele gebastelt. Am liebsten habe ich hier einen Einstieg gewählt, den ich als Rollenspieler kaum erlebt habe, nämlich „in media res“. Man war mitten in der Action und hatte wenig Zeit sich zu orientieren, man legt einfach los. Serien und Filme nutzen diese Möglichkeit auch gerne, man denke nur an die Bond-Filme. Direkt zu Anfang einen düsteren Plan vereiteln passt doch auch in ein Rollenspiel, oder nicht? Direkt vergleichen kann man natürlich Rollenspiele nicht mit diesen anderen Medien, denn hier gibt es gleich mehrere Protagonisten. Trotzdem finde ich die Vorstellung klasse, dass einer der Spieler sich mit einem Seil direkt vor die Prinzessin schwingt und so der Retter in letzter Not ist. Und während er von den finsteren Wachen umzingelt wird, stürmt auch der Rest dazu und rettet den Tag. Danach kann man dann ruhig in der Taverne den glücklichen Ausgang feiern und so überleiten zum eigentlichen Abenteuer.

Hier ist natürlich der Spielleiter gefragt, denn er hat in der Regel in der Hand, wie das Abenteuer beginnt. Aber es gibt auch Systeme, die solche Ereignisse oder Spielweisen unterstützen. Zu nennen wären hier etwa die Dungeon Starter bei Dungeon World. Ein solcher Start macht auch nicht immer Sinn, aber gerade eher episodenhafte Spiele bieten sich an, wie zum Beispiel Monster of the Week. Und wo wir schon bei MotW sind, hier wird gerne auch ein Stilelement genutzt, was wir aus Film und Fernsehen kennen, Szenen außerhalb der Reichweite des Charakters. Wer kennt das nicht aus Krimiserien, wo man sieht wie der Mörder das Opfer tötet. Und genau solche Szenen soll man als Leiter einfügen. Das ist dann zwar Metawissen für die Spieler, aber meiner Meinung nach sorgt es für ein ordentliches Maß Spannung. Warum also nicht vielleicht diese „Währenddessen an einem anderen Ort“-Momente?

Rückblenden werden ja zum Beispiel auch in verschiedenen Rollenspielen auch genutzt, diese Systeme haben das dann auch direkt ins Regelgerüst eingearbeitet. So bereitet man seinen Coup in Blades in the Dark gar nicht vor, sondern springt direkt rein und kann dann über Rückblenden erzählen, was man in der Hinterhand hat oder mit wem man Absprachen hat. The Sprawl nutzt ein ähnliches Prinzip mit „Intel“ und „Gear“, welches man dann während des eigentlichen Auftrages dann in nützliche Informationen und Ausrüstung umwandeln kann.

Einige dieser Elemente mögen auf den ersten Blick vielleicht etwas merkwürdig vorkommen, schließlich kennt der ein oder andere sicherlich die ewige Planerei für Runs in Shadowrun. Aber ich mag diese verkürzte Variante, die doch alles weniger stressig macht. Warum also nicht auch ein paar cineastische Stilelemente einbringen die Spieler richtig gut dastehen lassen?


Fazit:

Aus Film und Fernsehen kann man sich auch fürs Rollenspiel viel abgucken und ich möchte jeden Spielleiter ermutigen es zumindest mal auszuprobieren, die Spieler haben sicherlich viel Spaß dabei. 🙂

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s