Apocalypse World 2nd Edition – Session 0 „Das Leben in K65“

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Wir haben diese Woche mit unserer Kurzkampagne Apocalypse World 2nd Edition begonnen. Es war sehr lustig und es sind interessante Dinge zusammen gekommen. Aber nicht nur von der eigentlichen Session möchte ich berichten, sondern auch etwas von der Vorbereitung, was sicherlich für den einen oder anderen (auch zukünftigen) Spielleiter von Interesse sein sollte.


Letzte Woche hat sich unsere neue Runde zusammen gefunden und wir haben die Grundzüge besprochen. Ich hatte dazu einen Discord-Server eröffnet, dieser soll uns nicht nur für Absprachen und eben die eigentlichen Sitzungen helfen, sondern auch alle Informationen und Links bündeln. Was den Spielstil angeht scheinen wir alle auf einer Wellenlänge zu sein, ich hatte aber auch mit allen beteiligten Spielern schon mindestens einmal gespielt.

Bei der Gelegenheit habe ich schon einmal Apocalypse World vorgestellt und wir haben uns grobe Gedanken zu unserer Apokalypse gemacht. Dabei sind wir schnell von einer Fallout-Welt zu etwas doch eigenem gekommen. Die Idee war, dass die NASA Vulkane angebohrt hat, um die Energiereserven der Welt zu sichern, allerdings hat das eine Kettenreaktion ausgelöst. Es kam zu massiven Ausbrüchen und die tektonische Verschiebung hat Erdbeben ausgelöst, welche die Infrastruktur der Welt nachhaltig zerstört hat. Durch die Vulkanausbrüche kam es zur Verdunkelung des Himmels und zu einem nicht-nuklearen Winter. Diese Eiszeit dauert jetzt 20 Jahre an. Es gab verschiedene Gerüchte und Theorien, über die wir uns noch nicht genau einig waren. So kam die Idee auf, dass die Erde hohl sei und dort eine lebende Rasse jetzt an die Oberfläche kam. Vielleicht wird das dann auch noch Thema in unserer Kampagne. Damit endete unsere Vorbesprechung, der Rest sollte in Session 0 folgen.

In der Woche zwischen der Vorbesprechung und Session 0 habe ich dann nochmal alle wichtigen Regelparts von AW gelesen. Ich habe schon die erste Edition gespielt und kannte den Großteil, aber gerade die Parts zu Threats, der ersten Session und zur Charaktererstellung habe ich mir angeschaut. Das war auch schon meine Vorbereitung, abgesehen eben vom Eröffnen der Roll20-Kampagne und dem Verschicken der Playbooks.

Session 0 begann dann mit einer Wiederholung unserer Ideen zur Apokalypse. Ich habe viele Fragen gestellt, wie die Welt aussieht, wie die Leute leben und was es für Probleme gibt. Es gibt kaum Strom und die ewige Kälte sind große Probleme. Wir wollten gerne in Deutschland spielen und so haben wir uns einen Punkt nahe Berlins als Spielort gewählt. Im Osten gibt es Ölreserven, die gut bewacht sind, im Süden gibt es Kohlevorkommen, wo ein Warlord herrscht, der sich Bismarck nennt. Die Heimat der Spieler ist K65, einem Handelsposten. Hier reisen die Karawanen mit Öl und Kohle durch, wenn sie nach Westen wollen. Hier gibt es die einzig bekannte noch funktionierende Stadt namens Wolfsburg (*hust*). Da die Apokalypse noch nicht so lange her ist, gibt es noch einigermaßen klare Vorstellungen, wie das Leben vorher war, aber langsam verblasst alles. Die Sonne kommt nur sehr selten vor und ein Sonnenkult namens „Die Beleuchteten“ verbreitet sich rasend. K65 ist deshalb so wichtig, da sie sehr gut in der Hundezucht sind, außer den Karawanen, die motorisiert sind, reist jeder mit Hundeschlitten durch den Schnee. Zahlungsmittel ist nach wie vor noch Euro, aber die Mengen sind begrenzt, es gibt Gerüchte über einen Ort namens Bundesdruckerei und die Phantasie vieler ist es Geld drucken zu können. Für viele ist auch das angebliche Paradies ein Märchen, ein mysteriöser Ort namens Bielefeld, den viele für ein Hirngespinst halten.

Den Rest des Abends haben wir dann verbracht die Charaktere näher kennen zu lernen. Strawberry Fields ist ein Maestro D‘ und ehemaliger Stricher. Er hat das Need/Want eine Kneipe mit Hinterzimmern für allerlei Phantasien seinem bisherigen Besitzer abgenommen und es zur Blüte geführt. Smith ist ein Battlebabe mit wechselndem Geschlecht, ihn hält selten etwas lange an einem Ort. Doc ist ein Angel von außerhalb mit einer kleinen Krankenstation, dem die Leute vertrauen. Joshua Goldmann ist ein Savvyhead, der gerne mit Dingen und vor allem seinem Werkzeug redet. Das Interessante ist, dass sein Hammer regelmäßig antwortet.


Spielleiter:

KyoshiroKami

Spieler:

  • Rhizom als Strawberry Fields, Maestro D‘
  • Duck als Smith, Battlebabe
  • RF als Doc, Angel
  • Raskor als Joshua Goldmann, Savvyhead

Alles beginnt mit dem guten Doc, der sich gerade den Marktplatz, ein großes, umfunktioniertes Lagerhaus, ansieht. Er sucht nach neuen Medikamenten und medizinischem Gerät, als es einige Meter weiter laut wird. Es hat sich eine Menschentraube gebildet, es liegen mehrere Leute am Boden. Doc hört sein Stichwort und kommt einem Mann zu Hilfe, er hat eine Schnittwunde am Arm. Zwei Männer drücken einen weiteren Mann zu Boden, der Schaum vorm Mund hat und einen Krampfanfall bekommt. Doc kann nichts mehr für ihn tun, bei der Untersuchung findet er eine Einstichstelle am Hals und einen geleerten Injektor mir einer merkwürdigen Substanz. Also geht der Angel zu Berry ins Need/Want für Infos. Der Maestro D‘ wittert seine Chance und bietet seine Hilfe an, wenn Doc mal was mit ihm trinkt und ihm Gesellschaft leistet. Nach Annahme des Deals geht Berry mit dem Injektor nach hinten. Die Zimmer können gemietet werden und die Besucher können hier ihren Trieben nachgehen. In einem der Räume ist gerade Pinter, ein Junkie dabei etwas zu konsumieren, als er von Berry angesprochen wird. Der Besitzer zeigt ihm den Injektor, an welchen Pinter sofort leckt und sich die Nadel versehentlich in die Zunge rammt. Diese schwillt sofort an und der Junkie ringt nach Luft. Berrys anfängliche Hilfeversuche bringen nichts, also schleift er ihn zum Doc, der ihm gerade noch einen Schlauch in den Hals stecken kann.

Smith ist ebenfalls im Need/Want und bekommt alles mit. Er lässt seine beiden Tischnachbarn sitzen und fragt was los sei. Keiner weiß genau, mit was sie es zu tun haben, aber Berry nutzt seine Kontakte und macht Ronny aus, einem Hehler und Dealer. Dieser will im Austausch für die Informationen Hilfe, neuerdings macht ihm Konkurrenz das Leben schwer. Alle sind einverstanden und die Gruppe zieht los auf der Suche nach Spark, dem Konkurrenten. Doc aber will Pinter in seiner Krankenstation versorgen.

In der Zwischenzeit sucht sich der gute Joshua nach Arbeit auf dem Marktplatz um und findet einen völlig zerschossenen Wagen. Der Besitzer, ein Händler, schien in einen Hinterhalt geraten zu sein. Der Savvyhead macht sich an die Reparatur und spricht mit dem Wagen, er erfährt so von dem Vorfall und, dass der Händler versucht hatte eine alternative Route zu nehmen. K65 leidet seit kurzem an einem Händlerschwund, es scheint alternative Routen zu geben, um dem Wegzoll zu entgehen. Als er fertig ist sieht er wie seine zwei Bekannten an ihm vorbei gehen. Sie fragen ihn nach Spark und Joshua nutzt seinen Hammer als Wünschelrute. Zum Erstaunen aller findet Joshua ohne Probleme Spark und die Situation ist sofort geladen und jeder findet sich einem Pistolenlauf entgegen. Smith kann Spark mit einem eiskalten Blick dazu bringen die Waffe zu senken und schüchtert ihn ein nicht mehr hier zu wildern. Spark will eigentlich eine andere Arbeit, braucht aber das Geld. Berry kann ihm ein Jobangebot machen, denn das Need/Want braucht wieder Ressourcen und eine Expedition in die Umgebung steht an.

Die Gruppe sammelt Ronny ein und begibt sich zum Doc, der ganz andere Probleme hat. Pinters Zunge ist zwar weniger angeschwollen, aber jetzt schwebt er mit getrübten Augen in der Luft. Nur die Fesseln, die Pinter vor seinen Krampfanfällen schützen sollten, halten ihn am Bett. Ronny eröffnet ihn, dass es eine neue Droge gibt, die höchst gefährlich ist. Es scheint, als wenn es ein erster Testlauf ist. Joshua nimmt sich den Injektor uns tritt mit ihm in Verbindung. Er kann zwar nichts hören, aber er hat ein Bild von einem tief grinsenden Gesicht, es muss sich um Smiley handeln, einem Dealer, der regelmäßig den Doc mit Schmerzmitteln und Berry mit Drogen versorgt. Die Gruppe muss ihm wohl mal einen Besuch abstatten.


Fazit:

Was für eine Session, es ging furios los und gerade die improvisierten Teile waren sehr spaßig. Wir haben eine gute Mischung und ich freue mich auf die kommende Woche. Ich bastele jetzt die ganzen Ideen in Threats um und schaue, was noch so alles passieren kann.

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