Würfelgeflüster – Alternativen zum Würfeln und Onlinerunden

Gerade sind wieder ein paar Systeme im Gespräch, die keine Würfel benutzen. Egal, ob Spielkarten, Pokerchips oder ähnliches, sie können gerade Onlinerunden vor Herausforderungen stellen. Als reiner Online-Spielleiter haben solche Spiele natürlich auch auf meine Runden Einfluss und darüber möchte ich genauer schreiben.


Das Spiel über Skype oder Discord hat viele Vorteile, die Spieler können überall verstreut leben und dennoch abends an einem (Online-)Tisch sitzen. Einer meiner Spieler war zwischendurch schon in Schweden und konnte teilnehmen, ohne, dass es Probleme gab. Gerade der Aufstieg der VTT und die vielen Inhalte, die etwa Roll20 bietet, machen vieles möglich. Problematisch wird es meist bei kleineren Systemen, die spezielle Methoden für Proben haben. Das können Würfelproben sein, die Spezialwürfel nutzen oder besondere Berechnungen brauchen. Bei größeren Systemen ist das kein Problem, die Star Wars-Spiele von Fantasy Flight Games sind bei Roll20 voll spielbar.

Es geht aber auch eher um kleinere, wenig gespielte bzw. wenig bekannte Spiele. Und umso ausgefallener die Spielweise, umso seltener kann man es online spielen. Wenn jetzt noch vom Würfelmodell abgewichen wird, dann stellt das vor noch größere Probleme. Ein Spiel wie Undying, ein Vampir-PbtA-Spiel, ist da kein Ding, denn man verwaltet nur Blutpunkte. Auch komplett freie Systeme (diese haben meist andere Schwierigkeiten) sind damit nicht gemeint. Über den Initiative-Zähler oder eben die Map mit Token in Roll20 kann man das machen. Ich meine eher Systeme die Spielkarten oder eben ganz spezielle Karten nutzen. „Faith“ oder das kommende „Dragons conquer America“ sind damit eher gemeint. Beim letztgenannten werden nur die Karten bis zum Zahlenwert Sechs und die Asse verwendet. Im Onlinespiel ist das schon ein gewisser Aufwand ein solches Deck vorzubereiten, ein schneller Spieleinstieg ist da dann nicht möglich.

Spannend finde ich in dem Zusammenhang, dass DCA klar sagt, warum sie Karten benutzen. Würfel werden in so vielen Spielen benutzt, deswegen wollten sie Karten. Dann kommt aber gleich dahinter ein Regelabschnitt für das alternative Spielen mit Würfeln. Wenn ich beides nutzen kann, dann bräuchte ich doch nicht das Kartensystem. Nur, um mich von Konkurrenten abzugrenzen eine andere Variante zu nehmen ist in meinen Augen völlig sinnfrei. Der Quickstart ist sehr umfangreich und ich werde ihn mir definitiv ansehen, aber die Designentscheidung ist für mich wegen oben genannter Gründe nicht nachvollziehbar.

Etwas anderes ist da schon Fate of Norns, welches Runen verwendet. Diese werden, wenn man am Tisch spielt, aus einem Beutel gezogen und dienen dann der Auswertung der Probe. Auch hier gibt es alternativ ein Kartendeck, aber auch hier ist das Onlinespiel deutlich erschwert.

Wir leben im digitalen Zeitalter und auch Rollenspiele sind davon betroffen, es gibt Podcasts im Internet anzuhören, wir können anderen Spielern in Videos und in Streams bei ihren Abenteuern zugucken und selbst mit weit entfernten Spielern in Kontakt sein und spielen. Nach und nach zieht die Rollenspielindustrie auch nach und wir kriegen fast alle Dinge auch als PDFs. Leider fehlen oftmals wichtige Sachen, für viele Spiele gibt es keine ausfüllbaren Charakterbögen, was für mich zum Goldstandard gehören sollte. Bei Kickstarter sehe ich oft, dass eben jene Bögen Stretchgoals sind, teilweise als soziale Stretchgoals, aber an sich ist es ein Unding. Für feste Kampagnen ist es ja noch verständlich einen Bogen auszudrucken, aber gerade wenn man viel unterwegs ist oder nur mal einen Oneshot spielt, sind PDFs deutlich von Vorteil und das sollte auch ermöglicht werden.


Fazit:

Als reiner Onlinespieler habe ich sicherlich eine andere Sicht als Tischrollenspieler was digitale Spielmöglichkeiten angeht. Aber das Spiel am Rechner bietet viele Möglichkeiten und kann Leute verbinden, die weit voneinander entfernt leben oder auch für jene, die oft unterwegs sind. Umso wünschenswerter ist es natürlich, dass die Macher von Rollenspielen das auch unterstützen. Einige Spiele bilden dabei eine Herausforderung, wenn sie andere Methoden als Würfel nutzen. Hier gibt es oftmals einen Mehraufwand, den vielleicht nicht jede Runde bereit ist in Kauf zu nehmen.

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