Colonial Gothic: A L’Est d’Eden – Spielvorstellung

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Der Großteil der hier vorgestellten Spiele ist ja auf Englisch und teilweise auf Deutsch. Mit Colonial Gothic widme ich mich aber mal wieder einem französischen Rollenspiel, eine englische Version gibt es auch, allerdings sind beide von den Regeln her nicht kompatibel, da die französischen Macher diverse Änderungen vorgenommen haben. Zudem finde ich das gewählte Setting, Neufrankreich deutlich interessanter.


Die Welt:

Colonial Gothic spielt in einer alternativen Variante unserer Welt, genauer gesagt in den von den Franzosen besiedelten Gebieten in Nordamerika um 1754. Paart man alles mit ein wenig Horror, dann hat man ein sehr spannendes Setting. Neben Immigranten kann man Sklaven, Ureinwohner und eben aus den Kolonien stammende Personen verkörpern.

Das System:

Das Würfelprinzip in Colonial Gothic ist sehr einfach, für eine Probe würfelt man mit 2W12 und addiert seinen Fertigkeits- und Attributswert. Ist der Wurf größer oder gleich 12, dann hat man die Probe geschafft. Die Differenz aus der Zwölf und dem Würfelwert ergibt den Erfolgs- oder Misserfolgsgrad. Attribute können positive und negative Werte haben, hat man eine Fertigkeit nicht gelernt, dann erhält man -4 auf den Wurf, bestimmte Fertigkeiten (besonders komplexe) sind davon ausgenommen. Von den fünf Attributen (Kraft, Geschick, Ausdauer, Verstand und Willenskraft) leiten sich Werte wie Leben, mentale Gesundheit, Initiative, Bewegung und maximale Aktionen (für den Kampf) ab. Jeder Fertigkeit ist jeweils ein Attribut zugeordnet, welche dann bei Proben zum Tragen kommen.

Die Charaktergenerierung geht sehr schnell, wer möchte kann den Hintergrund seiner Person dem Zufall überlassen. Es gibt keine Talente, nur Fertigkeiten, das System ist also sehr rudimentär. Auch der Kampf ist schnell und auch gefährlich. Der Zielwert ist immer noch 12, wobei Entfernung, Deckung und ähnliches den Wurf modifizieren kann. Der Gegner kann dann eine Aktion nutzen und versuchen sich zu verteidigen oder auszuweichen. Die Anzahl an Aktionen für Angriffe ist festgelegt, wer mehr Aktionen hat, kann sich aber öfters verteidigen und besser taktieren. Der Erfolgsgrad wird dann zu, Waffenschaden gezählt und dem Gegner zugefügt.

Neben körperlichem Schaden kann man auch geistigen Schaden nehmen, gerade viele Monster können Furcht verursachen. Für je zehn verlorene Punkte geistiger Gesundheit kann man eine Angststörung erhalten. Die Tabelle dafür bietet eine Vielzahl an Problemen und Störungen.

Colonial Gothic ist, abgesehen vom Übernatürlichen relativ auf dem Boden, es gibt aber Schamanismus, mit dem Spieler und NPCs durchaus „zaubern“ können. Daneben gibt es noch die Alchemie, welche die Herstellung von Giften, Säuren, Medizin und Ähnlichem ermöglicht. Die Regeln sind auch hier simpel, alles wird über Tabellen erstellt, sodass man zum Schluss die Schwierigkeit und Eigenschaften der gewünschten Substanz erhält.

Das Material:

Colonial Gothic: A L’Est d’Eden ist schwarz-weiß und auf Französisch. Neben dem Regelwerk haben die Backer des Crowdfundings auch noch den Spielleiterschirm und die offizielle Kampagne bekommen. Die Schrift könnte etwas größer sein, ansonsten ist aber alles sehr übersichtlich geschrieben und leicht verständlich.


Für wen ist Colonial Gothic: A L’Est d’Eden etwas:

  • Für Spieler und Spielleiter, die eine andere Kolonialwelt erleben wollen
  • Für Leute, die ohne Schnörkel spielen wollen
  • Für Spieler, die auf ein schnelles und schlankes Regelsystem stehen

Für wen ist Colonial Gothic: A L’Est d’Eden nichts:

  • Für Spieler und Spielleiter, die umfangreiche und taktische Regeln wollen
  • Für Leute, die eine realistische Kolonialwelt haben wollen
  • Für Spieler, die viel Auswahl für ihren Charakter wollen

Linkliste:

Crowdfunding zu Colonial Gothic

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2 Gedanken zu “Colonial Gothic: A L’Est d’Eden – Spielvorstellung

  1. Danke fuer die Rezension, ich interessiere mich naemlich sehr fuer den franzoesischen Rollenspielmarkt. Allerdings fehlt es mir noch so an Infos, was besonders faszinierend an dem Setting sein koennte, bzw. was fuer Monster man da antrifft: Vampire? Tentakelmonster? Totemgeister?
    Ich habe uebrigens auch gerade ein jeu de role rezensiert:
    https://ghoultunnel.wordpress.com/2017/09/11/homeka-das-spiel-ueber-mechs-als-wandelnde-eigenheime/
    Ausserdem schreibt ja noch so ein Killerklown ab und zu ueber franzoesische Rollenspiele:
    https://frz.rsp-blogs.de/

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    • Die Monster entspringen allesamt den Legenden der Ureinwohner, von Geistern über Werwölfe über Wendigos. Die meisten Namen der Wesen sagen mir ehrlich gesagt nichts, weil ich die Wesen dieser Legenden nicht kenne, aber sie sind alle kurz beschrieben, einige haben eine Abbildung.

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