Würfelgeflüster – Spotlight, Gruppendynamik und „Don’t split the group“

Dieser schöne Warnhinweis wird oft genannt und er wird dennoch gerne ignoriert, aber manchmal ist es auch der Spielleiter, der genau diesen Zustand forciert. Dieses Stilelement kann eine Menge Probleme bereiten, aber auch für sehr spannende Szenen sorgen. Und genau damit will ich mich mal etwas befassen, denn unsere Gruppe hat dies gerade erlebt.


Meine einzelnen Gruppen spielen sehr unterschiedliche Rollenspiele, ich habe auch eine mehr oder minder klassische DnD5-Runde, wir spielen in Lorakis, der Welt von Splittermond. Unsere Gruppe ist auch einigermaßen klassisch aufgeteilt, wir haben eine Kriegerin mit magischen Fertigkeiten, einen Schurken, einen Druiden, einen Mönch und einen Barden. Die Aufgaben sind auch einigermaßen gut verteilt und dann passiert eben genau das, von dem alle gewarnt haben, die Gruppe ist nicht mehr eine Einheit.

Wohlgemerkt war ich der Urheber, denn ich habe meine Falle aufgestellt und der Barde ist hineingetappt, der Dieb noch hinterher und schon waren sie vom Rest abgeschottet. Wie es ausgeht werden wir erst demnächst ausspielen, aber auch schon vorher hatte der Barde einen gewissen Scheinwerfer auf sich, hat er doch ein wenig mehr zum Hintergrund seines Volkes erfahren. Auch unsere Kriegerin hatte schon einen solchen Spotlight und beide Male sind sehr gut angekommen. Hier kommen meine Erfahrungen mit diversen erzählorientierten Rollenspielen gut zum Tragen. Denn es ist zwar schön, wenn ein Spieler ein wenig in den Fokus gerückt wird, der Rest der Gruppe muss auch eingebunden werden und was zu tun bekommen. Denn sonst artet es schnell darin aus, dass der Rest abschaltet. In bester Dungeon World-Manier muss man hier also zwischen den Leuten springen.

Das hilft auch gut, wenn ein oder mehrere Spieler den Spotlight so für sich beanspruchen und versuchen möglichst oft zu Wort zu kommen. Die weniger aktiven (oder lauten) Spieler müssen hier an die Hand genommen werden und deshalb frage ich gerne mal gezielt Spieler, was sie machen oder schmeiße ihnen direkt ein Ereignis vor die Füße. Bei den PbtA-Spielen ist das dann gepaart mit der Frage: „Was machst du?“ Das klappt sehr gut und so ist das Gleichgewicht gegeben.

Wer also weiß, wie er die einzelnen Spieler oder eben Gruppenteile im richtigen Maße anspricht, der kann die Gruppe ruhig trennen, aber das birgt auch Gefahren. Ich meine nicht, dass die Spieler nicht die nötige Ausrüstung hat oder eben der wichtige Charakter nicht in Gruppe A ist. In den klassischeren Rollenspielen ist das schon ein Problem und könnte (gerade bei den sehr tödlichen Spielen wie SotDL, DCC, usw.) mit dem Ableben bestraft werden. Aber ich meine auch den Stress für den Spielleiter, der dann eben mehrere Dinge gleichzeitig am Laufen halten muss.

Ich bin sehr kreativ und sehr improvisiere gerne, aber ab einem gewissen Punkt leidet die Konzentration, wenn man viele Ereignisse gleichzeitig managen muss. Das geht schon eine Weile gut, aber ich merke gerade bei längeren Sitzungen nimmt die Aufmerksamkeit schon von alleine ab. Eine kleine Erholungspause ist dann angebracht und man sollte zusehen, dass man die Gruppe dann zügig wieder zusammenführt und gemeinsam das Abenteuer erleben lässt. Denn als Gruppe ist es doch immer noch am schönsten und es ist auch besser für die Spieler.


Fazit:

Ein wenig Abwechslung lässt sich schon in die Runde bringen, wenn man die Gruppe mal trennt oder wenn ein Spieler einen größeren Fokus auf sich hat, aber als SL muss man immer die Balance finden, damit nicht alles aus dem Ruder gerät. Es ist immer noch ein Gruppenspiel und jeder sollte zu gleichen Teilen etwas beitragen können.

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