Tales from the Loop – Fazit

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Unsere kleine Runde an Fewshots ist vorbei und wie versprochen gibt es ein Fazit zum Spiel. Generell sind wir sehr zufrieden und wir haben sehr schöne Abenteuer bzw. Mysterien erlebt. Ein paar Kleinigkeiten gibt es auch zu kritisieren, aber lest einfach selbst.


Archetypen

Der Charakterbau über die Archetypen geht sehr schnell und es gibt eine ganze Reihe an interessanten Charakteren. Natürlich ist nicht alles abgedeckt, aber man kann auch sehr schnell selbst Archetypen bauen, das ist ein großer Vorteil. Ansonsten erinnert der Charakterbau ein wenig dem von PbtA-Spielen. Sehr früh müssen die Charaktere auch selbst ran und sich Gedanken zu NPCs und der Umwelt der Kinder machen.

In unserer Runde sind die Iconic Items zumindest teilweise zum Einsatz gekommen, die Drives, Prides und Anchor relativ selten bis gar nicht. Da muss man sich schon etwas mit seinem Charakter beschäftigen und die Zeit zwischen Abenteuern nutzen, seinen Kind vielleicht in eine andere Richtung zu entwickeln, damit das mehr zum Tragen kommt.

Regeln

Die Regeln sind schön einfach, schnell zu lernen und unterstützen vor allem das Spielgefühl und stehen nicht im Weg. Ich musste während unserer Runden selten mal etwas nachschlagen, was mir sehr gut gefallen hat. Die Fertigkeiten besitzen allesamt Boni, die man über zusätzliche Erfolge „freischalten“ kann und viele, gerade die zwischenmenschlichen und investigativen Fertigkeiten sind ähnlich wie Moves aus PbtA-Spielen mit Fragen versehen, welche die Spieler stellen können. Bei Misserfolg helfen die Glückspunkte und die Drives, ansonsten gibt es aber keine Fail-Forward-Mechanik oder Success-at-Cost, denn man kann immer nur Würfe wiederholen.

Besonders hat mir das Prinzip der erweiterten Probe gefallen, wo die Kinder zusammen arbeiten müssen und so ein größeres Problem bewältigen können, gerade für Höhepunkte in der Geschichte ist das ein schönes Werkzeug.

Setting

Das Setting von TftL hat viel Charme und passt natürlich zur Serie Stranger Things. Wir haben nicht in Schweden, sondern dem amerikanischen Pendant, Boulder City, aber es ist trotzdem sehr schön. Gerade die Abbildungen vermitteln ein gutes Bild. Natürlich ist es etwas merkwürdig, dass die Technik teilweise so fortschrittlich ist (fliegende Fahrzeuge, Roboter, etc.) und gleichzeitig der Alltag doch recht normal geblieben ist. Aber die Welt des Loops bietet unglaublich viele Möglichkeiten für Mysterien, was wir ja auch ausgereizt haben. Wir sind durch die Zeit gereist, es gab Querelen mit Hexen, vermeintliche UFOs und technikversierte Teenager.

Aufwand für die Spieler

So schnell und einfach die Charaktergenerierung ist, sowohl zu Beginn als auch während der Runden müssen die Spieler sich mit einbringen, das ist auch so vom Spiel gewollt. In jedem Mysterium soll es eigentlich pro Charakter eine Szene aus dem Alltag geben und hier sollen Impulse und Ideen von den Spielern kommen. Hier habe ich gemerkt, dass es teilweise schwierig wird und öfters kam von meiner Gruppe betroffenes Schweigen. Ab und an kamen witzige Ideen, aber oftmals musste ich die Szenen dann kreieren. Auch was Prides und Troubles angeht, so müssen sich die Spieler ihren Charakter auch auseinandersetzen und alles auf dem Schirm haben.

Aufwand für den Spielleiter

Ich muss sagen, dass ich den Aufwand für ein Mysterium bzw. eine Session relativ gering finde. Man muss sich ein paar Gedanken zum Mysterium machen, ein paar NSC und ein paar Alltagsszenen sollte man parat haben, aber der Rest geht relativ einfach aus dem Ärmel geschüttelt, dank des relativ leichten Systems. Das Buch gibt immer wieder schöne Ideen für Mysterien bzw. ich habe aus bekannten Serien und Filmen Denkanstöße gefunden und das hat gut geklappt.

Mysterienkreierung

Das Regelwerk von TftL gibt einen guten Überblick, wie die Mysterien grundsätzlich aufgebaut sind und wie man vorgeht. Diese Hinweise habe ich einmal gelesen und danach eigentlich immer mein eigenes Ding gemacht. Das hat meinen Spielern gut gefallen, denn oftmals wussten sie nicht, worauf es am Ende hinauslief. Die meisten Mysterien lassen sich sehr schnell zu spannenden Geschichten verweben und mit etwas Geschick sollte keine Langeweile aufkommen.

Erfahrung

Das Thema Erfahrung ist bei TftL, genauso wie M:YZ und Coriolis, spannend. Am Ende gibt es Fragen, welche man den Spielern stellt. Jede Frage, die man mit „Ja“ beantworten kann gibt einen Erfahrungspunkt. Das war in unserer Runde sehr unterschiedlich und hier sind wieder die Spieler gefragt, denn man muss sich sehr mit seinem Charakter auseinandersetzen, damit man viele XP sammeln kann, ansonsten sind es in der Regel nur zwei XP von fünf bis sechs möglichen Punkten.

Was würde ich in einer nächsten Runde anders machen

Das ist eine gute Frage, denn ich bin sehr zufrieden mit unserer Runde. Ich denke ich würde den Schwierigkeitsgrad etwas anheben und die Spieler etwas mehr kitzeln ihre Natur auszuspielen. Ansonsten würde ich die Mysterien vielleicht ein wenig umfangreicher und komplexer machen. Die Fewshots haben mir aber sehr gut gefallen und daher würde ich wenig ändern.


Abschluss

Ich muss sagen, dass mir Tales from the Loop von unseren Runden her besser als Apocalypse World gefallen hat. Etwas mehr Arbeit hatte ich schon, denn ich brauchte passende Mysterien, aber wenn ich eine Grundidee hatte ging es sehr fix. TftL ist definitiv einer meiner Höhepunkte des Jahres gewesen und ich würde es jederzeit wieder mit Freude Leiten.

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