Vagabonds of Dyfed – Fazit „Werewolf in the Ballroom“

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Eigentlich wollten wir weiter Impulse Drive spielen, aber krankheitsbedingt waren wir nicht vollständig. Als Alternative haben wir uns Vagabons of Dyfed zugewandt, einem Werk von Ben Dutter, welches PbtA und OSR miteinander vereinen will. Es gab schon viel Diskussion zu diesem Werk und wir haben einfach mal geguckt, was sich damit so machen lässt.


Vagabonds (ich kann mir echt den kompletten Namen nicht merken) nutzt eine Mischung aus verschiedenen Spielen und will quasi das Beste aus allen Welten haben. Dafür schmeißt das Spiel die Playbooks und Moves aus dem PbtA und kreiert Charaktere über Traits, ähnlich wie City of Mist. Diese sollen den Hintergrund, den Charakter mit seinen Stärken und Schwächen und seine Ziele kurz und knapp beschreiben. Außerdem gibt es unterschiedliche Rassen mit Boni und „Techniques“, welche quasi Talenten entsprechen.

Für eine Probe sucht man sich aus seinen Traits alle förderlichen und hinderlichen Eigenschaften und wiegt sie ab. Heraus kommt die „Aptitude“, also dem Wert, der zu den 2W6 addiert wird. Typisch PbtA-Spiel gibt es die Staffelung von 6- als Fehlschlag, 7-9 als Teilerfolg, 10-12 als voller Erfolg und dazu noch die 13+ als kritischer Erfolg. Diverse Techniques sorgen dafür, dass man auf einem bestimmten Gebiet nicht scheitern kann, sondern als „schlechteste“ Option eine 7-9 heraus kommt, etwa der Zwerg bei seinem gewählten Handwerk.

Wir haben also ein kleines Abenteuer gespielt und im Stile eines Dungeon Starter angefangen. Heraus kam eine sehr lustige Runde, die, obwohl ich das Regelwerk nur einmal kurz überflogen habe, extrem flüssig lief, denn die Regeln sind sehr eingängig. Die Kämpfe gingen fix und besonders positiv war der Angriffswurf mit dem man auch gleichzeitig den Schaden ermittelt. Hierzu nimmt man den niedrigsten Würfel des Wurfes und addiert die Aptitude hinzu und schon hat man den Schaden. Der Spielleiter hat für seine NPCs zwei Varianten, entweder würfelt er selbst für den Schaden oder lässt die Spieler für ihre Verteidigung würfeln.

Das zusammensuchen der Traits für die Aptitude ging sehr schnell und hat den Spielern Spaß gemacht. Es ging deutlich einfacher von der Hand als etwa City of Mist, wo man sich mit etwas Phantasie schnell sehr hohe Boni zusammensucht. Das hielt sich hier sehr in Grenzen und die gewählten Traits haben die Fiktion bestimmt und so für viele lustige und spannende Momente gesorgt. Aufgrund der kurzen Zeit haben wir mit den Archetypen im hinteren Teil des Buches gespielt und DnD-typische Charaktere gehabt. Ansonsten ist die Charaktergenerierung aber frei und ohne Klassen. Das ist für mich durchaus eine Alternative zu Dungeon World, wo man bei einigen Playbooks sehr eingeschränkt ist. Andererseits bieten die Playbooks natürlich auch sehr viel.

Ich habe Gegner aus dem Buch genommen, allerdings gibt es auch einen Guide, wie man OSR-Monster konvertiert. Das ist sehr schnell möglich und mit wenigen Handgriffen erledigt. Für die nächste Testrunde werde ich mit hoher Wahrscheinlichkeit darauf zurückgreifen und das genauer testen. Ansonsten haben wir den Preparation und Planning-Wurf nicht gehabt. Dies sind aber Mechaniken, die ich schon aus BitD und verschiedenen PbtA-Spielen kenne und die in der Regel gut funktionieren. Das erspart einem die ewige Planerei und das intensive Einkaufen. Ich weiß, dass es diverse Spieler gibt, die darauf stehen, ich empfinde das eher als lästig.

Alles in allem hat es sehr viel Spaß gemacht und Vagabonds trifft einen Sweet Spot aus definierten Charaktern mit gleichzeitiger hoher Freiheit. Wie viel daran jetzt genau PbtA oder OSR brauche und will ich nicht diskutieren. Für mich zählt am Ende das Spiel und das gefällt mir. Es ist für mich ein wenig wie damals mit Murders & Acquisitions, welches mich einfach überrascht hat. Ich kann mir vorstellen, dass ich es als eines meiner Go-to-Spiele nutze, wenn ich schnell ein simples aber robustes Spiel haben will.


Fazit:

Wir hatten viel Spaß mit Vagabonds und die Mechaniken haben gut funktioniert. Ich konnte mit dem Spiel innerhalb von wenigen Minuten eine tolle Session basteln und Ben Dutter zeigt mal wieder, dass seine Werke definitiv einen Blick wert ist, denn er trifft immer wieder genau meinen Geschmack.

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