The Magical Land of Yeld – Spielvorstellung

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Für mich war es gerade ein ziemlicher Schock, als ich gesehen habe wie lange ich schon kein Spiel mehr vorgestellt habe. Meine laufenden Runden binden mich wohl doch etwas mehr ein. Aber es kamen die letzten Tage und Wochen wieder neue und spannende Spiele ins Haus und ich fange mit The Magical Land of Yeld an.


Das Setting:

Yeld spielt in der gleichnamigen Welt und stammt von dem Machern des Webcomic Modest Medusa, wo eine kleine Medusa aus Yeld in unserer Welt gelandet ist. Im Spiel geht es genau anders herum, eine Reihe von Kindern gelangt durch eine Tür (ganz im Stil von Narnia) nach Yeld. Relativ früh schließt sich diese Tür und die Kinder sind in Yeld gefangen. Die Zeit tickt, denn jedes Kind verwandelt sich an seinem dreizehnten Geburtstag in ein Monster und kann nicht mehr zurück. Die Welt ist voller Magie, aber auch voller Gefahren, denn sie wird von einem düsteren Vampirprinzen regiert. Die Kinder nehmen also die Rolle der Helden ein und versuchen die sieben Schlüssel zu finden, damit sie die Tür wieder öffnen können, welche allerdings von sieben treuen Dienern des Prinzen bewahrt werden.

Das System:

Zu Beginn landen die Freunde, wie die Spielcharaktere in Yeld genannt werden, als normale Kinder in Yeld. Die Freunde haben vier Attribute (Strength, Brave, Tough und Smart) und einen bestimmten Typ (z.B. der Lügner, die Prinzessin oder die große Schwester). Neben den Core Dice (die Attribute) gibt es noch Special Dice, welche in bestimmten Situationen mitgewürfelt werden. Der Lügner startet etwa mit einem Special Die „Lie“ und kann den bei seinen Flunkereien mitnutzen. Es gibt eine ganze Reihe an Special Dice mit vielen verschiedenen Effekten und Nutzen.

Will also ein Freund etwas bewerkstelligen, so würfelt er die passenden Core Dice und passende Special Dice. Der Spielleiter nimmt dann selbst auch Würfel (je nach Herausforderung oder NPC) und würfelt dagegen. Genutzt werden einfache W6 und jeder addiert sein Ergebnis. Wer den höheren Wurf hat, der gewinnt die Probe. Interessant ist, dass grundsätzlich die Spieler erzählen, wie etwas ausging, auch bei Misserfolgen. Dieses Würfelprinzip wird überall genutzt, auch im Kampf, für Magie, usw.

Der Kampf findet auf dem Action Board statt, wofür man auch ein Schachbrett nutzen kann. Wer zuerst schreit, der greift zuerst an (kein Scherz) und wenn man dran war, dann bestimmt man selbst, wer danach am Zug ist. Je mehr Freunde hintereinander erfolgreich waren, umso mehr Boni bekommen sie. Patzt einer oder legt seine Aktion auf die Bank (um sie später zu nutzen), der unterbricht die Kette. Auch kann die Gegnerseite versuchen die Initiative an sich zu reißen. Ansonsten hat jeder eine Bewegungsaktion und eine Kampfaktion. Angriffe erfolgen gegen einen Verteidigungswurf, ist dieser nicht erfolgreich, dann verliert der Gegner einen Core Die. Gehen ihm diese aus, dann ist er tot. Freunde, die zu Boden gehen, spuken als Geist weiter auf dem Board herum und können Geisteraktionen durchführen (etwa Loot suchen, die Gegner heimsuchen, etc.). Im nächsten Inn oder mit dem passenden Zauber können sie wieder ins Leben geholt werden, ganz wie in einem Videospiel.

Aber das ist noch nicht alles, denn sehr früh bekommen die Freunde einen Heroic Job, also eine Art Klasse. Durch diese Jobs bekommen sie weitere Core Dice, Special Dice und ihre Job-Fertigkeit. Die Jobs sind sehr interessant und erinnern ebenfalls an Videospiele, etwa der Schwarzmagier und der Weißmagier oder der Soul Thief. Später können die Freunde auch Legendary Jobs annehmen, wofür sie vorher aber eine Quest erfüllen müssen. Wer das dreizehnte Jahr erreicht, der bekommt Zugang zu den Monster Jobs, etwa dem Werwolf oder dem Tiefenmagier samt gigantischem Tintenfisch auf dem Kopf. Ein wenig erinnert mich Yeld bei der Charakterentwicklung an SotDL, wo man auch nach und nach mehr bekommt und auch mehr dafür tun muss.

Generell wachsen tun die Freunde über die Abenteuer. Die Spieler entscheiden selbst wie anspruchsvoll bzw. gefährlich ein Abenteuer sein soll. Passend dazu gibt es dann die maximale Höhe der Challengewürfe des Spielleiters. Am Ende des Abenteuers gibt es dann die Reward Dice, den Loot Wurf, usw., welche unter den Freunden aufgeteilt werden, es gibt also nicht immer für alle alles. Dadurch werden die Freunde aber auch motiviert gefährlichere Aufgaben zu meistern.

Je nach Gefährlichkeit bekommt der Spielleiter viele Dinge an die Hand. Etwa wie stark die Monster sein dürfen und auf welchen Tabellen die Spieler zur Belohnung würfeln dürfen. Der Spielleiter-Teil ist in meinen Augen verdammt gut. Überall gibt es Baukästen um Ausrüstung oder eben Monster zu bauen. Derzeit ist das Prinzip für Yeld für den Monsterbau das Beste, was ich seit langem gesehen habe.

Das Ziel des Spiels ist es ja, dass man die sieben Schlüssel bekommt. Dazu erkundet man Yeld und bekommt dazu eine leere Karte aus Quadraten. Nur die magische Tür ist eingezeichnet. Nach und nach füllt sich dann die Karte mit Orten, die man dann entdeckt und bespielt hat, ähnlich einem Hexcrawl. Das Spiel lässt einen aber nicht alleine, denn es gibt einem viele Hilfestellungen, besonders bei den Bewachern der Schlüssel.

Wichtig ist noch zu sagen, dass auch der Spielleiter einen Freund baut, denn das Spiel sieht es vor, dass die Spielleitung nach jedem Abenteuer wechselt. Ich weiß nicht, ob ich das genauso machen würde, dazu müsste jeder das Regelwerk besitzen oder man braucht das Buch (ich habe es nur als PDF).

Das Buch:

Das Buch ist auf Englisch und hat eine unglaubliche Anzahl an Abbildungen (weshalb das Regelwerk auch deutlich verspätet kam). Die Abbildungen sind allesamt sehr niedlich und freundlich, obwohl das Spiel teilweise doch etwas düster ist. Auf alle Fälle bekommt man einen sehr guten Eindruck von der Welt. Es ist alles sehr gut lesbar und verständlich, auch die Anordnung und Reihenfolge ist sinnig.


Für wen ist Yeld etwas:

  • Für Spieler und Spielleiter, die etwas im Stile von Zelda u.Ä. spielen wollen
  • Für Leute, die ein leichtes Regelwerk mit steigender Komplexität haben wollen
  • Für Spieler, die gerne Kinder verkörpern möchten

Für wen ist Yeld nichts:

  • Für Spieler und Spielleiter, die umfangreiche Regeln und Mechaniken haben wollen
  • Für Leute, die mit einem kindlichen Fantasyspiel nichts anfangen können.
  • Für Spieler, die nicht selbst mal leiten wollen

Linkliste:

Kickstarter zu Yeld

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