Vagabonds of Dyfed – Spielvorstellung

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Vor einer ganzen Weile hatte ich schonmal von unserer extrem spontanen Testrunde Vagabonds of Dyfed erzählt. Jetzt ist das Werk in seiner Gänze erhältlich und eine komplette Vorstellung wert. Vagabonds möchte ein Mix von PbtA und OSR sein und die Vorzüge der Beiden vereinen.


Das Setting:

Vagabonds geht beim Setting typische OSR-Wege, denn ein richtiges Setting, also mit Beschreibungen einer Welt, von Städten und Völkern gibt es nicht. Vielmehr vermittelt es über die vorhandenen Rassen, die Techniken und die Monster ein Gefühl für eine mögliche Welt. Der Rest ist dem Spielleiter überlassen und er wird auch motiviert seine eigenen Elemente mit einzubringen.

Das System:

Charaktere werden in Vagabonds sehr frei gestaltet, nämlich über Tags, die man fast mit Aspekten aus Fate vergleichen kann. Man wählt einen Hintergrund, eine aktuelle Profession, eine Schwäche, eine Angewohnheit und eine Herangehensweise an Probleme, wobei es da im Buch nur ein paar Vorschläge gibt. Die Spieler werden motiviert sich eigene Tags auszudenken und so entsteht ein sehr individueller Charakter. Dazu kann eine Rasse kommen, welche ein paar Besonderheiten mitbringen und zu guter Letzt wählt man eine Technik aus. Die kann man mit Talenten vergleichen und ermöglichen besondere Fertigkeiten (etwa die Nutzung von Magie), Schutz vor Fehlschlägen oder Boni. Dazu kommen dann noch Geschwindigkeit und Lebenspunkte und schon ist der Charakter fertig.

Für Proben sagt der Spieler was er machen will und sucht sich passende Tags zusammen. Positive und negative Tags werden miteinander verrechnet und ergeben die Aptitude. Diese wird dem Resultat zum Wurf von 2W6 hinzugefügt, wobei ein Ergebnis von 6 oder weniger pbta-typisch ein Fehlschlag, eine 7-9 ein Teilerfolg und eine 10-12 ein Erfolg ist, zusätzlich gibt es mit einer 13 oder mehr einen kritischen Erfolg. Es gibt keine Moves, der Spielleiter hat mit dem Ergebnis aber eine Entscheidungshilfe, wie er die Aktion wertet. Wie oben bereits erwähnt können Techniken vor Fehlschlägen schützen, dabei wird eine 6 oder weniger einfach als 7-9 gewertet.

Im Kampf ist der Spielleiter sehr frei, normalerweise geht es in Reihenfolge der Geschwindigkeit, er kann aber auch wie in Dungeon World einfach entscheiden, wie er den Kampf haben will. Die Apititude eines Angriffswurfes wird bei einem erfolgreichen Angriff einfach zum niedrigsten Würfel hinzu addiert und schon hat man den Schaden am NPC. Der Spielleiter hat zwei Optionen, er kann für NPCs selber würfeln oder die Spieler würfeln für ihre Verteidigung, wobei der Schadensbonus des NPC zum höchsten Würfelwert des Spielers addiert wird und dem Spieler als Schaden zugefügt wird.

Die Charaktere sammeln Erfahrungspunkte für verschiedene Aktionen, etwa das Besiegen eines namhaften Gegners. Haben sie genug XP, dann steigen sie eine Stufe auf, dürfen sich eine neue Technik aussuchen, bekommen mehr HP und dürfen sich einen neuen Tag geben. Dieser Tag sollte etwas mit den vorangegangenen Taten zu tun haben, was ich sehr spannend finde. So werden ein wenig die erlebten Abenteuer direkt dokumentiert.

Vagabonds bietet Regeln für Reisen und das Hinabsteigen von Dungeons mit Ideen für Rollenverteilung innerhalb der Gruppe. Auch Vorschläge für verpatzte Würfe bei diesen Aktivitäten kann man sich aus dem Buch holen. Natürlich gibt es auch Hilfen für Loot und Ausrüstung, wobei Waffen wie in PbtA-Spielen einfach Tags besitzen, die ein Hinweis auf ihre Benutzung geben.

Das Buch:

Vagabonds ist auf Englisch und in Schwarz-Weiß gehalten. Das Format ist vielleicht ein wenig gewöhnungsbedürftig, denn es ist quadratisch. Ansonsten ist alles übersichtlich gestaltet und gut lesbar. Gut gefällt mir der Monsterteil, neben einer Vielzahl von Beispielmonstern gibt es eine Konvertierungshilfe für OSR-Monster, um seine Lieblingsgegner in Vagabonds spielbar zu machen. Darüber hinaus gibt es ganz hinten im Buch DnD-typische Charaktere als Archetypen zum sofort losspielen, welche wir bereits genutzt haben und die sehr gut funktionieren.


Für wen ist Vagabonds of Dyfed etwas:

  • Für Spieler und Spielleiter, die OSR mal anders haben wollen
  • Für Leute, die schnelle Mechaniken und flüssiges Spielen mögen
  • Für Spieler, die mehr Fokus auf Rollenspiel als Mechanik legen

Für wen ist Vagabonds of Dyfed nichts:

  • Für Spieler und Spielleiter, die ein vorgefertigtes Setting brauchen
  • Für Leute, die es taktisch und komplex haben wollen
  • Für Spieler, die eine ausführliche Charaktergenerierung und – entwicklung haben wollen

Linkliste:

Kickstarter von VoD

Sigil Stone Publishing bei rpgnow

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