Fragged Empire – Fazit

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Und auch Fragged Empire haben wir erfolgreich hinter uns gelassen, das heißt es ist wieder Zeit für ein Fazit. Mir persönlich hat FE sehr gut gefallen und auch meine Spieler sind zum größten Teil positiv gestimmt, es wird also vielleicht eine Fortsetzung geben.


Charaktere

Der Charakterbogen in FE ist sehr umfangreich und bedurfte erstmal etwas Eingewöhnung. Wir haben dann aber einigermaßen zügig Charaktere gebaut bekommen und sehr unterschiedliche Persönlichkeiten erhalten. Sehr schön ist, dass allgemeine Fertigkeiten, Spezial-, Schiffs- und Kampffertigkeiten getrennt sind und jeder Charakter in jeder Kategorie eine bestimmte Anzahl erhält. So sind alle Charaktere gut ausbalanciert und man kann immer etwas beitragen. Die Auswahl an Traits ist riesig und hier braucht man ein gutes Konzept seiner Figur im Kopf, damit man sich nicht verzettelt.

Regeln

Die eigentliche Würfelmechanik ist sehr simpel und jeder hatte diese schnell verinnerlicht. Auch das Prinzip der „Strong Hits“ hatten meine Spieler schnell drauf. Schade ist, dass der Charakterbogen in Roll20 nicht so funktionell ist und man alles manuell würfeln muss, das ist am Tisch vermutlich insgesamt etwas einfacher. Trotzdem hat es allen gefallen.

Kampf

Der Kampf ist ein großer Teil des Spiels, wir haben nur taktische Kämpfe gespielt und die haben teilweise sehr lange gedauert. Das ist in diesem Fall aber auch nicht negativ zu sehen, denn sie waren wirklich taktisch und das hat Spaß gemacht. Die Fülle an Optionen hat meine Spieler bis zu Letzt etwas überfordert. Mir persönlich haben die vielen Möglichkeiten bei den Waffen am besten gefallen, von der einfachen Pistole, über den Madenwerfer hin zum taktischen Computer mit orbitalem Bombardement gibt es alles.

Der Raumkampf ist ähnlich, allerdings sind die Runden anders strukturiert. Durch die größeren Bewegungen muss man hier als SL gut vorausdenken und eine entsprechend große Karte vorbereiten. Die Gruppe ist in unserem Kampf nur geflohen, aber auch so konnten wir einen guten Einblick bekommen. Ich finde den Raumkampf sehr gut und auch hier gibt es viele verschiedene Arten zu kämpfen, seien es Raketen, Jäger oder normale Geschütze.

Ressourcen, Einfluss, Stufen

Eines der Kernstücke des Systems sind Einfluss und Ressourcen. Es gibt Credits, kein Geldzählen, sondern Ressourcen. Ich habe also entweder die Verbindungen, das Geld oder vielleicht das Know-How um meine Ausrüstung in standzuhalten. Genauso ist es beim Schiff, hier hat man den Einfluss, den man sich erst bei NPCs verdienen muss. Dadurch ist die Gruppe auch gezwungen mehr mit ihrer Umwelt zu interagieren. Level bekommt man automatisch nach einer Anzahl an Sessions (in der Regel drei Sessions) und erhält dann einen Trait, sowie höhere maximale Ressourcen und Einfluss.

Generell fand die Gruppe dieses Prinzip sehr gut, ich finde es erleichtert die Arbeit als SL. Meinen Spielern hat es auch gut gefallen, denn sie musste nicht immer drauf achten, wie viele Credits sie haben.

Setting

Ich persönlich finde das Setting von FE klasse. Es gibt keine Menschen, die einzelnen Spezies haben alle etwas interessantes, aber eben auch Vor- und Nachteile. Die Spannungen innerhalb der Welt bieten einem viele Möglichkeiten für Abenteuer. In der Gruppe fielen die Meinungen unterschiedlich aus. Ein Spieler konnte das Setting am Anfang nicht ganz greifen, andere fanden es große Klasse. Durch das ganze Material, was es bis jetzt geht, könnte ich dutzende Kampagnen spielen, zumindest habe ich sehr viele Ideen.

Erweiterungen

Mit Fragged Empire Hacked hat der Macher Regeln und Elemente seiner anderen Settings für FE konvertiert. Dadurch gibt es neben dem normalen Kampf und den Raumschlachten noch Massenschlachten, Außenposten für die Gruppe und jetzt auch Mechakampf. Dadurch wird das Spiel natürlich noch etwas komplexer, für eine ordentliche Kampagne würde ich aber definitiv mehrere, wenn nicht gar alle Elemente reinnehmen. Dadurch würde die Kampagne absolut episch sein.

Aufwand für Spieler

Der Aufwand für Spieler in FE ist deutlich höher als in unseren bisherigen Spielen. Es ist ratsam das Regelwerk zu besitzen, um die ganzen Traits vor Augen zu haben. Dazu kommt die Fülle an Optionen, was für einen Anfänger bzw. jemanden, der FE noch nicht gespielt hat, echt überfordernd sein kann. Während des Spiels und gerade bei den Kämpfen muss man seine Aktionen gut überlegen und die Daten und Eigenschaften der Waffen im Blick haben.

Aufwand für den Spielleiter

Auch der Spielleiter muss so einiges machen. Die Karten habe ich in Roll20 gezeichnet und ich brauchte für alles Token. Das hat deutlich mehr Zeit gekostet als die Vorbereitung für andere Spiele. Auch das Bauen von Waffen, Gegnern und Schiffen kann Zeit in Anspruch nehmen, wenn man keine der vorgefertigten Dinge nutzen möchte. Dazu kommt, dass das Regelwerk sehr schlecht organisiert ist und man ständig am Blättern ist, um die passende Stelle zu suchen. Das hat leider einiges an Zeit gekostet.

Was würde ich in einer nächsten Runde anders machen

Ich würde ehrlich gesagt wenig ändern. Vermutlich würde ich mir einen Spickzettel für die wichtigsten Dinge machen, die nicht im Spielleiterschirm abgedeckt sind und besonders für Waffeneffekte. Ansonsten würde ich definitiv mehr Zeit einplanen, damit man die Kämpfe genießen kann und dann trotzdem Zeit für Rollenspiel und Erkundung ist.

Abschluss

Ich liebe Fragged Empire, es ist komplex, man muss sich etwas einlesen und einspielen, aber man wird definitiv belohnt. Und dazu noch ein Setting, das ich absolut spannend finde, mehr kann ich mir nicht wünschen. Das sieht ein Teil meiner Spieler auch so und somit kann man Fragged Empire als Erfolg unserer Fewshot-Runde sehen. Es hat eine deutliche Einsteigerhürde und ich kann nachvollziehen, dass es nicht für jeden etwas ist. Aber wir hatten Spaß und die Fragged-Reihe ist bis jetzt das einzige System in dem mir Miniaturenkämpfe wirklich Spaß gemacht haben und das soll was heißen.

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