Interstitial – Spielvorstellung

Ich gebe zu, dass ich gerne auf den Crowdfunding-Seiten stöbere und manchmal nur sehr oberflächlich gucke. In letzter Zeit bin ich etwas vorsichtiger, was ich unterstütze und manchmal gefällt mir einfach eine Idee und unterstütze es dann auf gut Glück. Ein solches Projekt ist Interstitial – Our Hearts Interwined. Es handelt sich um ein PbtA-Spiel, welches Kingdom Hearts als Vorbild hat.


Die Welt:

Alles an Insterstital schreit nach Kingdom Hearts, trotzdem gibt es ein wenig Setting mit einer groben Hintergrundgeschichte. Als die Welt Eta das erste Mal eine Überschneidung von Welten erfuhr, wurde die Sovereign Force ins Leben gerufen, welche für Recht und Ordnung sorgen sollte. Immer stärker versucht eine Gruppierung, welche sich The Others nennt, die Macht zu ergreifen und es gibt viel zu tun.

Der Grundgedanke des Spiels ist es, dass die Gruppe in die verschiedensten Welten reist und dort Abenteuer erlebt. Als Hilfe gibt es ein Tag-System mit denen sich die einzelnen Welten beschreiben lassen (z.B. Mystery, Fantasy, Sitcom, usw.), mit einer kurzen Beschreibung und Beispiele aus Büchern, Spielen oder Filmen.

Das System:

Interstitial ist ein Spiel Powered by the Apocalypse und ist darauf ausgelegt, dass die Fiktion im Vordergrund steht. Der Spielleiter beschreibt die Welt und Geschehnisse und die Spieler reagieren und erzählen was sie erzählen. Um das Ergebnis wichtiger Ereignisse zu ermitteln gibt es Moves (dt. Spielzüge). Diese haben ein vordefiniertes Ereignis bei dem sie zum Einsatz kommen und dann würfelt der Spieler 2W6 und addiert das zugehörige Attribut. In Interstitial gibt es die Attribute Light, das Symbol für Freundschaft und Liebe, Dark, die innere Frustration des Charakters, Mastery, die Gelehrsamkeit und das Studium des Charakters und Heart, das eigene Verständnis und die Bereitschaft zu lernen. Bei einer Zehn oder mehr hat man einen kompletten Erfolg, eine Sieben bis Neun ist ein Teilerfolg und eine Sechs oder weniger ist ein Misserfolg, wobei der Spielleiter das Geschehnis nach seinen Wünschen lenken kann. Das Besondere an Insterstitial sind die Links, also die Verbindungen zu anderen Charakteren und NPCs. Die Links fallen in eine von vier Kategorien, wobei diese genau wie die Attribute heißen. Light-Links sind Freundschaften und Liebschaften, Dark-Links sind Rivalitäten, Mastery-Links sind Beziehungen zwischen Meister, Lehrer, usw. und Studenten, Lehrlingen, usw., Heart-Links sind solche, die zu Selbstbeobachtung und der Entdeckung von Neuem führen. Links verändern sich konstant, gehen verloren, werden neu geschmiedet und haben Einfluss auf die Fiktion. Die verschiedenen Playbooks haben verschiedene Elemente, die mit den Links spielen. Jeder Spieler wählt sich ein Playbook, also eine Mischung aus vorgegeben Elementen und Auswahlmöglichkeiten zum Bau des eigenen Charakters. Um nochmal auf Kingdom Hearts zurück zu kommen, anhand der vorgeschlagenen Charaktere für die Playbooks kann man sich gut orientieren. Wer Sora spielen will, der nimmt den Chosen (dt. Auserwählten) oder wer Mickey Mouse spielen will, der nimmt den Mytic, aber auch andere Charaktere aus Anime, Filmen oder Büchern werden hier vorgeschlagen. Damit hat man eine sehr gute Orientierung und kann so das richtige Playbook für sich finden. Kämpfe haben in Insterstitial keine vorstehende Rolle. Ja, es gibt passende Moves, ansonsten gibt es aber nur eine kurze Aufführung, wie man mit Gegnern umgehen soll. Hier liegt es am Spielleiter, dass er passende Gegner kreiert und sie ausarbeitet. Wer sich allerdings an Kingdom Heart orientiert, sollte damit keine Probleme haben.

Das Buch:

Insterstitial ist auf Englisch und vollfarbig. Der Grafikstil versucht das Gefühl von Kingdom Hearts aufzugreifen und ich finde es soweit gut passend. Jetzt kommen wir aber zum größten Punkt, das Ganze hat lediglich 32 Seiten, wobei 30 Seiten auf die Playbooks fallen. Die PDF ist bereits öffentlich und soll knapp 18€ kosten, für mich ist der Preis nicht gerechtfertigt. Normalerweise sind die Playbooks und Moves für alle kostenlos verfügbar (zumindest bei allen PbtA-Spielen, die ich so kenne), dann fallen nur noch wenige Seiten auf den Rest. Das „Setting“ umfasst nur 7 Seiten und wird vermutlich von den meisten übergangen, wenn man Kingdom Hearts spielen möchte. Ich habe den Kickstarter unterstützt und knapp 8€ bezahlt, für die Menge eigentlich immer noch recht viel, aber mir gefällt die Idee mit meinem Bruder eine Art Kingdom Hearts spielen zu können. Das Prinzip der Links gefällt mir gut, aber grundsätzlich ist Interstitial eigentlich eher ein Hack, wobei die Künstler natürlich für das Artwork bezahlt werden mussten und die Fülle an Playbooks ist auch schön. Jeder muss für sich selbst sehen, ob einem das 18€ wert ist.


Für wen ist Interstitial etwas:

  • Für Spieler und Spielleiter, die Kingdom Hearts als Pen & Paper spielen wollen
  • Für Leute, die viele Welten in einem Spiel entdecken wollen
  • Für Spieler, die Fokus auf Beziehungen legen wollen

Für wen ist Interstitial nichts:

  • Für Spieler und Spielleiter, die eine direkte Umsetzung von Kingdom Hearts und sein Kampfsystem haben wollen
  • Für Leute, die ein umfangreiches Regelwerk erwarten
  • Für Spieler, die einen Fokus auf Kämpfe legen

CAVE:

Für gewöhnlich stelle ich Spiele vor, die ich interessant finde und die ich mehr oder minder uneingeschränkt empfehlen kann, obwohl ich bei dem einen oder andere Spiel schon zurückgerudert bin und in einem „Re-visited“ klar gestellt habe, was meine Sicht geändert hat. Wie oben beschrieben finde ich den Preis für die Verkaufsversion sehr teuer. In meinen Augen ist es auch kein vollumfassendes Spiel, weil der Spielleiter vieles, bzw. eigentlich so ziemlich alles, selber machen muss. Trotzdem finde ich das Spielprinzip, besonders die Link-Mechanik, klasse und die Playbooks haben mich so gehyped, dass ich am liebsten meine Leute (besonders meinen Bruder als großen Kingdom Hearts-Fan) zu mir verfrachtet hätte und dann sofort losspielen wollen würde. So etwas schaffen nicht viele Spiele und das Schöne an solchen relativ „grob beschriebenen“ Spielen ist, dass man sich nicht komplett an das vorgeschrieben halten muss. Ich würde nicht komplett Kingdom Hearts spielen, sondern alle möglichen Spiele, Bücher, Filme, Anime, etc. nehmen und daraus mein Kingdom Hearts machen. Es gibt sicherlich einige Leute, die ähnlich denken und genau für die ist Insterstitial in meinen Augen ein klasse Spiel, weshalb ich es vorstelle.


Linkliste:

Kickstarter von Interstitial

Linksmith Games bei rpgnow

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