Scheherazade – Spielbericht und Fazit „Das Wesen in der Statue“

Eigentlich war ja bereits für Dezember eine Runde Scheherazade geplant, die dann leider kurzfristig ausgefallen ist. Zum Glück hat es aber direkt im neuen Jahr geklappt, auch wenn hier sehr spontan noch Spieler requiriert wurden. Wir haben das Unique-System bereits mit One Piece als Setting bespielt, aber jetzt war das Original dran.


Spielleiter:

KyoshiroKami

Spieler:

  • Garion als Abbas, der Ghouljäger
  • Carnickl als Armeen, der Kameltreiber, und Muz, das Kamel
  • Taki als Semir, der Straßenjunge
  • Gwynedds als Farah, die Wüstenjägerin
  • Zantos als Aliyaya, die Derwisch

Unsere Gruppe fand sich auf dem Basar von Al-Dazim, einer Hafenstadt und Umschlagsort vieler Waren, wieder. Sie wollten sich eindecken, damit sie den Weg durch die Wüste nach Nazrin wagen konnten. Dort soll ein alter, weiser Mann leben, der Hinweise auf den Fluch geben kann, dem Scheherazade zum Opfer gefallen ist. Dieses Gerücht hatte Semir in einem Café aufgeschnappt und die Gruppe hatte beschlossen dem Ganzen nachzugehen.

Jeder machte seine Besorgungen, allerdings hatte keiner weiter die nötigen Ressourcen, um sich ein Kamel zu leisten und so war Armeen der einzige mit einem Lastentier. Bei ihren Einkäufen konnte die Gruppe dann einen Aufruhr hören. Muz bekam dies als Erster mit und alarmierte Armeen. Schnell liefen alle in die Richtung, aus der man dann Rufe hören konnte. Ein junger Mann rannte weg und wurde von einem Händler als Dieb beschimpft. Farah suchte sich eine gute Position, aber Abbas war schneller und lies sich von Armeen auf einem der Stände heben und schoss mit seinem Bogen auf den Mann. Der Pfeil durchstieß dessen Arm und der Dieb lies die kleine Statue in seinem Arm fallen, welche in tausend Scherben zerbrach, als sie auf dem Boden landete. In der Zwischenzeit schlich sich Semir an den Menschen vorbei und steckte unbemerkt ein paar Kleinigkeiten an den Ständen ein.

Der Dieb schrie vor Schmerzen und Aliyaya trat an ihn heran. In Windeseile lösten sich die schwarzen, obsidianartigen Scherben in dunklen Nebel auf und hüllten Teile des Marktes ein. Die junge Derwisch packte den Dieb und versuchte ihn aus dem Nebel zu ziehen, als sie Bewegungen bemerkte. Sie bekam es mit der Angst und suchte alleine das Weite. Abbas nutze seine Magie und konnte das Wesen sichtbar machen, das sich dort im Nebel bewegte. Aliyaya begab sich in den Zweikampf und tauschte ein paar Hiebe aus. Armeen und Semir hielten sich auf Abstand und beobachteten alles aus der Ferne. Abbas zauberte weiter und konnte das Wesen schwächen. Mit einem gezielten Schuss setzte Farah dem Wesen ein Ende und es löste sich gemeinsam mit dem Nebel auf. Sein okkultes Wissen sagte dem alten Ghouljäger, dass die Statue ein Gefängnis war und so befragte die Gruppe sowohl den Händler als auch den Dieb. Die Stadtwache tauchte auf, konnte aber erfolgreich abgewimmelt werden. Nachdem der junge Mann soweit wieder verarztet war, erfuhren sie, dass er für das Beschaffen der Statue bezahlt wurde, der Händler selbst hatte die Statue erst kurz zuvor von einem Reisenden erstanden.

Die Gruppe erfuhr, nachdem ein Arzt den Dieb komplett stabilisiert hatte, wohin dieser die Statue bringen sollte. Man ersann eine List und mit einem Beutel erstellten sie eine Attrappe. Das Café in dem die Statue deponiert werden sollte, wurde von Semir ausgekundschaftet und Armeen positionierte sich mit Muz im Hinterhof, während Farah auf dem gegenüberliegenden Dach Stellung nahm. Aliyaya und Abbas beobachteten die Gasse und der Ghouljäger konnte einen Kundschafter entdecken, den er versuchte abzulenken. Nachdem der Dieb die Ware im Hinterzimmer des Café abgelegt hatte, folgte Abbas dem Kundschafter, konnte aber nichts weiter in Erfahrung bringen, wer Bescheid bekam.

Über den Hinterhof schlich sich ein Mann in das Café und kam mit dem Bündel wieder hinaus. Muz blockierte, wie geplant, den Weg und Armeen lief durch das Gebäude und alarmierte den Rest der Gruppe. Sie verfolgten den Mann, der sich dann letztlich doch an Muz vorbeizwängen konnte. Sie konnten sehen, wie der Mann ein Haus betrat und sammelten sich davor. Armeen ließ Muz die Tür einrennen und sie überrumpelten direkt den Mann. Die Gruppe befand sich in einem Laden mit antiken Büchern, Vasen, Statuen und anderen Antiquitäten.

Die Befragung des Mannes ergab, dass sein Sohn völlig übermütig die Statue verkauft hatte, obwohl sie eigentlich sicher aufbewahrt werden sollte. Der Mann war zufällig in den Besitz geraten und hatte dann von ihrer Natur erfahren. Da die Statue bereits den Besitzer gewechselt hatte und der Preis in die Höhe gegangen war, sollte der Dieb die Statue besorgen. Für die Unannehmlichkeiten wurde die Gruppe mit ausreichend Geld ausstaffiert, damit sie sich ein weiteres Kamel kaufen konnten und so bereit waren für die Reise durch die Wüste.


Fazit:

Meine Gruppe für das Abenteuer war sehr durchmischt was die generelle Erfahrung mit Pen & Paper-Rollenspiele angeht, aber keiner hatte mit dem Spiel oder dem System Berührung gehabt. Wir haben die vorgefertigten Charaktere genutzt und nach einer kurzen Einführung in die Regeln sind wir direkt ins Geschehen getaucht.

Was von allen positiv hervorgehoben wurde war die schnelle und leicht verständliche Würfelmechanik. Dadurch, dass die Charaktere relativ wenig auf ihren Charakterbögen haben, hatte auch keiner zu viel Ballast. Jeder Spieler konnte sich auf seinen Charakter konzentrieren und alle haben ihre „Gifts“, also Talente, benutzt. Einmal wurde auch ein Mondpunkt benutzt und dann auch noch, um ein Storyelement einzubauen, was mir sehr gut gefallen hat.

Scheherazade ist ein schönes, regelleichtes Spiel. Es hat Elemente von Ubiquity, Fate und gerade der Schicksalswürfel bringt ähnliche Wendungen wie Genesys von FFG. Die Würfelergebnisse haben die Geschehnisse deutlich beeinflusst und die Spieler haben mitgefiebert. Sehr gut finde ich auch, wie Gegner funktionieren, denn die Kämpfe gehen dadurch sehr flott und ich kann als Spielleiter ohne Mühe NPCs aus dem Ärmel zu schütteln. Was für den einen oder andere Spielleiter aber vermutlich ein Problem sein wird ist die Tatsache, dass das Buch mit wenig Setting, Abenteueraufhängern und so aufwartet und es an einem selbst liegt, die Hintergrundgeschichte und die Welt selbst aufzubauen. Für einem Spielleiter wie mich, der gerne selbst die Sachen in die Hand nimmt, ist Scheherazade aber genau richtig.

Aufgrund der guten und leichten Mechanik, sowie der Flexibilität und leichten Anpassbarkeit für andere Settings ist Scheherazade ein wirklich tolles Spiel und das Unique-System eine tolle Erweiterung für den Rollenspielmarkt. Für mich persönlich ist Scheherazade mein Rollenspiel Nummer 1 von 2019 und auch der Überraschungshit.

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