Lex Arcana – Spielvorstellung

Die PDF des Grundregelwerkes für Lex Arcana ging vor wenigen Tagen an die Backer, zuvor war bereits die italienische Version fertiggestellt worden. Wir haben wieder eine alternative Erde als Setting mit einem Würfelsystem, das ich so noch nicht kannte und was für mich den Reiz am Kickstarter ausgemacht hat.


Die Welt:

Lex Arcana hat ein Setting, das für mich persönlich als großer Fan der Antike, extrem spannend ist. Doch ist in dieser Version das römische Imperium nicht zerbrochen, denn durch die Macht der Weissagung sind die Römer in der Lage ihr Ende abzuwehren. Doch die Existenz von Magie birgt ihre eigenen Probleme, denn Kulte und magische Wesen bedrohen das Imperium und seine Bewohner. Hier kommen die Charaktere ins Spiel, denn sie sind Custodes (dt. Wächter) der Cohors Auxiliria Arcana ein spezieller Teil der praetorianischen Wache, welcher sich mit okkulten und magischen Problemen auseinandersetzt. Die Spieler formen dabei eine eigene Gruppe, welche zusammen trainiert haben und verschiedene Aspekte abbilden. Ein wenig interessiert mich das Ganze an die Grayson Steele-Bücher was die einzelnen Teile der Gruppe angeht.

Das System:

Lex Arcana hat ein recht interessantes System, Charaktere besitzen Attribute und Fertigkeiten, welche noch einmal Spezialisierungen haben. Die Charaktergenerierung geschieht mit der Hilfe eines Worksheets, welches auf den ersten Blick recht kompliziert aussieht, wenn man sich das Kapitel zum Charakterbau durchliest, ist es schon deutlich einfacher. Durch die Provinz, den Hintergrund, das jeweilige Büro (Krieger, Erkunder, Gelehrter, Augur und Diplomat) und viele weitere Faktoren, erhält man dann seine Attribute und Fertigkeiten. Die Werte bilden dabei einen Pool, aber anstatt fester Würfel kann bei jedem Wurf bestimmt werden, wie man das aufteilt, wobei man grundsätzlich maximal drei Würfel werfen darf. Hat man zum Beispiel eine 12 als Wert, kann man z.B. 3W4, 2W6 oder 1W8 + 1W4 werfen. Zeigen alle Würfel ihren höchsten Wurf, dann explodiert dieser und man darf nochmal würfeln. Daher ist die Wahl der Kombination eine taktische Entscheidung.

Der Kampf ist soweit interessant, dass der Nahkampf grundsätzlich simultan abgearbeitet wird, lediglich Fernkämpfer agieren unabhängig. Dadurch entfällt eine Initiative, Fernkämpfer können auch vor dem eigentlichen Schlagabtausch, also während sich Gegner nähern, bereits feuern. Im Nahkampf gibt es immer sogenannte Duelle, also Eins-gegen-Eins-Situationen. Gibt es mehr Gegner, so können diese auf bereits im Duell befindliche Charaktere verteilt werden, was den Gegnern Vorteile liefert (und natürlich auch andersherum, wenn die Charaktere in der Überzahl sind). Im Duell entscheidet der höhere Wurf, wer Angreifer und wer Verteidiger ist, lediglich der Angreifer ist in der Lage Schaden anzurichten. Dafür wird die Differenz aus den Werten gebildet, wobei Schilde dem Verteidiger hier helfen. Je höher die Differenz, umso höher der Multiplikator für den Schadenswurf, der Verteidiger würfelt hingegen seinen Schutzwurf, übersteigt der Schadenswurf den anderen, so erleidet der Verteidiger die Differenz als Schaden. Der Fernkampf ist etwas einfacher, denn hier wird ein einfacher Wurf gegen eine feste Schwierigkeit, je nach Entfernung, abgelegt.

Was mir gut gefällt ist die Tatsache, dass Magie in Lex Arcana lediglich verschiedene Formen der Wahrsagerei umfasst. So lassen sich Omen deuten, Zeichen der Götter erkennen oder ein Blick in die Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft werfen. Es gibt keine Feuerbälle oder Ähnliches und die Spieler sollten diese Fähigkeiten auch vorsichtig nutzen, um es sich nicht mit den Göttern zu verscherzen. Diese können ebenfalls von den Spielern um ihre Hilfe gebeten werden, jedes Büro hat dabei seinen persönlichen Hauptgott.

Im Spiel gibt es Erfahrungspunkte, wobei auch hier das Prinzip etwas anders ist. Während der Charaktergenerierung verteilt der Spieler Punkte als Multiplikatoren auf die jeweiligen Fertigkeiten. Erhält man dann Erfahrung, so wird diese mit jedem einzelnen Multiplikator der Fertigkeiten multipliziert und man erhält die jeweiligen Curriculumspunkte des Attributs. Damit hat man Einfluss, wie gut man die Fertigkeiten und Spezialisierungen steigern kann.

Der Spielleiterteil ist recht kurz, liefert in meinen Augen aber alle nötigen Informationen und Tabellen als Hilfe. Hier muss eine Spielrunde zeigen, ob diese auch etwas taugen. Dies gilt auch für die Würfelmechanik und den Charakterbau.

Das Buch:

Lex Arcana ist vollfarbig und sowohl in Englisch als auch Italienisch erhältlich. Ich finde das Buch gut lesbar und sehr übersichtlich gestaltet. Die wichtigsten Begriffe sind auf Latein gewählt, das finde ich sehr passend zum Setting, allerdings kann man hier auch schnell durcheinander kommen. Mir persönlich gefällt der Gegnerteil am besten, denn hier gibt es eine sehr nette Auswahl an Monstern, aber auch menschlichen NPCs, wobei die Monster und mythischen Wesen eine gute Portion Hintergrundwissen mitliefern. Abgerundet wird alles durch ein paar Abenteuer mit Karten und speziellen Monstern. Für Unterstützer des Kickstarter folgt noch der Band über Ägypten und Magie.


Für wen ist Lex Arcana etwas:

  • Für Spieler und Spielleiter, die Fans der Antike sind
  • Für Leute, die sich gerne mal auf andere Mechaniken und Charaktergenerierung einlassen wollen
  • Für Spieler, die gerne taktieren

Für wen ist Lex Arcana nichts:

  • Für Spieler und Spielleiter, die Probleme mit Latein haben
  • Für Leute, die ausgefeilte Manöver im Kampf haben wollen
  • Für Spieler, die ihren Charakter direkt auf dem Charakterbogen bauen wollen

2 Gedanken zu “Lex Arcana – Spielvorstellung

  1. cooles Ding. Danke für deine Einschätzung. In welchem Jahr spielt das Setting? Wie wird das Römische Reich beschrieben? Gibt es auch ein Ostrom?

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    • Das römische Reich ist in Lex Arcana komplett, es gibt keine Aufspaltung oder Abspaltung von Gebieten. Das Ganze spielt im 5. Jahrhundert, die Abenteuer im Buch spielen um das Jahr 1230 aUc, also ~477 nach Christus.

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