Costume Fairy Adventures – Spielvorstellung

Ich kämpfe mich weiter durch die Masse an Spielen in den vielen Bundles und habe mal wieder etwas Interessantes gefunden. Costume Fairy Adventures ist ein niedliches Spiel, welches sicherlich für Eltern mit Kindern gut geeignet ist. Denn CFA ist ein fröhliches Rollenspiel mit viel Spaß und Schabernack.


Das Setting:

Costume Fairy Adventures kann in jedem beliebigen Setting gespielt werden. Die Spieler schlüpfen in die Rolle von verschiedener Feen, wie Elfen, Pixies, Goblins oder Brownies. Der Großteil ihrer Zeit verbringen sie mit dem Spielen von Streichen und dem Verursachen von Chaos, meist auf Kosten der Big Folks, z.B. der Menschen. Im Grundspiel werden drei mögliche Hintergründe mitgeliefert, der Verzauberte Wald, Magisches Gaslicht und Ritterliche Raumschiffe, alle mit möglichen Orten und NPCs. Zudem gibt es mehrere veröffentliche (käuflich erwerbbare) Playsets, die ebenfalls Orte, NPCs, Hintergrund und passende Streiche liefern.

Das Spiel:

Costume Fairy Adventures nutzt einfache W6 für Proben. Für seinen Charakter bestimmt man zunächst seine Art (Fairy, Pixie, Sprite, Brownie, Goblin oder Elf), welche festlegt, wie oder ob man fliegen kann und was man für eine Power hat, Pixies sind zum Beispiel besonders widerstandsfähig oder Fairys können extrem gut fliegen. Dann kommen die Facetten (Moxie, Focus, Craft, Grace und Shine), also quasi die Attribute, wobei es hier eher an die Herangehensweise an ein Problem geht. Quirks beschreiben den Charakter und sollten passend zur höchsten und zur niedrigsten Facette gewählt werden, etwa ob man kompetitiv, melodramatisch oder paranoid ist. Auch die namensgebenden Kostüme haben Quirks und auch Orte besitzen solche, man kann sie etwas mit Aspekten aus Fate vergleichen, denn auch die Quirks können bei Proben helfen. Für diese sucht sich der Spieler die passende Facette heraus und nimmt sich einen Würfel, hat er einen passenden Quirk, kommt ein weiterer Würfel dazu. Wenn ein Quirk vom Kostüm und/oder vom Ort hilft, dann kommen dort jeweils weitere Würfel dazu, wobei aus einer Quelle (Charakter, Kostüm und Ort) jeweils nur ein Würfel dazukommen kann. Dann wird gewürfelt und man schaut nach dem höchsten Würfelwert, der kleiner oder gleich dem Facetten-Wert ist, dies ist das Ergebnis der Probe. Passt kein Würfel, dann ist das Ergebnis gleich 0, ein Wert von 1 oder höher ist ein Erfolg. Jede 6 liefert dabei einen Punkt Magie für den Spieler, eine Art Meta-Ressource, und einen Punkt Ärger, das Äquivalent des Spielleiters.

Agieren zwei Personen gegeneinander, so wird das Contest genannt. Beide Seiten würfeln und wer, nach den oben beschriebenen Regeln, das höchste Ergebnis erzielt hat, der gewinnt. Egal bei welcher Art von Probe, die Narration wird immer von dem übernommen, der die Probe gewonnen/geschafft hat. Bei einem Contest bekommt der Verlierer Stress in Höhe des Ergebnisses des Gewinners. Dabei muss ein Contest keine physische Auseinandersetzung sein, es kann auch eine Diskussion oder ein Rennen sein. Erreicht der Stress das Stress Limit des Charakters, dann ist dieser aus dem Spiel. Dabei entscheidet immer der betroffene Spieler wie sein Charakter die Szene verlässt. Generell ist eine Abwesenheit interessant, denn hier hat der Charakter die Chance zu Essen und so Stress abzubauen, sich ein neues Kostüm zu suchen und/oder ein neues Kostüm anzuziehen. Im Spiel gibt es 108 verschiedene Kostüme, welche alle zwei Quirks und eine Power besitzen. Diese Kräfte benötigen in der Regel die Nutzung von Magic (siehe oben). Außerdem kann man mit Magic auch Wunschdenken anwenden. Hierbei äußert man einen Wunsch, gibt drei Magic aus und würfelt auf eine Facette. Ist die Probe erfolgreich, so funktioniert das Wunschdenken, wie man es möchte, man hat wieder die Narration in der Hand. Bei einem Misserfolg erzählt der Spielleiter, was an dem Wunsch anders verläuft als gewollt.

Trouble ist, wie oben schon erwähnt, die Ressource für den Spielleiter, um Probleme ins Spiel einzufügen, Kräfte von NPCs zu nutzen oder ein Desaster herbeizuführen. Im Buch gibt es eine ganze Reihe an Möglichkeiten beschrieben, wie man die Punkte gut nutzt.

Ein weiterer wichtiger Aspekt sind die Shenanigans, also die Streiche. An sich kann man diese Streiche als eine Art Mutprobe ansehen. Der Spielleiter kann diese vorbereiten, in den Playsets gibt es fertige, oder man bastelt sie quasi spontan. Wenn die Spieler sich dran wagen und den Streich erfolgreich vollführen, dann bekommen sie Mote, also Staubkörner. Mechanisch bringen diese Motes nichts, sie sind eher als Achievements zu sehen, ganz wie in Videospielen. Man kann damit zeigen, was man für Streiche erfolgreich ausgeheckt hat.

Darüber hinaus bietet Costume Fairy Adventures viele optionale Regeln und Extras, um das Spielerlebnis an seine Wünsche anzupassen. Kernstück bleiben aber die unzähligen, lustigen Kostüme und der Wunsch nach Chaos und Streichen der Charaktere.

Das Buch:

Costume Fairy Adventures umfasst 328 Seiten, ist auf Englisch und vollfarbig. Das Layout ist sehr übersichtlich und gut lesbar, ich hätte vielleicht den einen oder anderen Abschnitt anders angeordnet. Die PDF-Version kommt mit den Kostüm-Karten als komplette PDF und (was für mich als Roll20-Nutzer besonders wichtig ist) den Karten als einzelne Bilder. Alle Abbildungen in CFA sind sehr niedlich und generell ist alles sehr liebevoll gestaltet. Ich denke, dass man das Spiel sehr gut geeignet ist, um es mit Kindern zu spielen.


Für wen ist Costume Fairy Adventures etwas:

  • Für Spieler und Spielleiter, die ein leichtes, erzählorientiertes Rollenspiel haben wollen
  • Für Leute, die Streiche, Kostüme und alltägliche Abenteuer mögen
  • Für Spieler, die gerne die Narrative übernehmen wollen

Für wen ist Costume Fairy Adventures nichts:

  • Für Spieler und Spielleiter, die umfangreiche und komplexe Regeln wollen
  • Für Leute, die eine epische Kampagne und größere Abenteuer wollen
  • Für Spieler, die tiefgreifende Charaktergenerierung und –entwicklung wollen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s