Kids on Brooms – Spielvorstellung

Mit Kids on Brooms erschien vor kurzem der nächste Ableger von Kids on Bikes. Diesmal geht es um eine magische Schule im Stile von Harry Potter. Wer also in eine magische Parallelwelt tauchen will und ein regelleichtes System sucht, der ist hier genau richtig.


Die Welt:

In Kids on Brooms erstellt die Gruppe gemeinsam anhand von Fragen ihre magische Schule, die Schulleitung und interessante/mysteriöse Orte und Gerüchte um die Schule herum. Grundsätzlich kann man mit Kids on Brooms auch Hogwarts bespielen oder eine andere Schule im HP-Universum, aber es erlaubt weit mehr durch diese freie Gestaltung. Die Gruppe kann auch den Umfang der Beziehungen zueinander und NPCs entscheiden (etwa für einen Oneshot sehr kurz). Zudem kann die Gruppe eigene Ideen für (ungewöhnliche) Unterrichtsfächer einbringen und überlegt sich gemeinsam eine Freizeitaktivität, welche von den Schülern gespielt wird (bevorzugt mit Besen).

Das Spiel:

Kids on Brooms nutzt die gleichen Regeln wie Kids on Bikes und erinnert ein wenig an Savage Worlds. Charaktere werden über Tropes erstellt, etwa der Lehrerliebling, der exzentrische Lehrer oder der perfekte Präfekt, welche Playbooks ähneln, da sie die Verteilung der Stats und passende Stärken und Schwächen vorschlagen. Auch gibt es Trope-spezifische Fragen für die Charakterbeschreibung.

Grundsätzlich geschehen alle Proben über die Stats Brains, Brawn, Fight, Flight, Charm und Grit, welche einen Würfelwert von W4, W6, W8, W10, W12 oder W20 besitzen. Bei einer Probe wird gegen eine vom Spielleiter festgelegte Schwierigkeit gewürfelt. Zeigt der Würfel die Maximalzahl an, also etwa eine 6 auf dem W6, und der Zielwert ist noch nicht erreicht, dann darf der Würfel erneut gewürfelt werden und zu dem vorherigen Ergebnis addiert werden. Das Alter, der Zauberstab, der Besen, Stärken und auch Unterrichtsfächer können Boni auf die Probe geben. Vom Ergebnis wird die Schwierigkeit abgezogen und anhand einer Tabelle kann man ablesen, wie das Ergebnis zu interpretieren ist bzw. ob der Spieler oder der Spielleiter das Ergebnis beschreiben darf. Außerdem wird noch unterschieden, ob gezaubert wird oder nicht. Beim Zaubern wird zusätzlich noch ein W4 als magischer Würfel geworfen und die oben genannten Fächer können Boni liefern. Bei normalen Proben unterscheidet man noch, ob man Zeit hat oder nicht. Hat man Zeit, kann man auch den halben Wert seines Würfels nehmen (der ein oder andere kennt eine ähnliche Mechanik bei Ubiquity mit „den Durchschnitt nehmen“), muss es schnell gehen oder ist man einer Gefahr ausgesetzt, dann kann man das nicht und muss würfeln. Auch beim Zaubern muss immer gewürfelt werden, es gibt hier keine festen Zauber. Der Spieler gibt an, was er erreichen will und anhand des passenden Faches wird das Attribut ausgesucht. Der Spielleiter hat verschiedene Tabellen, um die Schwierigkeit zu ermitteln (z.B. Reichweite, Dauer und Maß an Realitätsbeugung). Geht der Zauber (oder auch ein physischer Angriff) gegen ein Lebewesen, so würfelt dieser dagegen und die Differenz der Würfe bestimmt den Ausgang (wie schon oben bei den Proben beschrieben).

Das Alter der Charaktere entscheidend. Dei Kids on Brooms gibt es drei Kategorien Underclass (14 Jahre und Jünger), Upperclass (15 bis 20 Jahre) und Fakultät (21 Jahre und älter), es ist also auch möglich ein Professor, Assistent oder sonstiger Mitarbeiter zu sein. Je nach Alter erhält man auf unterschiedliche Attribute einen Bonus und andere Stärken. Wer möchte, der kann auch eine andere Spezies spielen, dies hat aber keinen mechanischen Einfluss, sondern wirkt sich nur auf die Erzählung aus. Das System ist wie schon erwähnt sehr regelleicht und handwedelt daher diese Punkte. Es wird auch auf Geschlecht, Ethnien und Inklusion sehr detailliert eingegangen. Abgerundet wird alles über den Zauberstab, den Besen und das Begleittier.

Jeder in der Gruppe kann pro Schuljahr drei Fächer auswählen, denen er sich widmet. Gemeinsam sollte dann ein Stundenplan erstellt werden. Während einer Session und dazwischen können die Charaktere Marks erlangen, wenn sie eine passende Probe zu einem Unterrichtsfach abgelegt haben. Mit genügend Marks werden die Charaktere besser in dem Fach und erhalten einen Bonus auf Proben.

Das Buch:

Kids on Brooms hat knapp 100 Seiten und ist auf Englisch. Die Bilder sind farbig, das Layout ist übersichtlich und gut lesbar. Der eigentliche Regelkern ist relativ klein, es gibt viele Beispiele und es wird viel Hilfestellung zum Settingbau gegeben. Mir gefällt, dass man nicht versucht hat Harry Potter bzw. Hogwarts eins zu eins umzusetzen oder nachzuahmen, sondern auch ermöglicht seine völlig eigene Schule zu bauen auch mit anderem Hintergrund.


Für wen ist Kids on Brooms etwas:

  • Für Spieler und Spielleiter, die Abenteuer in einer Zauberschule erleben wollen
  • Für Leute, die viele Freiheiten und Settingbau mögen
  • Für Spieler, die leichte und schnelle Regeln mögen

Für wen ist Kids on Brooms nichts:

  • Für Spieler und Spielleiter, die genau Harry Potter spielen wollen und entsprechendes Material erwarten
  • Für Leute, die Zauberlisten und taktische Möglichkeiten erwarten
  • Für Spieler, die große Charakterentwicklung wollen

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