Pathfinder 2/Runeterra – Spielbericht und Fazit „Willkommen in Piltover“

Als auf DnDBeyond das Abenteuer „Dark Tides of Bilgewater“ veröffentlicht wurde, war ich sofort begeistert. League of Legends ist in meinem Freundeskreis immer eine Art Konstante gewesen. Da mir aber DnD5 nicht so 100%ig zusagt und ich Pathfinder 2 endlich mal richtig austesten wollte, gab es ein gewagtes Experiment meinerseits, wir setzen die Welt von Runeterra mit Paizos zweiten Edition von Pathfinder um. Da es sich hierbei um eine Herzensangelegenheit handelt, gibt es sowohl einen Spielbericht und ein entsprechendes Fazit zu der Runde.


Spielleiter:

KyoshiroKami

Spieler:

  • Acroamatic als MK-1, Human Ranger, angelehnt an Viktor
  • Alu als Nerag, Human Champion, angelehnt an Garen
  • Gam als Yadrin, Human Oracle, angelehnt an Yorick
  • Spawn als Iralzam, Human Sorcerer, angelehnt an Malzahar

Jeder der vier „Helden“ fand sich in Piltover auf einem der vielen Märkte. MK-1, ein Mensch, der seinen Körper nach und nach durch Technologie ersetzt, war gerade dabei ein Stück Hextech zu stehlen, als der Händler ihn erwischte. Nerag war Zeuge, hatte die Situation aber falsch verstanden und wollte MK-1 helfen, der die Flucht ergriff. Auch Iralzam und Yadrin hatten ihr Interesse an den beiden, als es einen Knall gab und ein gelblich-grüner Nebel den Nordteil des Marktes flutete. Es entstand eine Panik und man konnte einen Mann hören, der sein Hab und Gut schützen wollte.

Als der Nebel sich verzogen hatte, war ein Stand verwüstet und der Besitzer lag bewusstlos am Boden. Sowohl Nerag als auch Yadrin eilten ihm zur Hilfe, während MK-1 passende Ausrüstung bei einem unbewachten Stand stahl. Der Händler kam wieder zu sich und suchte nach einem Objekt, was aber offenbar gestohlen worden war, alle anderen Habseligkeiten waren noch da. Die Szene wurde durch das dröhnende Geräusch eines Wheelbikes, von dem eine in lila gekleidete Frau mit einem riesigen Gewehr abstieg. Officer Caitlyn musterte die Gruppe und machte sich ein Bild von allem. Es war nicht der erste Diebstahl dieser Art und die Polizei hatte alle Hände voll zu tun. Yadrin war etwas unüberlegt bei seinen Formulierungen und die Frau nahm sein Hilfsangebot an. Sie wollten ein paar Hinweisen nachgehen, dann könnten sie frei ihrer Wege gehen.

MK-1 und Nerag wollten eigentlich nicht mitkommen, die beiden anderen schleiften sie aber mit sich mit und so ging es zur Golddrachentaverne. Der dortige Wirt Arkturus war gut vernetzt und nach dem hastigen Genuss von Met und dem Hinweis aus Caitlyn, erfuhr die Gruppe, dass an den Raubzügen verlorene Kinder aus Zaun beteiligt waren, das Vorgehen aber extrem gut geplant und schon fast militärisch organisiert war. Das war sehr untypisch und es schien so, als wenn etwas Größeres dahinter steckte. Da die Aufzüge nach Zaun, der Stadt unter Piltover, gut bewacht waren, musste dies bedeuten, dass alte Kanäle und Tunnel als Weg zwischen den Städten genutzt wurden. Arkturus konnte den Helden mögliche Einstiegspunkte nennen und sofort wollte die Gruppe aufbrechen.

Der rostige Kanaldeckel hatte frische Werkzeugspuren und ließ sich leicht anheben, sodass die Gruppe ohne Mühe in die Kanalisation gelangen konnte. Hier war es muffig, feucht und dunkel. Nerag ging voran und konnte hier unten Schritte vernehmen, die von weiter vorne stammen mussten. Hinter einer Ecke konnte er eine Gruppe Personen ausmachen, die deutlich mit Technologie modifiziert waren. Ein Junge, welcher an der Spitze der Formation war, nahm Reißaus. Der Rest zog seine Waffen und ging zum Angriff über. Nerag musste einen schweren Schlag hinnehmen. MK-1 nutzte seine Drohne zur Aufklärung und schoss auf einen der Gestalten. Iralzam und Yadrin blieben eher im Hintergrund, dann nahm Nerag all seine Kraft zusammen und machte seinem Gegenüber den Garaus. Er bedrohte die anderen Banditen, einer nahm ebenfalls die Beine in die Hand. MK-1 erledigte einen weiteren der Angreifer und so machte sich die Gruppe an die Verfolgung des Jungen. Yadrin blieb mit Nerag zurück und flickte diesen zusammen.

MK-1 und Iralzam folgten dem Jungen bis zu einer Leiter, die nach oben führte und warteten hier auf den Rest der Gruppe. Das Gewölbe, welches sie dann betraten wirkte bedrohlich auf unsere Helden. Direkt den Gang vor ihnen schloss sich eine schwere Tür. Ohne zu zögern, stemmte Nerag diese auf und wurde durch einen Trupp Soldaten in Empfang genommen. Die Soldaten boten keine Herausforderung und wurden sofort außer Gefecht gesetzt.

Die Gruppe versuchte sich in den Gängen und Tunneln zurechtzufinden, als sie ein mechanisches Heulen vernehmen konnten. Sie erkundeten einen Gang und Nerag und die Drohne von MK-1 machten ein mechanisches Konstrukt aus, welches die Gänge durchkämmte. Da die Mauern verfallen und brüchig waren, ließ Nerag diese einstürzen, in der Hoffnung, sich nicht den weiteren Weg verbaut zu haben. Schließlich kamen sie in eine größere Kammer, wo ein weiteres Konstrukt und mehrere Soldaten den Weg versperrten. Yadrin setzte alles daran, seine Verbündeten zu beschützen und auch Iralzam nutzte seine magischen Fertigkeiten. MK-1 erledigte mit seiner zuvor gestohlenen Waffe das Konstrukt und auch die Soldaten hatten keine Chance.

Jetzt galt es den Jungen zu finden und tatsächlich, in einer der hinteren Räume war er gerade dabei ein Bündel an einen Schwarm Raben zu übergeben, welche es nach oben durch die Gitter trugen. Die Gruppe stellte den Jungen und die Befragung ergab, dass er spezielle Instruktionen hatte, dieses Objekt zu stehlen und hier abzuliefern. Durch einen Wartungsschacht gelangte die Gruppe nach oben an die Oberfläche. Dort landeten sie direkt im Hafen von Piltover und konnten die Raben um ein Schiff mit der Flagge von Noxus herumfliegen sehen, welches sich schnell in Richtung offenes Meer bewegte. Jemand hatte viel Aufwand betrieben, um an diese Technologie zu kommen und es ist sicherlich nicht zum Wohle von Piltover.


Fazit:

Die Runde hat sehr viel Spaß gemacht und lief sehr rund. Zum Spielen haben wir Foundry VTT benutzt und die Automation bei Pathfinder 2, sowie der Umfang der Kompendien sind sehr beeindruckend. Dadurch war der Regelteil der Runde sehr einfach für mich. Fast alle Spieler hatten noch keine Berührung mit Pathfinder 2, was aber, Dank der oben erwähnten Dinge, absolut nicht ins Gewicht fiel.

Ich habe bereits Pathfinder 2 geleitet und auch am Playtest teilgenommen. Mir hat das System gut gefallen und die Auswahl ist durch Regelwerk und Advanced Players Guide mehr als ordentlich. Was mir immer noch ein Dorn im Auge ist, ist das Balancing von Begegnungen, die funktioniert wie in Starfinder eher schlecht und als Spielleiter muss man hier ein gewisses Gespür haben. Der erste Kampf hätte ein TPK werden können, wenn ich die Gegner nicht fix abgeschwächt hätte. Die nächsten Kämpfe wiederum fühlten sich deutlich zu leicht an, aber der Gruppe hatte es Spaß gemacht sich quasi durch Minionhorden zu schnetzeln.

Bleibt noch die Verbindung von Runeterra und Pathfinder 2. In dem oben erwähnten Abenteuer für DnD5 gibt es ein paar Charakteroptionen, die passend zu LoL sind. Durch die Vielzahl an Optionen in Pathfinder 2 musste ich relativ wenig machen, wir haben einfach Dinge umbenannt und schon hatten sie gepasst. Die Gruppe ist der Auffassung, dass die Regeln gut zu den gewünschten Charakteren gepasst haben und auch das Runeterra-Feeling war da. Somit war die Entscheidung für ein alternatives Regelwerk durchaus angebracht. Charaktere sind mir in DnD5 leider einfach etwas zu starr und festgelegt bei den Optionen, das Problem sehe ich bei Pathfinder mit den vielen Feats nicht so. Wir haben die Charaktere mit der Pathbuilder 2-App erstellt, dadurch haben wir den Prozess deutlich beschleunigt.

Dank Foundry und den vielen Optionen in Pathfinder 2 würde ich jederzeit wieder ein Abenteuer in Runeterra anbieten. Es hat viel Spaß gemacht und das VTT hat mir viel Arbeit abgenommen, weshalb ich mehr Augenmerk auf die Geschichte werfen konnte. Die Gruppendynamik war super und wir hatten sehr interessante Charaktere.

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