Mythos World – Spielbericht und Fazit „Das besondere Skierlebnis“

Direkt zum Einstieg in das neue Jahr habe ich eine neue Runde Mythos World angeboten. Als Powered by the Apocalypse-Spiel (PbtA) bietet es Abenteuer rund um den Mythos von H.P. Lovecraft mit deutlich geringerem Regelgerüst und den Fokus auf die Erzählung. Ich habe das Spiel bereits vorgestellt und möchte nun einen Einblick in die Runde und meine Vorbereitung geben, sowie ein Fazit ziehen.


Spielleiter:

KyoshiroKami

Spieler:

  • Browsepulver als Sepp Huber, Farmer
  • GreyHead als Richard „Rick“ Reichert, Ermittler
  • Mrbananenbrot als Richard von Hoheneck, Erbe
  • MrSchwachsinn als Dr. Erich Hupfenberg, Mediziner

Alle Vier befinden sich im Januar 1922 in beschaulichen (fiktiven) Skiort Markt Gessenheim in den deutschen Alpen. Es hat viel geschneit und das Örtchen ist vor allem bei den Reichen beliebt. Unter der Hand wird über eine Auktion seltener Bücher und Antiquitäten gesprochen, welche in den nächsten Tagen stattfinden soll. Dies zieht eine große Zahl reicher Sammler, aber auch allerlei zwielichtige Gestalten an. Rick Reichert ist derzeit beschäftige den Baron von Egelsberg zu beschatten, da seine Ehefrau vermutet, dass er seine Geschäftsreisen auch für andere Tätigkeiten nutzt. Somit befindet er sich gerade auf der Bergstation über dem Ort und verfolgt den Baron. Er belauscht ein Gespräch, bei dem es um die Auktion geht. Unter anderem soll es ein Exemplar von „In Nomine Satanis“ geben, welches eigentlich von der Inquisition verbrannt wurde und von dem keine Abschriften existieren. Zur Bestätigung der Echtheit wurde sogar eine Koryphäe beauftragt, der renommierte Professor Dr. Humperdinck. Rick kann den Gesprächspartner nicht identifizieren. Zu der Zeit kommt Sepp Huber mit seinem Schlittengespann den Berg hochgefahren, um Waren an die Gastwirtschaft zu liefern. Rick nutzt die Möglichkeit und hilft beim Abladen, sodass er den Baron weiter im Blick hat.

Zur gleichen Zeit ruht der ältere Dr. Hupfenberg seine Glieder in eine der kleinen Hütten auf dem Berg aus und wärm sich. Da das Wetter absolut perfekt ist, kann er die Bergspitzen der Taleinfahrt gut erkennen, auf denen scheinbar reger Betrieb herrscht. Das kommt ihm komisch vor, da diese nicht für den Skibetrieb freigegeben sind. Er nutzt ein Fernrohr und kann sehen, dass dort mehrere Pferdekarren stehen und Personen Fässer abladen. Er kann gut die Spur ins Tal zurückverfolgen und nimmt sich vor, dorthin mit den Skiern zu fahren.

Richard von Hoheneck genießt den Skiurlaub ohne die Aufsicht seiner Eltern. Er hat Interesse an der Auktion, von der er von einem Freund erfahren hat. Als er sich noch mehr Glühwein an der Theke bestellen will, um seine Skibegleiterinnen zu versorgen, wird er von einem Mann angesprochen. Er erhält eine Visitenkarte für die Auktion und steckt diese ein. In dem Moment gibt es einen lauten Knall und ein Aufruhr entsteht. Eine riesige Rauchwolke steigt von einem Berg an der Taleinfahrt auf und eine Lawine bahnt sich den Weg ins Tal. Einige Besucher auf der Skiplattform, unter anderem Dr. Hupfenberg, Sepp und Rick, wollen helfen. Der Doktor entdeckt auch Richard von Hoheneck, einen seiner Medizinstudenten und nimmt diesen in die Pflicht.

Nach einem Abstecher zum Hotel, wo der Doktor seine medizinische Ausrüstung holt, kommen sie zum Fuß des Berges. Die Lawine hat das Tal komplett abgeschottet und den Zug, der auf den Weg nach Markt Gessenheim war, teilweise entgleisen lassen und unter sich begraben. Wild versuchen Helfer Verschüttete zu bergen. Der Anblick der Verletzten schüttelte die vier Helfer ordentlich durch. Richard entdeckte einen Mann, der mit zwei Polizisten diskutierte und von einer Entführung sprach. Diese glaubten ihm aber nicht und ließen ihn stehen. Richard sprach den Mann an und erfuhr, dass er der Assistent von Professor Dr. Humperdinck war und dieser aus dem begrabenen Zug entführt wurde. Als Sepp und Rick davon erfuhren, konnte der Ermittler alles einordnen. Sepp wollte weitere Hilfe haben, er vergriff sich aber bei anderen Helfern im Ton und kassierte eine Backpfeife für seine Äußerungen.

Die Vier konnten auffällige Spuren ausmachen, die vom Rest abwichen und folgten diesen auf Sepps Karren. Der Weg führte sie um den See bei Markt Gessenheim herum und dann zum Wald, der diesen See fast komplett umschloss. Sie gingen weiter zu Fuß als innerhalb von Minuten ein dichter Nebel aufzog. Aufgrund des Schnees konnte man den Spuren gut folgen und als diese sich trennten, folgten sie der schwereren Spur, da sie vermuteten, dass der Professor getragen wurde. Sepp wusste, dass am See eine verlassene Anglerhütte war und sie steuerten darauf zu. Als sie dort ankamen, wurden sie gehört und versuchten in Deckung zu gehen. Richard war nicht schnell genug und mimte den verlorenen Wanderer, den die Lawine von seiner Gruppe getrennt hatte. Die beiden Männer, die ihn dort gefunden hatten taten freundlich und zeigten ihm den Weg zurück zum Ort. Als Richard diesem scheinbar folgte, konnte der versteckte Rest die Beiden reden hören, dass ihr Boss mehr unternehmen musste. Einer der Männer bekam dabei Angst und meinte, dass ihn das ekelte.

Die Gruppe schlich zum Haus und auch Richard kam, nachdem er einen großen Bogen gelaufen war, dazu. Durch die verschmutzten Fenster konnten sie vier Männer erkennen. Der Assistent vom Professor konnte diesen identifizieren. Der Professor war an einen Stuhl gefesselt und studierte ein Buch auf einem Holztisch. Die beiden Schergen waren auch da, sowie ein glatzköpfiger Mann mit einer riesigen Narbe auf dem Kopf. Während die Gruppe überlegt, was sie tun sollten, begann der Narbenmann eine Art Ritual zu halten. Die Gruppe stürmte rein und versuchte unter Gewaltandrohung die Männer zur Aufgabe zu zwingen. Der Glatzkopf ließ sich nicht beirren und sprach in einer fremden Sprache weiter seinen Spruch. Dr. Hupfenberg wollte den Mann unterbrechen, bekam es aber mit einem der Schergen, einen riesigen, dicken Mann zu tun. Sepp sprang auf dessen Rücken und der Doktor injizierte ihm ein schweres Beruhigungsmittel, sodass dieser umfiel und Sepp unter sich begrub. Rick bedrohte den Mann weiterhin mit seiner Waffe und wurde vom anderen Schergen gerammt und fiel um. Richard von Hoheneck kam durch das Fenster herein, griffe den Glatzkopf an, wurde aber abgewehrt. Das Ritual wurde beendet und eine riesige, geflügelte Schlange erschien. Richard wurde gebissen und verletzt. Dr. Hupfenberg nahm bei dem Anblick Reißaus und rannte aus dem Haus.

Das Wesen war schwer zu treffen und der Assistent vom Professor alterte nach einem Blick auf das Wesen um viele Jahre.  Sepp zündete eine Öllampe an und warf diese auf das Wesen, dadurch finden Wand und Dach Feuer und schnell breitete sich das Feuer aus. Rick Reicherts geübter Blick konnte erkennen, dass das Schlangenwesen die Fenster mied, also beorderte er alle nach Draußen und kurz darauf stürzte das Dach ein. Der Narbenmann wurde unter den Trümmern begraben und das Wesen schien sich aufgelöst zu haben. Der Professor bedankte sich für die Rettung und bestätigte, dass das Buch der drei Männer tatsächlich das besagte „In Nomine Satanis“ und Anleitungen zur Magieausübung beinhaltete. Kurzentschlossen wurde dem Professor unter Protest das Buch weggenommen und in die Flammen geworfen. Niemand wollte noch mehr Unheil auf diese Welt loslassen.


Fazit:

Wir hatten einen extrem spannenden Abend und Allen hat es sehr gut gefallen. Ich habe ehrlich gesagt sehr wenige Vorbereitungen im Vorfeld getätigt. Ich hatte eine generelle Zusammenfassung geschrieben (Eine Auktion wird durch einen Kult unterwandert) und darauf aufgebaut. Ich hatte mir aus dem Regelwerk einige NPCs, ein Wesen und einen Mythos-Ort herausgeschrieben. Letztlich ist nur ein NPC davon zum Tragen gekommen, ich habe im Laufe des Abenteuers spontan umdisponiert und ein anderes Monster herausgesucht.

Über die Charakterstellung und die Angaben der Spieler dabei habe ich jede Menge Storyansätze bekommen und darauf aufgebaut. Alle haben gut mitgemacht und Ideen eingebracht. Ich mag diesen minimalistischen Ansatz der Vorbereitung, da ich gerne improvisiere, zwischenzeitlich hatte ich aber auch Sorge, dass wir vielleicht etwas zu langsam in der Geschichte vorankommen würden. Letztlich war diese Sorge aber unbegründet und gerade zum Ende hin ist es sehr spannend geworden.

Besonders gefallen hat der Ansatz von Verletzungen und geistiger Gesundheit. Anstatt Punkte zu haben, gibt es hier verschiedene Stufen. Dadurch wirkt das System vielleicht etwas minimalistischer, aber deutlich realistischer. Vor allem aber, ist es für die Spieler greifbarer und die Verletzungen sind gut ins Rollenspiel eingeflossen. Generell hat mir das Rollenspiel und der klare Fokus auf die Erzählung extrem gut gefallen. Wir konnten uns auf die Geschichte konzentrieren und haben, bis auf das fulminante Finale, relativ wenig gewürfelt. Mythos World ist eine tolle Alternative zu Call of Cthulhu, wenn man eher erzählorientierte Regeln und man als Spielleiter weniger Zeit für Vorbereitung haben möchte. Auch für spontane und improvisationsfreudige Spielleiter ist Mythos World sehr dankbar.

2 Gedanken zu “Mythos World – Spielbericht und Fazit „Das besondere Skierlebnis“

  1. Moin Moin,

    ich habe mal eine Frage, da ich selber aktuell eine Runde plane. Man muss dazu sagen das ich zu aller ersten Mal die Spielleitung übernehmen werde und mir dachte das dieses System einem Anfänger auf diesem Feld vielleicht genau das richtige sein könnte.

    Meine Frage bezieht sich auf die Charaktererstellung. Wie häufig wurde bei euch der Aspekt mit dem Vermögen eingesetzt? Für mich spiegelt sich hier eigentlich doch nur ein Sinn wieder, wenn man langfristige Geschichten zu erzählen. Da ich irgendwie keinen Sinn darin sehe, das Figuren erst mal arbeiten gehen müssen um sich z.B Gegenstand XY zu kaufen.

    Liken

    • Servus,
      Wir haben die Regeln gar nicht genutzt, das lag aber daran, dass sich das Abenteuer innerhalb von einigen Stunden abgespielt hat. Je nachdem wie man ein Abenteuer gestaltet, also der Zeitraum in dem sich alles abspielt, könnte es zum Tragen kommen. Ich denke aber, dass Geld verdienen und so eher zwischen mehreren Sessions abläuft.

      Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s