Himmelsstürmer – Spielvorstellung

Erzählrollenspiele finden in Deutschland immer mehr Anklang und an Popularität. Im Zuge einer Rollenspielchallenge ist Himmelsstürmer entstanden, bei dem man eine Fliegerstaffel verkörpert, das Ganze spielleiterlos. Das Setting habe ich in Rollenspielen bisher noch nicht so oft gesehen und ist dementsprechend reizvoll.


Hinweis: Mir wurde ein kostenloses Review-Exemplar von Himmelsstürmer in PDF-Form zur Verfügung gestellt.

Die Welt:

In Himmelsstürmer herrscht seit Unzeiten Krieg zwischen zwei Parteien. Niemand weiß mehr so genau, worum es ging, es zählt nur noch der Sieg. Schauplatz ist eine riesige tropische Inselgruppe, auf der sich die Gruppe frei austoben kann. Das Setting lässt bewusst an vielen Stellen weiße Flecken und macht auch bei den Fraktionen keine genaueren Angaben. Es liegt an der Gruppe sich ihre persönliche Version der Inselgruppe, der Bewohner und der Kriegsparteien zu gestalten. Auch die neuen Mittel des Gegners, die Bedrohung, gestaltet man als Gruppe und muss versuchen dagegen vorzugehen und nicht den Krieg zu verlieren.

Das Spiel:

In Himmelstürmer kreiert die Gruppe zuerst ihre Fliegerstaffel mit ihren Mitgliedern. Es gibt keine Attribute oder Fertigkeiten, die einzelnen Piloten werden über eine Stärke und eine Schwäche definiert. Auch die Basis mit ihrer Lage und Ausstattung wird von der Gruppe erdacht.

Himmelsstürmer wird in Szenen gespielt, wobei es hier einen festen Ablauf gibt. Jede zweite Szene ist ein Kampf bzw. Mission. Immer ein Spieler hat die Erzählhoheit über eine Szene und die Gruppe wechselt sich ab. Die restlichen Spieler verkörpern Glück und Unglück. Dazu werden Pokerkarten nach Schwarz und Rot sortiert und jeweils gemischt. Sowohl der Spieler mit Erzählrecht als auch die anderen Mitspieler erhalten Karten. Rote Karten bringen positive Elemente und schwarze Karten negative Einflüsse ins Spiel. Eine schwarze Karte kann dabei durch eine rote Karte aufgehoben werden, wenn der Kartenwert höher ist. Der Spieler mit Erzählrecht muss all seine Karten in einer Szene verwenden.

Bei einem Kampf legt man die Mission fest und auch hier kommen die Karten zum Einsatz. Schwarze Karten initiieren dabei ein Luftduell. Hierbei werden abwechselnd vom roten und schwarzen Stapel Karten gezogen und bei einem Buben, einer Dame, dem König oder dem Ass ist das Duell beendet. Die roten Handkarten können auch hier wieder Einfluss nehmen, ein verlorenes Luftduell bedeutet für den Verlierer oftmals den sicheren Tod. Auch entscheidet die Anzahl an gewonnenen und verlorenen Luftduellen über den Erfolg bzw. Misserfolg der Mission.

Der Krieg in Himmelsstürmer ist seit Ewigkeiten festgefahren, doch nun wendet sich das Blatt, denn der Gegner bringt etwas Neues ins Spiel. Gemeinsam bestimmt die Gruppe, wie sich diese Bedrohung äußert, ob okkulte Mächte, neue Technologie oder Verbündete. Diese Bedrohung wird immer stärker, was sich in immer mehr schwarzen Karten für den Spieler mit Erzählrechten in den Kämpfen äußert. Die Gruppe muss sich ranhalten oder wird überrannt.

Himmelsstürmer hat wenige Mechaniken und hat einen sehr klaren Fokus, das Erzählen. Anders als viele andere Rollenspiele ist man gezwungen gegen die Bedrohung vorzugehen, da man sonst irgendwann keine Kämpfe mehr gewinnen kann. Dadurch gibt es einen klaren Endpunkt des Ganzen, entweder kann man die Bedrohung abwenden (und damit potenziell den Krieg für sich entscheiden) oder die Staffel wird vernichtet (und damit verbunden natürlich auch die eigene Seite). Das Spiel ist so allgemein verfasst, dass man in meinen Augen das Ganze auch mit einem anderen Setting umsetzen kann. Ich habe hier sowas wie Battlestar Galactica oder auch Star Wars Rogue Squadron im Hinterkopf.

Das Buch:

Himmelsstürmer umfasst 48 Seiten und ist größtenteils in Schwarz-Weiß gehalten. Jede Kapitelüberschrift hat eine sehr stimmungsvolle Abbildung eines Kampfflugzeuges. Das Layout und die Schrift sind gut lesbar und übersichtlich gestaltet. Für die Piloten nutzt man Notizzettel, für die Basis gibt es einen Bogen im PDF.


Für wen ist Himelsstürmer etwas:

  • Für Spieler (und Spielleiter), die den Fokus auf Erzählen und Rollenspiel wollen
  • Für Leute, die mit wenigen Vorgaben ihr eigenes Ding machen wollen
  • Für Spieler, die ein Spiel mit relativ klar definiertem Endpunkt haben möchten

Für wen ist Himelsstürmer nichts:

  • Für Spieler (und Spielleiter), die Charaktere mit Attributen und Fertigkeiten brauchen
  • Für Leute, die würfeln wollen
  • Für Spieler, die taktische Kämpfe mit entsprechenden Regelmechaniken haben wollen

Ein Gedanke zu “Himmelsstürmer – Spielvorstellung

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