Der Heilige von Bruckstadt – Abenteuervorstellung

Für Tartarus Gate hatte ich ein neues Format ausprobiert und die Vorstellung des Abenteuers mit einem Fazit verknüpft. Diesmal trenne ich das Ganze und konzentriere mich hier auf die Vorstellung. Der Heilige von Bruckstadt ist ein Abenteuer für Lamentations of the Flame Princess und liefert ein umfangreiches Abenteuer zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges in Deutschland. Das Fazit folgt, wenn wir das Abenteuer durchgespielt haben. Diese Vorstellung richtet sich explizit an Spielleiter, denn ich gehe auf die Geschichte und Inhalte des Abenteuers, daher eine große Spoiler-Warnung von mir.


Eckdaten:

Name: Der Heilige von Bruckstadt

Genre: Dark-Fantasy

Sprache: Deutsch

Umfang: 103 Seiten

Allgemeines:

In der Regel schreibe ich über Abenteuer in Form eines Fazits, damit ich niemandem etwas vorwegnehme bzw. den Spaß nicht verderben kann. Mir wurde für dieses Abenteuer ein Rezensionsexemplar angeboten und da ich sowohl OSR mag, als auch Abenteueraufhänger und Setting interessant finde, gibt es dieses neue Format. Ich habe Lamentations of the Flame Princess (LotFP) bisher noch nicht gespielt, also habe ich gleich auch noch die Gelegenheit ein neues OSR kennenzulernen. Grundsätzlich kann man das Abenteuer aber mit jedem beliebigen OSR spielen. Es ist für 2 bis 4 Charaktere der Stufe 1 ausgerichtet.

Setting:

Das Abenteuer spielt in Deutschland zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Das Thema hatte ich irgendwann mal im Geschichtsunterricht und mein Wissen dazu musste ich erst einmal auffrischen. Wo sich der Ort Bruckstadt und seine Umgebung befindet ist dem SL überlassen, hier lohnt es sich definitiv ein klein wenig Hintergrundwissen zum Dreißigjährigen Krieg zu besitzen. Die Stadt steht unter dem Schutz des Heiligen Jakobus und alle zehn Jahre wird dieser mit einem Fest geehrt. Neben Bruckstadt erhält man Informationen zur Burgruine Aarhorst, welche den Spielern als Belohnung überlassen werden kann, den Hügelgräbern, dem Wolfsmoor und den Katakomben unter Bruckstadt.

Abenteueraufbau:

Das Buch beginnt mit einer fünfseitigen Einleitung in die Region und den Hintergrund. Tatsächlich steht der Ort Bruckstadt nicht unter dem Schutz des Jakobus, sondern wurde verflucht. In seinem Wahn sah der Inquisitor nur noch Ketzer und wurde ermordet. Der Fluch wird im Rahmen des Festes mit der Erneuerung des Grabtuches abgewehrt. Durch eine Explosion sind die Katakomben nicht mehr gut betretbar und die Spieler werden mit der Erneuerung beauftragt.

Danach folgen Beschreibungen der Umgebung von Bruckstadt. Es gibt acht Seiten zur Ruine Aarhorst und ihren Besetzern, vier Seiten beschreiben das Wolfsmoor und drei Seiten das Hügelgrab. Es gibt jeweils Informationen zu NPCs, dem Aufbau und mögliche Begegnungen bzw. Reaktionen. Was mir unglaublich gut gefällt ist, dass alle Personen eigene Motive und Persönlichkeiten haben. Hier gibt es sehr viele Möglichkeiten für Rollenspiel und man kann Probleme sehr unterschiedlich angehen.

Die Stadt selbst wird auf 10 Seiten beschrieben, hier erfährt man viel über die Verhältnisse der wichtigsten NPCs (welche auch ein Portrait bekommen haben) und über den Status Quo. Die Gruppe ist sehr frei, wie sie ihre Aufgabe erfüllt, bzw. wie sie sich vorbereitet. Je nachdem, wie sie daran herangehen, kann es zu den unterschiedlichsten Ergebnissen kommen. Es wird auch beschrieben, was passiert, wenn die Gruppe scheitert, bzw. sich vor der Aufgabe drückt. Die Zeit drängt, aber es lohnt sich Informationen einzuholen und vielleicht eine Idee zu bekommen, was einen erwartet.

Das Herzstück sind die Katakomben unter der Stadt, diese sind in fünf Areale geteilt und insgesamt 52 Seiten beschreiben die Räume, Fallen und Begegnungen. Es gibt sehr viel Abwechslung und auch sehr viel zu erkunden. Hier wird es sehr gefährlich und auch teilweise sehr brutal. Es gibt nicht umsonst den Hinweis, dass das Abenteuer ab 18 Jahren ist. Mir gefällt, dass alles knapp und prägnant beschrieben wird. Man bekommt mit wenigen Zeilen die wichtigsten Informationen und hat direkt ein Bild im Kopf. Das Abenteuer liefert keine Vorlesetexte oder umfangreiche Szenenbeschreibungen. Es liegt am Spielleiter, dass er das Ganze ausschmückt, was meinem Spielleiterstil sehr entgegen kommt.

Den Abschluss macht ein vierzehnseitiger Anhang mit Gerüchten, Krankheiten, Zufallsbegegnungen, möglichen Gefolgsleuten und jeder Menge Beschreibungen von magischen Gegenständen, die man sich während des Abenteuers aneignen kann.

Vorbereitung:

Aufgrund des Umfangs hat man als Spielleiter durchaus Arbeit vor sich. Die einzelnen Areale der Katakomben beinhalten viele Räume, NSCs, Fallen und Möglichkeiten Dinge zu Entdecken. Die Karten zum Abenteurer sind zum Download verfügbar, auch in einer Spielerversion ohne Geheiminformationen. Wir werden das Abenteuer online über Foundry spielen, wo es auch ein LotFP-Modul gibt, was mir wiederum etwas Arbeit abnehmen wird. Sämtliche NSCs, Monster und Gegner dort einzufügen ist mit viel Fleißarbeit verbunden, aber die Arbeit wird sich hinterher auszahlen. Es wäre noch schön, wenn man die Porträts als Handout hätte, damit man diese den Spielern zeigen kann.


Für wen ist der Heilige von Bruckstadt etwas:

Das Abenteuer richtet sich eindeutig an Fans von Dark-Fantasy, die eine düstere und dreckige Zeit in der deutschen Geschichte erleben wollen. Alle in dem Abenteuer sind mit Fehlern behaftet und haben ihre Leichen im Keller. Meiner Meinung nach werden die vier Kernsäulen Erkunden, Rollenspiel, Kampf und Beute alle sehr ausgewogen abgedeckt. Die Gruppe muss definitiv damit rechnen, dass nicht alle das Abenteuer überleben bzw. dass ihre Charaktere nicht unbeschadet herauskommen. Wer damit kein Problem hat, der hat eine spannende Entdeckungstour vor sich.

Für wen ist der Heilige von Bruckstadt nichts:

Das Abenteuer konfrontiert die Gruppe mit Tod, Krieg, Folter und Krankheiten. Es gibt keine heile Welt und die Abenteurer sind keine strahlenden Helden. Wer mit der Sterblichkeit und teilweise vielleicht auch Machtlosigkeit ein Problem hat, der sollte sich ein anderes Abenteuer und vermutlich auch ein anderes System suchen. Die Abbildungen zeigen teilweise derbe Szenen und die Beschreibungen mancher Fallen und Gegebenheiten könnten nichts für schwache Gemüter sein.


Fazit:

Mit gefällt das Abenteuer „Der Heilige von Bruckstadt“ sehr gut, es ist sehr umfangreich, bietet ein spannendes, düsteres Setting und strotzt nur so vor Gefahren. Allein der Umfang des Dungeons ist imposant, aber die einzelnen Bereiche und Räume sind dazu noch so unterschiedlich, dass keine Langeweile aufkommen kann. Das Buch ist gut lesbar und die Abbildungen sind alle aus einem Guss, was mir sehr gut gefällt. Der Stil der Grafiken und Porträts ist vermutlich nicht für jeden etwas, aber sie steuern gut zur Atmosphäre bei und unterstreichen, dass es keine heile Welt in dem Abenteuer gibt. Ich freue mich auf den Spieltest, der sicherlich ein paar Abende in Anspruch nehmen wird, einfach, weil es so viel zu Erleben und Erkunden gibt.

3 Gedanken zu “Der Heilige von Bruckstadt – Abenteuervorstellung

  1. Pingback: Der Heilige von Bruckstadt – Fazit Session #0 und #1 | Würfelabenteurer

  2. Pingback: [Rezension] Der Heilige von Bruckstadt – historischer OSR-Dungeoncrawl (Rollenspiel)

  3. Pingback: Der Heilige von Bruckstadt (OSR/LotfP) – Mängelexemplar? – GREIFENKLAUE – BLOG

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