An Altogether Different River – Spielvorstellung

Es gibt immer wieder Spiele, die mich durch ihre Mechaniken verblüffen oder mit einem tollen Konzept daherkommen. Genauso ein Spiel ist An Altoghether Different River (ich kürze es mit River ab), im Handumdrehen kreiert man eine Stadt und ihre Geschichte und das Alles ohne Schnickschnack. Ich stelle euch dieses sehr interessante Zine einmal vor.


Die Welt:

Es gibt keine feste Welt und kein Setting für River, stattdessen ist die Gruppe völlig frei. Mit Elementen wird gemeinsam das Setting und die eigentliche Stadt aus dem Boden gestampft. Diese Version entspricht der Stadt in der Vergangenheit, eine Kopie wird als Grundlage für die Stadt heute genutzt. Gemeinsam erkundet die Gruppe die Veränderungen der Stadt mit der Zeit.

Was mir so gut an River gefällt ist, dass man nach dem Ende des Spiels diese Geschichte nehmen kann und sie für sein eigenes Setting oder Rollenspiel übernehmen kann. Solche Worldbuilding-Spiele (wie auch Microscope) können eine große Bereicherung sein.

Das Spiel:

Nach der Entstehung der Stadt darf jeder einen Charakter kreieren, einen Spielleiter gibt es in River nicht. Dabei gibt es Zurückkehrende, also Leute, die die Stadt verlassen und nach langer Zeit wiedergekehrt sind, und Zurückgebliebene, welche immer Teil der Stadt waren. Zurückkehrende entscheiden sich, was sie mitgenommen haben und was sie hinterlassen haben, die Zurückgebliebenen haben etwas aufgebaut und etwas niedergerissen. Darüber hinaus sucht sich jeder eine Frage aus, die er gerne beantwortet haben möchte. Haben alle Charaktere sich vorgestellt und die Beziehungen zueinander festgelegt, geht es an die eigentlichen Spielrunden.

Es gibt zwei verschiedene Arten von Runden in River, einmal die Festlegungsrunde und die Erkundungsphase. Bei der ersten Art bringt man neue Aspekte ins Spiel, hierzu zieht man aus einem Kartendeck und erhält über eine Tabelle ein Element, etwa eine lokale Delikatesse, eine Festivität oder ein ewiger Rivale. Je nachdem ob man ein Zurückkehrender ist oder ein Zurückgebliebener, beschreibt man den Aspekt von damals oder in der Gegenwart. In der Erkundungsphase kann man die Veränderung von Aspekten zeigen oder man spielt eine Szene, um eine der offenen Fragen zu stellen und zu beantworten. Die Szene wird im freien Rollenspiel gespielt und gemeinsam wird (hoffentlich) eine Antwort gefunden.

Die Gruppe entscheidet selbst, wann sie das Spiel beenden will, es gibt eine Hilfe im Zine selbst, aber wenn man länger oder kürzer spielen möchte, ist dies kein Problem. Auch bekommt man Starthilfe für eine allererste Runde und wer noch mehr Unterstützung haben möchte, der nimmt sich eine der drei mitgelieferten Settings mit passenden Elementen, Namen und Aspekten. Hier gibt es ein Videospiel-Dorf, eine Cyberpunk-Stadt und eine Raumstation. Allein diese drei Settings zeigen wie vielfältig River sein kann.

Das Zine:

An Altogether Different River ist auf Englisch, in Schwarz-Weiß-Blau gehalten und umfasst 32 Seiten. Es ist sehr übersichtlich gestaltet und ist sehr gut lesbar. Es gibt wenige Abbildungen, die helfen aber sehr gut den Fluss des Spiels (das sollte Witz werden) zu visualisieren.


Für wen ist An Altogether Different River etwas:

  • Für Spieler (und Spielleiter), die gerne freies Rollenspiel mögen
  • Für Leute, die gerne gemeinsam etwas kreieren
  • Für Spieler, die auch am größeren Ganzen teilhaben wollen

Für wen ist An Altogether Different River nichts:

  • Für Spieler (und Spielleiter), die nicht gerne kreativ sind
  • Für Leute, die nichts mit Worldbuilding am Hut haben
  • Für Spieler, die Charaktere mit Attributen brauchen

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