Avatar Legends – Fazit „The Vanishing Act“

Wir haben gestern das im Grundregelwerk von Avatar Legends enthaltene Abenteuer „The Vanishing Act“ gespielt. Niemand in der Gruppe hat das Spiel bisher gekannt, wobei einige bereits Erfahrung mit Powered by the Apocalypse-Spielen (PbtA) hatten. Ich werde die Geschehnisse des Abenteuers nicht verraten, ich will vielmehr auf unsere Erlebnisse zum Spiel selbst eingehen.


Spielleiter:

KyoshiroKami

Spieler:

  • curosprime als Jao, the Bold
  • lila als Fora, the Idealist
  • Patrick Decker als Tavao, the Successor
  • Ronon als Noka, the Hammer

Ein paar Worte zum Abenteuer möchte ich schon verlieren, denn es hat mir insgesamt gut gefallen. Wie auch schon im Quickstart zu Avatar Legends und beim Root RPG bekommt man eine kleine Sandbox geliefert. Der Spielleiter hat viele Möglichkeiten das Abenteuer anzupassen. Gleichzeitig muss man dadurch als SL etwas mehr improvisieren, was den einen oder anderen vielleicht etwas überfordern könnte. Uns hat es aber Spaß gemacht und wir haben eine zufriedenstellende Lösung am Ende erreicht.

Kommen wir aber nun zum System. Avatar Legends hat recht viele Elemente und die machen es deutlich komplexer als etwa Apocalypse World oder Dungeon World. Einer meiner Mitspieler hatte einige Tage zuvor bei mir erste Kontakte mit PbtA und für ihn war der Einstieg in Dungeon World deutlich einfacher als jetzt bei Avatar Legends. Ich habe viele Nachfragen von der gesamten Gruppe zur Balance, den Kampftechniken und auch den Zuständen und Statuseffekten erhalten.

Im Spiel lief es dann deutlich runder und meine Gruppe hat fleißig von ihren Fähigkeiten Gebrauch gemacht. Der Spielfluss war sehr gut und unsere Helden wider Willen sind gut vorangekommen. Und dann kam ein erster Schlagabtausch. In Dungeon World ist der Übergang absolut fließend und bleibt voll im Fluss. Das ist bei Avatar Legends leider vollkommen anders. Ich bin ein Fan vom Learning-by-Doing-Prinzip und musste dann erstmal ausholen. Auch die Auswahl der passenden Haltung und Erläuterung der Möglichkeiten hat Zeit in Anspruch genommen. Letztlich wirkte es ein wenig so, als wenn die Handbremse gezogen wurde und wir erst einmal still gestanden haben. Bis wir uns sortiert hatten und dann im Spielfluss drin waren, hat eine Weile gedauert. Das finde ich sehr schade.

Ich denke, dass man erst wenn man Avatar Legends eine Weile gespielt hat und die Grundlagen des Kampfes beherrscht und alle Elemente verstanden hat, den Kampf so fließend wie bei anderen PbtA gestalten kann. Natürlich kann ich als Spielleiter auch die Zügel in die Hand nehmen und meine Spieler weiter erzählen lassen und dann für sie die passenden Techniken und Haltungen wählen, dadurch lernen sie aber nicht das Spiel. Und das endet in deutlich mehr Arbeit und Improvisation für mich. Diese Energie würde ich lieber in die Geschichte fließen lassen.

Ich liebe PbtA-Spiele gerade weil man einer Gruppe die Playbooks in die Hand drücken kann und ohne viel Erklärung loslegen kann. Bei Avatar Legend braucht es Zeit und ein wenig Erfahrung der Spieler. Somit ist das Kampfsystem ein wenig wie in eher traditionellen Spielen, wo man dann in alles taktisch betrachtet. In Legend of the Elements, einem anderen PbtA-Spiel, welches ganz klar von Avatar: The Last Airbender inspiriert ist, gibt es kein aufgesetztes Kampfsystem und hier hatten wir dieses Problem nicht.

Wie auch schon nach dem Testen des Quickstarts bin ich sehr geteilter Meinung zu Avatar Legends. Ich mag das Setting und das Regelwerk ist sehr schön aufgemacht. Allerdings stört mit echen das Kampfsystem mit seinen Techniken. Vor allem gibt es im Regelwerk eine ganze Fülle an weiteren Techniken, die man lernen kann. Am Tisch kann man dann ja das Kartendeck zu Hilfe nehmen, aber PbtA war für mich immer dieses einfache System, wo ich nicht viel drumherum an Hilfe brauche und es um die Fiktion geht. Das wird bei Avatar Legends leider etwas gebrochen.

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