OSR

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Das Wort OSR hat viele Bedeutungen, sei es Old School Revival oder Old School Renaissance, gemeint wird immer eins: Spiele nach dem Vorbild der frühen Dungeon and Dragons-Editionen. Diese Spiele erleben gerade einen richtigen Boom und es gibt viele Varianten mit den unterschiedlichsten Settings und Ansätzen. Das Grundprinzip ziemlich aller OSR-Spiele ist aber gleich und sehr einfach zu lernen.


 

Charaktere und das System

In OSR-Spielen hat man zwei Möglichkeiten die Attribute seines Charakters zu generieren. Die einfachste Variante ist es 3W6 zu würfeln, viele Spiele bieten aber auch die Möglichkeit Punkte auf die Attribute (in der Regel die Standardattribute: Stärke, Geschicklichkeit, Intelligenz, Konstitution, Weisheit und Charisma). Im Anschluss wählt man sich eine Charakterklasse, welche bei allen OSR gleich aufgebaut sind. Die Klassen haben eine sogenannte Advancement-Tabelle, in denen folgende Werte aufgeführt sind:

Level: Die jeweilige Stufe des Charakters (in der Regel von 1-10).

XP: Die benötigten Erfahrungspunkte zum Erreichen der jeweiligen Stufe.

BHB: Der Basic Hit Bonus gibt den Bonus an, den man auf seine Angriffswürfe erhält.

HD: Die Anzahl an Würfeln (in der Regel W6) die geworfen werden um die HP auf dieser Stufe zu bestimmen. Bei jedem Level werden die HP neu ausgewürfelt.

ST: Der Saving Throw oder Rettungswurf ist der Wert der mit einem W20 überwürfelt werden muss um sich gegen Gefahren (Säure, Feuer oder etwa Gedankenkontrolle) zu schützen.

Daneben bekommt jede Klasse seine Waffen- und Rüstungsoptionen, eventuelle Boni auf Würfe und besondere Fertigkeiten, wie Magie, Manöver oder Sonstiges.

Je nach OSR-Spiel gibt es zudem ein Fertigkeiten-System. Hier unterscheiden sich die OSR teilweise doch erheblich, so benutzt White Lies einen W6 bei dem man dann seinen Attributs- und Fertigkeitenbonus addiert und damit einen Zielwert überwürfeln muss. Andere Systeme benutzen W20, 2W6 oder überlassen es der Entscheidung des Spielleiters, wie er solche Dinge handhaben möchte.

Grundsätzlich hat der Spielleiter ALLES in der Hand, das steht fast in jedem OSR-Spiel explizit ganz vorne. Wenn man etwas geändert haben möchte, kann man dies jederzeit machen. Da eben viele OST-Spiele miteinander kompatibel sind kann man dort auch Dinge (Klassen, Gegner, usw.) einfach übernehmen.


 

Sandbox

Die meisten OSR-Spiele bieten ein Grundgerüst zum Spielen und überlassen den Rest dem Spielleiter und den Spielern wie ihre Welt aussehen soll. Gerade für Rollenspieler, die lieber eigene Welten gestalten werden hier angesprochen. Es gibt aber auch diverse Spiele, die ein kleines Setting mitliefern, mit dem man sofort losspielen kann.


 

Interessante OSR-Spiele

Es gibt viele OSR-Spiele, das weiß ich. Und auch nicht alles ist Gold was glänzt, vieles ähnelt sich. Trotzdem gibt es ein paar Spiele, die mir gut gefallen und auch andere Nischen abdecken.

Sword and Wizardry und S&W White Box

Die Grundlage für wirklich viele Spiele und dazu auch noch kostenlos verfügbar, Sword & Wizardry ist klassische Fantasy mit einer großen Auswahl an Abenteuern und Zusatzmaterial. Zum Reinschnuppern ist es, auch für Einsteiger sehr zu empfehlen.

White Lies

Ein Spiel basierend auf der White Box in dem es um Spione und Geheimagenten gibt. Das Spiel ist klein und bietet einen interessanten Hintergrund und es hat verschiedenes Zusatzmaterial, auch einem Guide zum Erstellen eigener Klassen.

ACKS

Ebenfalls ein klassisches Fantasyspiel, aber mit einem deutlich anderen Schwerpunkt, eigenen Stützpunkten und Festungen. Wo viele OSR-Spiele aufhören fängt das Adventure Conquerer King-System erst richtig an und bietet den Spielern die Möglichkeit ihr eigenes Reich zu errichten.

Beyond the Wall

Mein absoluter Favorit was OSR-Spiele angeht. Der Rahmen ist deutlich kleiner gehalten, denn die Runden in BtW spielen in und um das Heimatdorf der Helden. Zusätzlich gibt es sogenannte Playbooks (etwa der selbstgelernte Magier oder der zukünftige Ritter) mit denen sich die Klassen individualisieren lassen und die Spieler deutlich in die Umgebung einbinden.

Stars Without Numbers/Silent Legions

Ein tolles Sandbox SciFi-Spiel mit wirklich tollen Hilfen eigene Systeme, Planeten und Fraktionen zu bauen. Gerade die Fraktionen haben gute Mechanismen, wie sie mit eingebunden werden. Silent Legions basiert auch auf den Regeln von SWN, allerdings geht es hier um chtulhuide Mythen und der Bekämpfung von Horror im Stile von Call of Cthulhu, auch wieder mit sehr guten Hilfen und Anleitungen die Spielwelt lebendig zu machen.

Castles and Crusades

Wer etwas mehr will und es ein wenig Komplexität haben möchte, der ist bei C&C richtig. Auch hier handelt es sich wieder um ein Fantasy-Spiel, der Castle Keepers Guide ist sehr umfangreich und toll für eigenen Weltenbau und die Entwicklung von Charakteren.


 

Interessantes Material zu OSR

Wer sein Spiel erweitern möchte kann bei vielen OSR-Spielen auf Material zurückgreifen. Ein paar Dinge nutze ich selber und finde ich durchaus hilfreich.

D30 Compendium

Es gibt hier zwei Werke, das GM Compendium bietet alles um Hexcrawls, Dungeon, Schätze und Kämpfe zu gestalten, das zweite ist das Sandbox Compendium, welches schon im Namen hat, dass man hiermit seine Sandbox ausgestalten kann. Beide Kompendien sind für Fantasy-Spiele gedacht.

White Lies Class Creation Guide und Building the Perfect Class

Beide Werke zielen auf die Kreierung eigener Klassen. Ersteres ist zwar auf das Spiel White Lies bezogen, aber man kann es einfach auf jedes Spiel übertragen. Letzteres nimmt die Klassen von OD&D und zeigt auf, wie man seine eigenen Varianten damit erschafft.


 

Abschluss

Man kann über OSR denken was man will, für Rollenspieler die nicht allzu viele Regeln und dennoch viele Möglichkeiten haben wollen können damit viel Spaß haben. Ich hatte bis jetzt immer sehr viel Spaß und durchweg positive Erfahrungen mit OSR-Spielen gehabt.