Varsity – Preview

Immer wenn man glaubt, dass man schon alles gesehen hat, stößt man auf ein ungewöhnliches oder besser gesagt außergewöhnliches Rollenspiel-Konzept. Im Fall von Varsity spielt man ein Sport-Team und bewegt sich damit abseits von Kämpfen, Kerkern und Ähnlichem. Und wenn dann auch noch mein Lieblingssystem PbtA im Spiel ist, dann ist es definitiv einen Blick wert. Was also erwartet uns bei Varsity?


Ein Sportrollenspiel?

Varsity (engl. für Universität) ist ein Rollenspiel in dem die sportlichen Wettkämpfe eines (Schul/Hochschul-)Teams erlebt werden. Vorbilder sind hier ganz klar die Sportanimes, wobei mir die genannten Beispiele wie Kuroko no Basket oder Haikyuu! nichts sagen, meine Generation verbindet mit Sportanime vermutlich eher Captain Tsubasa oder Mila Superstar (ja, ich bin schon ein älteres Semester). Im Laufe der Zeit werden verschiedene Matches bestritten bis hin zum großen Finale.

Fußball? Basketball? Was denn nun?

Was ich wirklich phantastisch an Varsity finde ist die Tatsache, dass man sich nicht auf einen Sport oder eine kleine Auswahl beschränkt. Welcher Sport gespielt wird und auch in welchem Rahmen ist der Gruppe vollkommen überlassen. Es werden einige außergewöhnliche Vorschläge im Regelwerk selbst gemacht, etwa Ballspieler zur Zeit der Maya oder Piloten, die mit einem einzelnen Mecha Wrestling-Matches bestreiten. Der Fokus liegt dabei ganz klar auf dem Sport, also dem Training, dem Team und den Matches, sodass Schule, Arbeit und Familie zwar eine Rolle spielen, aber mechanisch kaum relevant sind (ich gehe da später genauer drauf ein). Und so könnte man auch problemlos ein Quidditch-Team in der Welt von Harry Potter spielen oder sich seinen eigenen Sport ausdenken.

Die Teammitglieder

Jeder Spieler verkörpert ein sogenanntes Ass. Charaktere baut man über Playbooks von denen es sieben Stück gibt. Hier gibt es etwa das Zugtier, den Delinquenten, den Verbündeten oder den Rivalen. Die Attribute sind Power, Skill, Heart und Eye und es wird ganz typisch mit zwei sechsseitigen Würfeln gewürfelt. Wichtig sind die Beziehungen der Teammitglieder untereinander und zur Arbeit/Schule und zu Familie/Freunden, denn diese ändern sich durch die Spielzüge immer wieder. Wer sich nicht um die Schule kümmert, der könnte etwa aus dem Team fliegen oder wer nicht das Team unterstützt bekommt anderweitige Probleme.

Matches und der Druck

Diese oben genannten Probleme, aber auch die Matches selbst sorgen für Druck bei den Spielern. Die höchste Stufe ist crushing und jede Sechs oder weniger ist hier mit zusätzlichen Strafen verbunden. Strafen sind mit Konsequenzen aus anderen PbtA-Spielen vergleichbar. So kann man einen Tunnel-Blick bekommen und bekommt etwa Abzüge auf Züge mit dem Eye-Attribut oder man sitzt beim nächsten Schlüsselmoment auf der Bank.

Genau diese Schlüsselmomente sind für den Ausgang eines Matches entscheidend. Ein Match ist in mehrere dieser Momente aufgeteilt und jeder Spieler muss mindestens einen Spielzug gemacht haben, damit entschieden wird, welche Seite den Schlüsselmoment für sich verbucht. Je wichtiger das Spiel ist, umso mehr Momente gibt es und wer mehr dieser Momente für sich verbucht, der ist der Gewinner.

Die Spielzüge sind in Varsity in zwei Kategorien aufgeteilt. Pausenspielzüge gibt es nur außerhalb des Spiels und decken etwa Training, das Planen von Taktiken oder soziale Momente ab. Im Spiel geht es dann deutlich mehr zur Sache. Sehr schön ist, dass auch von der Bank aus Züge gemacht werden (durch Kommentieren von Aktionen) und die typischen Flashbacks gibt es auch.


Fazit:

Varsity hat ein spannendes Spielkonzept, an das vermutlich kaum jemand denkt. Es ist als PWYW erhältlich, man kann also absolut nichts falsch machen. Die Regeln gefallen mir, weil sie sehr schlicht und auf das absolut wesentliche konzentriert sind. Als PbtA liegt der Fokus auf cinematische Action und nicht auf taktische Tiefe, wer so etwas möchte, der sollte vermutlich eher bei den Tabletops suchen.

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