Legacy 2nd Edition – Fazit „Titanomachy“

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Der Kickstarter zur zweiten Edition von Legacy – Life Among Ruins läuft seit kurzem und hat auch schon die ersten Stretchgoals erreicht. Ich muss zugeben, dass ich nie dazu gekommen bin die erste Edition zu spielen, aber der Quickstart „Titanomachy“ und auch die sehr guten Artworks des Kickstarters haben mich überzeugt, wenigstens die neue Version auszuprobieren.


Legacy ist ein PbtA-Spiel, welches ähnliche Runden wie das Original Apocalypse World liefern will, allerdings mit einem viel größeren Umfang, denn man spielt nicht einfach nur einen einzelnen Charakter, sondern gleich eine ganze Familie. Dabei müssen die Mitglieder nicht blutsverwand sein, sondern es gibt auch ähnliche ideologische Vorstellung, die zusammen schweißen oder einfach ein gemeinsames Interesse. Man wechselt immer wieder zwischen der Charakter- und der Familienebene.

Im Quickstart gibt es vier Familien (im fertigen Spiel sind es dann 11 Familien) und dazu vier Charaktere (es wird insgesamt 13 Playbooks geben). Die Familien haben Macht, Einfluss und Ressourcen, aber eben auch Nöte und Bedarf an bestimmten Ressourcen. Ebenfalls müssen sie mit den anderen Familien verhandeln und sich arrangieren, um das Überleben zu sichern. Wenn es konkreten Handlungsbedarf geht, etwa eine Gefahr oder es müssen Verhandlungen durchgeführt werden, dann wechselt man auf die Charakterebene und kann dann seinen Playbook-Charakter wählen oder baut sich per Schnellbau einen passenden Charakter.

Zu Beginn der Runde haben wir eine Karte erstellt mit der Umgebung der Heimat der Charaktere, jede Familie durfte dazu bestimmte Orte markieren, Fakten einführen und danach wurden Beziehungen unter den Familien erstellt und auch die Charaktere haben ihre gemeinsame Geschichte beleuchtet. Das erinnerte etwas an Beyond the Wall und genau dieses Prinzip liebe ich. Der Wechsel zwischen den Ebenen hat gut funktioniert, auch wenn einige Dinge nicht durch Moves abgedeckt sind, die durchaus von Interesse waren. Die neue Edition will die Playbooks und Moves besser abstimmen, einige Formulierungen sind dabei aber merkwürdig. Ganz konkret etwa der Move „Defuse“. In der ersten Version geht es hier konkret um eine gefährliche Situation, in der neuen Version geht es um die Deeskalation, was für uns eher eine soziale Umgebung voraussetzt. Dann würde aber nichts übrig bleiben für andere gefährliche Situationen und auch die Wahlmöglichkeiten bei dem Move sind nur wenige. Ebenfalls aufgefallen ist der Kampf, Gegner kann man zwar verletzten oder demoralisieren oder verscheuchen, aber das war es auch schon. Natürlich kann man da den gesunden Menschenverstand walten lassen, aber wie macht man das mit einer Welt voller Monster, Titanen und merkwürdigen Kreaturen? Ich persönlich würde da wohl ein paar Moves von AW 2nd Edition übernehmen, damit es runder läuft.

Ansonsten sind die Familien sehr interessant, sie bringen sehr viel Hintergrund mit und unterscheiden sich doch sehr. Die Fülle an Playbooks und die Möglichkeit passende Charaktere für eine Situation zu generieren ist auch sehr gut. Viele Elemente, die es in der ersten Version nur in Supplements gab, werden direkt in die zweite Edition übernommen, was ich als sehr sinnvoll erachte. Hervorheben muss ich vor allem das neue Layout und die Abbildungen. Hier wurde sehr viel Mühe hineingesteckt und es ist ein gewaltiger Sprung im Vergleich zum Vorgänger. Außerdem werden wohl beide Setting-Stretchgoals geknackt. In der ersten Welt findet man sich an Bord eines Generationenschiffs und muss zurechtkommen, in der zweiten Variante wird Legacy in eine Fantasy-Welt verfrachtet. Die Macher reden hier von einem Setting, inspiriert von Game of Thrones.

Wir hatten viel Spaß, mit dem Quickstart, es war an einigen Stellen etwas holprig, was auf einige Moves zurückzuführen ist. Eine Spielerin konnte mit dem Prinzip der PbtA-Spiele, vor allem der erzählerischen Freiheit, weniger anfangen. Ansonsten lief es aber gut es hat uns einen Eindruck gegeben, was man mit Legacy so erleben kann.


Fazit:

Es gibt ein paar Steigerungsmöglichkeiten bzw. ich werde ein oder zwei Dinge ergänzen, aber ansonsten gefällt mir Legacy. Wer Interesse hat, dem rate ich auf alle Fälle einen Blick in den Quickstart zu werfen und sich selbst ein Bild zu machen.


Linkliste:

Kickstarter zu Legacy 2nd Edition

Quickstart zu Legacy 2nd Edition

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