The Scourge of the Scornlords – Settingvorstellung

Die PDF gab es ja bereits vorab, jetzt endlich habe ich aber mein Paket mit den Belohnungen vom Kickstarter zu The Scourge of the Scornlords (im Weiteren einfach Scornlords). Das Setting und die Ästhetik hatten mich neugierig gemacht, den Ausschlag aber hat die Tatsache gemacht, dass es sich um eine Sandbox für Old-School Essentials handelt.


Die Welt:

Scornlords hat als Untertitel Meatlandia Buch 3 und ist somit Teil einer Reihe. Ich habe mich mit den Vorgängern nicht beschäftigt, laut Aussage im Buch ist Wissen aus Buch 1 und 2 nicht notwendig. Hier muss ich aber sagen, dass ich mit der einen oder anderen Bezeichnung bzw. mit einigen Vermerken nichts bzw. wenig anfangen konnte. Da Scornlords aber sehr interessant zu lesen ist, werde ich mir die vorherigen Teile definitiv anschauen, um das Gesamtbild zu haben.

Das Reich der Scornlords ist eine Halbinsel, welche durch Gebirge und Meer vom Hauptkontinent getrennt ist. In Meatlandia selbst herrscht ein Chaossturm, der aber dem Reich der Scornlords nichts anhaben kann, da diese einen Schutzschild besitzen, dessen Verlauf nur wenigen bekannt ist. Das Land ist karg und von Wüsten, Ödland und Canyons gezeichnet. Regiert wird das Land durch die sieben Scornlords, übermenschlichen Wesen, die über Leben und Tod in ihrem Reich bestimmen. Jeder Scornlord besitzt sein eigenes Gebiet mit eigenen Bräuchen, Regeln und Vorstellungen. Es wird untereinander Krieg geführt, Intrigen werden geschmiedet und Allianzen gebildet. Die Spieler werden früher oder später in all diese Dinge hineingesogen und müssen selbst sehen, wie sie zurechtkommen.

Neben Menschen, gibt es natürlich Elfen, Zwerge und andere bekannte Völker, aber das Setting bietet noch vieles mehr, etwa die Myrmeke. Diese riesigen, ameisengleichen Wesen leben für ihr Nest und sind eher friedlich gesinnt. Sehr spannend finde ich auch die Verblassenden, welche die Eigenschaft haben aus der Wahrnehmung und teilweise sogar der Erinnerung anderer einfach zu verschwinden. Riesige Insekten und auch Dinosaurier sind im Reich der Scornlords ein alltäglicher Anblick und viele Tiere werden als Lasttiere genutzt, ein von Raptoren gezogener Streitwagen ist völlig normal.

Im Ödland ziehen Banditen und Räuber umher, Gladiatoren suchen nach Herausforderungen und Kannibalen sehen sich nach ihrer nächsten Mahlzeit. Aber auch völlig andere Wesen und Monster treiben sich umher. Mein Favorit sind die Ödnis-Elfen, welche keinerlei Gesichtszüge haben. Erst wenn sie Magie aus einem Opfer saugen übernehmen sie temporär dessen Züge und können Freude empfinden. Genau deshalb sind sie immer auf der Jagd.

The Scourge of the Scornlords liefert unglaublich viel Material, sehr schöne und vor allem kurze Beschreibungen und holt so das Maximum an Möglichkeiten heraus. Das Setting ist sehr abgedreht und abgefahren, das muss man mögen, aber für Fans einer Art Fantasy-Mad-Max kommen hier voll auf ihre Kosten.

Das Spiel:

The Scourge of the Scornlords ist für Old-School Essentials geschrieben, kann aber grundsätzlich mit jedem OSR gespielt werden. Es werden einige neue Mechaniken eingeführt, etwa für Flüssigkeitszufuhr, Sandstürme, Psionik und Fahrzeuge. Spieler müssen also definitiv aufpassen, dass sie und ihre Tiere regelmäßig trinken, da ansonsten das Abenteuer nur sehr kurz ist.

An neuen Klassen sind die bereits oben genannten Verblassenden und Myrmeke, sowie der Mentalist und der Monster Honcho enthalten. Der Mentalist nutzt psionische Energie, der Monster Honcho schart eine große Monster- und Tierherde um sich herum.

Das Buch ist vollgepackt mit Zufallstabellen, sei es zu Orten, NPCs, Fahrzeugen, Rieseninsekten, und natürlich Begegnungen. Man kann sehr viel dem Zufall überlassen und dann wird sich keine Kampagne der anderen gleichen.

Das System mit den Fahrzeugen hat mich mit am meisten gereizt und es ist sehr einfach und elegant gelöst. Neben einer Rüstungsklasse haben Fahrzeuge Hüllenpunkte, die normale Waffen nicht verringern können (Zauber fügen 1/4 ihres eigentlichen Schadens zu). Stattdessen kann man Katapulte, Ballisten und Flammenwerfer nutzen. Der Generator für Fahrzeuge ist sehr umfangreich und es kommen die wildesten Gefährte dabei heraus.

Das Buch:

The Scourge of the Scornlords ist auf Englisch, ist in Schwarz-Weiß und umfasst knapp über 100 Seiten. Es ist gut lesbar, hat ein übersichtliches Layout und besticht durch sehr stimmige Abbildungen. Sehr viele Einträge im Monsterpart haben eine Abbildung, was ich oftmals bei anderen Büchern und Regelwerken ja kritisiere. Die Infos zu den Scornlords sind sehr umfangreich, aber auch sehr gut dargestellt, sodass man schnell einen Überblick bekommt. Zusätzlich gab es für Backer ein extra Heft mit Werten und Infos zu diversen NPCs, Fahrzeugen und Orten und ein kleines Pamphlet um The Scourge of the Scornlords solo spielen zu können. Im Buch sind einige Möglichkeiten für Eintragungen und zum Festhalten von Stats der Spieler, diese hätte ich mir noch als separates Sheet gewünscht. Es gibt verschiedene Charakterbögen zur Auswahl, ich hätte mir den Vehikelbogen auch in der handgemalten Variante gewünscht, um es einheitlicher zu haben, aber man kann nicht alles haben.


Für wen ist The Scourge of the Scornlords etwas:

  • Für Spieler und Spielleiter, die ein etwas abgedrehteres Setting suchen
  • Für Leute, die Fans von Zufallstabellen sind
  • Für Spieler, die mit ihrem von Dinosauriern gezogenen Wagen die Ödnis durchstreifen wollen

Für wen ist The Scourge of the Scornlords nichts:

  • Für Spieler und Spielleiter, die keine hohe Sterblichkeit mögen
  • Für Leute, die keine Lust auf Sandboxes haben
  • Für Spieler, die heroische Charaktere in einer intakten Welt spielen wollen

2 Gedanken zu “The Scourge of the Scornlords – Settingvorstellung

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