Icon – Preview #3 „Charaktere“

Nach einem ersten Überblick und den narrativen Regeln möchte ich mir jetzt Charaktere und ihre Erschaffung vornehmen, bevor es danach an das taktische Kampfsystem gehen soll. Icon bietet sehr viele Charakteroptionen und genau deshalb wollen wir uns anschauen, aus welchem Holz Charaktere in Icon geschnitzt sind.


Charaktere in Icon sind vom Schicksal auserwählt und haben große Macht. Damit heben sie sich von der normalen Bevölkerung ab. Egal für welches Kampfsystem, narrativ oder taktisch, man sich entscheidet, das Bondsheet füllt jeder aus. Interessant finde ich es, dass die Wahl der Verwandtschaft, andere Spiele nennen es Rasse, Abstammung, etc., rein narrativ ist. Es gibt vier Verwandtschaften zur Auswahl, die Thrynn sind am weitesten verbreitet und erinnern von der Darstellung an Elfen mit ihren langen, spitzen Ohren. Trogg, auch Oger genannt sind große, gehörnte Lebewesen. Das Bestienvolk wird aus verschiedenen, an Tieren angelehnten, Wesen gebildet: Lopen sind Katzen- oder Hasen-artig, Garou haben eine Hundeform, Goblins sind Amphibien und Lorito ähneln Vögeln. Xixo haben als vierte Verwandtschaft Insekten- bzw. Krustentier-artige Züge.

Einen viel größeren Einfluss auf den Charakter hat die Kultur, denn diese geben einem eine Auswahl an Aktionen auf die man zwei Punkte verteilen kann. Die Kultur gibt einem auch Werte, die für die Angehörigen wichtig sind. Die Kulturen (es gibt insgesamt sechs Kulturen zur Auswahl) sind sehr unterschiedlich und ich finde die Beschreibungen sehr gut, denn man lernt direkt mehr über die Welt und wie sie funktioniert. Mein persönlicher Favorit sind die Leggio, Anhänger von Karavanen, deren Lebensstil sich quasi zu einem religiösen Lebensstil entwickelt hat.

Nach der Verwandtschaft und der Kultur kommt vermutlich die größte Entscheidung, nämlich die Wahl des Bandes (engl. Bond), man kann es mit einer Klasse vergleichen. Auch das Band gibt einem Punkte auf Aktionen (man darf noch vier weitere Punkte frei verteilen), aber auch die Ideale. Wer nach seinen Idealen handelt, der erhält am Ende der Session dafür Erfahrungspunkte. Dazu kommt die maximale Anzahl an Stress und wie man diesen, abgesehen vom Camp bzw. der Auszeit, wieder loswird und auch die maximale Anzahl an Belastung. Danach wählt man eine Kraft aus, vergleichbar mit Talenten. Diese Kräfte sind sehr unterschiedlich, der Pathfinder etwa kann mit Colortongue jede Sprache sprechen, verstehen und lesen, was ich extrem spannend finde. Mein Favorit hier ist der Sucher, jemand der verbotenes Wissen finden möchte und am Rande des Wahnsinns wandert. Man kann z.B. mit dessen Argus-Kraft besonders gut Fallen und Gefahren erkennen oder mit Geist durch die Sinneseindrücke und Empfindungen eines Anderen wahrnehmen. Es gibt beim Band sieben an der Zahl zur Auswahl.

Wird der narrative Kampf genutzt, verteilt man +2, +1 und 0 auf die drei Aktionen (Scharmützel, Schießen und Zerschmettern) und ist dann bereit zum Losspielen. Wer den taktischen Kampf nutzen will, der muss sich jetzt noch einen Job aussuchen. Mehrere Jobs sind in einer Klasse, also einer übergeordneten Gruppe zugeordnet. Die Wahl der Klasse legt die grundlegenden Kampfwerte, wie Leben, HP, Rüstung, Verteidigung, Geschwindigkeit, etc., fest. Durch die Klasse und den Job erhält man Merkmale (generelle Fähigkeiten) und darf sich dann bei seinem Job Fertigkeiten, die mit Angriffen, Manövern, Zaubern, etc. aus JRPG vergleichbar sind. Hier erhält man dann seine coolen Angriffe, etwa dem Dämonenschnitzer des Dämonenjägers oder Bamboozle beim Narren. Diese Fertigkeiten lassen sich im Laufe des Spiels noch verbessern bzw. anpassen. Es gibt vier Klassen mit jeweils drei Jobs. Da ich ja gerne Heiler und Supporter spiele ist der Betteler (in Icons sind das Heiler und wandernde Geschichtenerzähler) natürlich meine favorisierte Klasse, wobei die zugehörigen Jobs absolut keine typischen Heiler darstellen, was ich wirklich gut finde. Spielt man etwa einen Seher (einer der Jobs, die dem Bettler zugeordnet sind), nutzt man ein echtes Kartendeck und sorgt für zufällige Effekte und Handlungen.

Ab Stufe Zwei gibt es für Charaktere den Limit Break, also eine Art Superspezialfähigkeit, wie man es aus Final Fantasy oder den Tales of-Spielen kennt. Ebenfalls später im Spiel gibt es Relikte, also mächtige Gegenstände, die man im Laufe des Spiels verbessern kann.

Nach und nach kann ein Charakter auch weitere Jobs bekommen und kann vor jedem Abenteuer aussuchen mit welchen Fertigkeiten man ins Rennen geht. Allerdings kann man nur Fertigkeiten mitnehmen, die der gleichen Klasse angehören, wobei es hier Ausnahmen gibt, nämlich den Manövern (man könnte sie als abgespeckte Version der Merkmale sehen).


Fazit:

Die Charaktererstellung in Icon bietet so viele Möglichkeiten, dass es einem echt schwer fallen kann sich zu entscheiden. Es gibt viele mögliche Kombinationen an Fertigkeiten und keine zwei Spielergruppen werden gleich aussehen. Diese Auswahl macht es natürlich zu Beginn etwas komplexer bzw. kann durchaus auch für einige zu viel sein. Wer aber eben genau auf diese Vielfalt wert legt (ich liebe so etwas), der wird hier sehr glücklich.

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