The Troubleshooters – Spielvorstellung

Endlich ist es soweit, The Troubleshooters befindet sich auf der Zielgeraden und Unterstützer des Kickstarters haben Zugriff auf die finale Version der PDF. Ich habe schon über die zwei verfügbaren Schnellstartabenteuer (#1 und #2) berichtet und über die Alpha-Version geschrieben. Jetzt ist es aber an der Zeit das Gesamtwerk einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.


Die Welt:

The Troubleshooters spielt in einer alternativen Comic-Version unserer Welt in den 1960er und 1970er Jahre. Das Spiel ist klar inspiriert von franko-belgischen Comics wie Tim und Struppi oder Spirou und Fantasio. Im Buch findet sich ein Abriss über die Geschichte und die Abweichungen von The Troubleshooters zu unserer Welt, so wurde etwa die Mondlandung durch eine Kooperation zwischen Japan und Frankreich realisiert. So gibt es etwa Fantasie-Länder, wie das Königreich Sitomeyang in Südostasien oder die Karibiknation San Ariel. Es werden einige Abenteuerschauplätze genauer unter die Lupe genommen, wie etwa das geteilte Berlin, Kairo, Buenos Aires, Kyoto und natürlich Paris und Frankreich im Allgemeinen. Bedroht wird die Welt durch Octopus, der düsteren Geheimorganisation im Stile von Spectre aus den James Bond-Filmen, welche überall auf der Welt in geheimen Basen ihre finsteren Pläne schmiedet. Die Spieler entscheiden gemeinsam über die Art ihrer Gruppe, ob sie als Ermittler, Agenten, Reporter oder Diebe die Welt (un)sicher machen.

Das Spiel:

The Troubleshooters nutzt ein W100 System, wobei das BRP (bekannt aus Call of Cthulhu) Pate stand. Charaktere haben Fertigkeiten, wobei Dinge wie Vermögen und Status dort auch darunterfallen, mit einem Prozentwert. Diesen Wert gilt es zu unterwürfeln, um eine Probe zu bestehen. Positive oder negative Gegebenheiten wie Ausrüstung, Umwelteinflüsse, etc. bringen Boni oder Mali in Form von Pips. Hat man etwa einen Vorteil von +4 Pips durch passende Ausrüstung, so wird der Einer-Würfel der Probe betrachtet. Zeigt dieser eine Vier oder weniger, so ist die Probe automatisch bestanden, selbst, wenn der Würfelwurf insgesamt höher als die Fertigkeit ist. Ebenso wird mit negativen Pips vorgegangen. Manchmal lassen sich Würfe auch flippen, dort werden Zehner- und Einserwürfel miteinander vertauscht. Zeigen beide Würfel dieselbe Zahl, dann hat man Karma, bei einer bestandenen Probe erhält man gutes Karma und bei einer misslungenen Probe schlechtes Karma. Der Spielleiter entscheidet hier über positive oder negative Auswirkungen.

Charaktere werden über Templates erstellt. So gibt es etwa den abenteuerlistigen Professor, den Globetrotter oder den Diplomaten. Jedes Template kommt mit einigen festen Fertigkeitswerten, sowie Vorschläge für Talente, Ausrüstung, Plot Hooks und Komplikationen. Charaktere sind in The Troubleshooters von Beginn an recht kompetent, Fertigkeiten starten bei mindestens 25% und die wichtigsten Fertigkeiten eines Templates liegen bei 75% bzw. 65%. Die Plot Hooks kann der Spielleiter nutzen, um die Gruppe dazu zu bewegen auf Abenteuerreise zu gehen. Talente lassen sich auch im Laufe des Spiels lernen und geben einem Charakter die vielfältigsten Möglichkeiten, zum Beispiel Diplomatische Immunität oder einen guten Ruf. Mit den Komplikationen können die Spieler Story Points verdienen, wenn sie durch diese behindert werden oder für Szenen ausfallen, etwa, weil man wieder wild am Flirten ist oder zu tief ins Glas geschaut hat. Mit den Story Points lassen sich Talente aktivieren, man kann Gadgets oder Hinweise zu den Ermittlungen erhalten oder Fakten einführen.

War der Einsatz einer Fertigkeit für die Story relevant, so darf der Spieler ein Häkchen an diese machen. Am Ende eines Einsatzes darf er eine Probe ablegen, ob er diese Fertigkeit weiterentwickelt, also daraus gelernt hat. Das Maximum einer Fertigkeit liegt bei 106%. Am Ende einer Session kann der Spielleiter auch zusätzliche Häkchen verteilen, etwa für tolles Rollenspiel. Über die Häkchen hat der Spieler auch die Möglichkeit neue Sprachen oder Talente zu lernen.

Kämpfe sind in The Troubleshooters durchaus gefährlich, aber sofern ein Spieler sich nicht dazu entschließt, kann sein Charakter nicht sterben, sondern wird in besten Comic-Manier einfach ausgeschaltet. Ein Kampfschauplatz wird dabei in Zonen eingeteilt und jeder Teilnehmer hat eine freie Aktion, eine Bewegung und eine Hauptaktion. Schaden wird durch die benutzte Waffe festgelegt und mit sechsseitigen Würfel bestimmt. Das Spiel bietet Spezialwürfel an, denn Schaden wird bei einer Vier, Fünf und Sechs verursacht, wobei bei einer Sechs der Würfel explodiert und ein weiterer Würfel geworfen wird. Heilung und Rüstung funktioniert ebenso, wobei diese Würfe nicht explodieren können. Gegner werden in Lakaien, Leutnante und Bosse eingeteilt und sind entsprechen leichter bzw. schwerer auszuschalten. Das Spiel rät ganz klar davon ab Gegner zu töten und der Spielleiter kann eben jenes bestrafen (etwa durch Verlust sämtlicher Häkchen für die Weiterentwicklung).

Das Grundprinzip der Regeln von The Troubleshooters ist relativ simpel. Ich habe aber auch in meinem Proberunden feststellen müssen, dass die unterschiedlichen Formen von Würfel (Schaden, Rüstung, etc.) und einige Mechaniken (Pips) einige Spieler vor Probleme stellt. Abhilfe schaffen hier unter anderem die Spezialwürfel, auch wenn sowas nicht jedermanns Sache ist.

Das Buch:

The Troubleshooters ist auf Englisch und Französisch, vollfarbig und umfasst 244 Seiten. Das Layout ist sehr übersichtlich und gut lesbar. Das Artwork ist fantastisch und vermittelt ein tolles Bild der Welt. Es gibt sehr viele Beispiele und Erläuterungen der Regeln in Form von Sprechblasen durch die Beispielcharaktere, was ich sehr gut zum Thema passend finde. Für The Troubleshooters gibt es eine große Anzahl an Zubehör, etwa Spezialwürfel, Karten und natürlich die Pässe. Den Pass (der Charakterbogen) gibt es in zwei Versionen. Der Notfall-Pass ist die Kurzversion und passt auf zwei DIN A 4 Seiten (8 Seiten Passformat). Die Vollversion ist ein 32 seitiges Booklet und hat 20 Seiten Platz für Visa-Stempel, für Freunde von Zusatzmaterial am Tisch und Immersion ein Riesenfest.


Für wen ist The Troubleshooters etwas:

  • Für Spieler und Spielleiter, die Fans von Comics wie Spirou und Fantasio sind
  • Für Leute, die gerne mit Metaressourcen (Story Points) spielen
  • Für Spieler, die W100 mögen

Für wen ist The Troubleshooters nichts:

  • Für Spieler und Spielleiter, die nichts mit explodierenden Würfeln bzw. Spezialwürfeln zu tun haben wollen
  • Für Leute, die sich nicht für die 60er und 70er begeistern können
  • Für Spieler, die eine komplexe Charaktergenerierung und –entwicklung suchen

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